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Trebbin 65 Kandidaten bewerben sich um 18 Mandate
Lokales Teltow-Fläming Trebbin 65 Kandidaten bewerben sich um 18 Mandate
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19:12 12.05.2019
Der Marktplatz mit dem Rathaus in Trebbin – in der Stadt stehen in den nächsten Jahren neue Bauvorhaben an. Quelle: Elinor Wenke
Trebbin

In der Trebbiner Stadtverordnetenversammlung stellt zwar bislang die CDU die stärkste Fraktion, in der Gunst der Wähler hatte allerdings bei der letzten Kommunalwahl ein Einzelbewerber alle Rekorde gebrochen. Der parteilose Hendrik Bartl konnte so viele Stimmen auf sich vereinen, dass ihm eigentlich zwei Parlamentssitze zustanden. Laut Kommunalverfassung darf er aber nur einen besetzen und auch nur ein Stimmrecht ausüben. So blieb der letzte der 18 Stadtverordnetensitze unbesetzt.

Um Fraktionsstärke zu erreichen, hatte sich Bartl mit dem Grünen-Stadtverordneten Knut Vetter zur „Gemeinschaft parteiloser und grüner Stadtverordneter“ (GpgS) zusammengeschlossen. Kaum eine Rolle spielte die Linke mit nur einem Stadtverordneten.

Die Stadt Trebbin

Trebbin ist eine amtsfreie Stadt im Landkreis Teltow-Fläming. Als ehemaliger Wohnort des märkischen Eulenspiegels Hans Clauert trägt sie den inoffiziellen Beinamen Clauertstadt.

Einwohner: 9604 (einschließlich der Ortsteile); 3945 (nur Stadt Trebbin)

Fläche: 125,7 Quadratkilometer

Ortsteile: Blankensee, Christinendorf, Glau, Groß- und Kleinbeuthen, Klein Schulzendorf, Kliestow, Löwendorf, Lüdersdorf, Märkisch Wilmersdorf, Schönhagen, Stangenhagen. Thyrow und Wiesenhagen.

Weitere Informationen unter www.stadt-trebbin.de

Wenig Verständnis ernteten die Christdemokraten, als sie sich 2015 mit dem einzigen AfD-Stadtverordneten Dietmar Ertel zu einer gemeinsamen Fraktion zusammenschlossen. Damit war Trebbin die erste Stadt im Land Brandenburg, in der CDU- und AfD-Stadtverordnete eine Fraktion bildeten. In einer gemeinsamen Erklärung äußerten die anderen Fraktionen ihre Missbilligung. Die CDU indes hatte immer beteuert, dass sie Dietmar Ertels Arbeit als Ortsvorsteher von Lüdersdorf schätze und Parteininteressen hintenan stelle.

CDU schickt die meisten Bewerber ins Rennen

Am 26. Mai sind nun wieder 18 Stadtverordnetenmandate zu vergeben, um die sich diesmal 65 Kandidaten bewerben – bekannte und neue Gesichter. Mit 14 Kandidaten schickt die CDU die meisten Bewerber ins Rennen. Auffällig: Als Spitzenkandidat stellt sich Bürgermeister Thomas Berger als Zugpferd zur Verfügung, wohl wissend, dass er im Falle seiner Wahl nicht beide Ämter ausüben kann.

„Das ist entgegen meiner bisherigen Philosophie“, räumt der 55-Jährige ein. Berger ist seit über 30 Jahren CDU-Mitglied und hatte es als Bürgermeister bislang vermieden, bei der Kommunalwahl auf Stimmenfang zu gehen. „Mir geht es darum, die demokratischen Kräfte zu stärken“, argumentiert Berger.

In den letzten 25 Jahren habe es eine erfolgreiche Stadtpolitik gegeben, weil demokratisch gewählte Kräfte auch Kompromisse eingegangen sind. „Das will ich nicht von extremen Kräften kaputt machen lassen“, so der Bürgermeister. Er spüre sehr wohl „radikale Tendenzen“. Diese Entwicklung will er gar nicht an Parteien festmachen. „Aber wenn ich sehe, wie respektlos und intolerant auf Facebook mit Menschen und deren Meinungen umgegangen wird, ist mir Angst und Bange“, so Berger.

Wer regiert jetzt?

Bürgermeister: Thomas Berger (CDU)

Stadtverordnete (17 Sitze):

CDU: 5

Neue Liste: 3

Unabhängige Freie Wähler: 3

SPD: 2

Die Linke: 1

B 90/Grüne: 1

AfD: 1

Einzelbewerber (Hendrik Bartl): 1

Unter dem Namen „Frischer Wind“ stellen sich neun parteilose Mitglieder einer neuen Wählergruppe der Wahl. Als Spitzenkandidat fungiert Hendrik Bartl, während andere bisher politisch nicht aktiv waren. Sie verstehen sich als „Gemeinschaft von Bürgern für Bürger“ und wollen sich unter anderem für die Förderung des Gewerbes, bezahlbaren Wohnraum und ein flexibles Schul- und Kita-Angebot einsetzen.

Als jüngster Kandidat bewirbt sich der gerade volljährige Bastian Köhler für die SPD um die Gunst der Wähler, als ältester kämpft Dietrich Puppe (75) für die Unabhängigen Freien Wähler um ein Mandat. Die AfD tritt mit fünf Bewerbern an. Mehrere politisch erfahrene Stadtverordnete findet man auf den Listen der UFW und der Neuen Liste.

Thema Kita- und Hortplätze drängt

Die problembeladenen Aufgaben in Trebbin drehen sich ums Geld. Seit Jahren kämpft die Stadt mit einem Haushaltsdefizit. Das derzeit größte Bauvorhaben – das neue Feuerwehrgerätehaus für mehr als zwei Millionen Euro – verzögert sich, weil die Finanzierung lange Zeit nicht sichergestellt war. Und auch die dringend benötigten Kita- und Hortplätze werden die Stadtverordneten in den nächsten Jahren beschäftigen. Wie Bürgermeister Berger gerade erst analysierte, fehlen zudem Stellen im Rathaus, die dringend besetzt werden müssen.

Gewählt werden am 26. Mai ebenfalls die Ortsbeiräte. Bis auf drei Ausnahmen. „Für Klein Schulzendorf, Lüdersdorf und Löwendorf wurden nicht genügend Bewerber gefunden“, sagt Trebbins Wahlleiter Peter Janke.

Wer tritt an?

Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative: Sascha Riedel

SPD: Peter Mann, Katrin Jaksch, Michael Köhler, Bärbel Laue, Klaus-Dieter Huschke, Anika Becker, Rolf Kresin, Bastian Köhler, Wilfried Hoffmeister

AfD: Dietmar Ertel, Uwe Groschwitz, Hans-Jürgen Ott, Peter Haase, Mike Böttcher

Die Linke: Kai Kückes, Sabine Gumpel, Hans-Joachim Görlich, Rüdiger Schütte

Frischer Wind: Hendrik Bartl, Silvio Kahle, Guido Keiper, Tobias Hellmig, Mathias Busse, Anne Hennig, Phillip Kliem, Michael Haase, Sven Keck

CDU: Thomas Berger, Gertrud Klatt, René Haase, Christian Heller, Ralf Marschall, Marc Paulsen, Christel Liefeld, Olaf Erdmann, Werner Kempin, Lutz Heimer, Karl-Heinz Bornemann, Jens Grabner, Herbert Muder, Hans-Heinrich Diestel

Neue Liste: Michael Baumecker, Axel Claußen, Burkhard Heinrich, Jonathan

Schmidt, Matthias Mützlitz, Grit Bauer, Uwe Mertin, Rena Ueckert, Matthias Kliesener, Guido Wollschläger, Bernd Saalfeld

Bündnis 90/Die Grünen:Sandra Gesche, Knut Vetter

Unabhängige Freie Wähler: Paul Schuchardt, Oliver Kadecki, Matthias Klavehn, Jürgen Helf, Manfred Müller, Jürgen Besler, Ingrid Breyer, Tobias Schaldach, Dietrich Puppe und Fritz Kroll

Von Elinor Wenke

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