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Trebbin Mirko Neumann ist seit 35 Jahren Dachdeckermeister
Lokales Teltow-Fläming Trebbin Mirko Neumann ist seit 35 Jahren Dachdeckermeister
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18:11 22.05.2019
Mirko Neumann ist seit 35 Jahren Dachdeckermeister. Sein Unternehmen ist in Glau angesiedelt. Diese alte Kirchturmspitze erhielt er als Dank. Quelle: Margrit Hahn
Glau

Mirko Neumann hat seit 35 Jahren seinen Meisterbrief in der Tasche. Dass er Dachdecker wird, stand schon immer fest. Sein Vater war Dachdeckermeister und Bauklempner und führte eine Firma in Berlin-Wilmersdorf. Mirko Neumann, der im Grunewald in Berlin aufwuchs, hatte immer den Wunsch, ihm nachzueifern. „Es gibt Fotos, die zeigen, wie mich mein Vater im Kinderwagen mit aufs Dach genommen hat“, sagt Mirko Neumann. Er erinnert sich gut daran, wie sein Vater ihn im Dreirad-Firmenauto vorn aufs Armaturenbrett setzte, weil sonst kein Platz gewesen wäre. „Für mich wäre nie etwas anderes als Dachdecker in Frage gekommen“, so der gebürtige Berliner.

Zulassung eingeklagt

Schon als Grundschüler half er dem Vater. Später als Oberschüler, wenn sonnabends Dächer der Johannischen Kirche zu reparieren waren, durfte er ihn begleiten. Seine Dachdeckerlehre absolvierte er beim Vater. „Wir haben uns auch mal gezofft, aber wenn, ging es immer um die Sache“, sagt er. Seine Lehre beendete er vorzeitig auf Grund guter Leistungen. Gleich danach meldete er sich zur Meisterschule an. Doch dort habe man ihm Steine in den Weg gelegt. Wenn alles wie geplant geklappt hätte, wäre er mit 18 Jahren Meister gewesen. Letztendlich blieb ihm nichts anderes übrig, sich die Zulassung einzuklagen. Mit 18 hatte er dann zwar keinen Meisterbrief, dafür aber den Berufsschullehrerschein, den er bei der IHK erworben hatte. Als er dann endlich die Meisterschulbank drücken konnte, musste er sogar hin und wieder in seiner Klasse unterrichten, weil Lehrer fehlten. Mit 22 Jahren erhielt er dann endlich den heiß ersehnten Meisterbrief. Zur praktischen Prüfung wurde eine eingebundene Kehle in einem Biber-Kronendach von ihm gefordert.

Keine Höhenangst

Immer noch erinnert er sich genau, wie er zu DDR-Zeiten mit seinem Vater das Gemeindehaus in Wittenberg neu eindeckte. Auch an die Arbeiten an der Kirche in der Friedensstadt Glau denkt er mit Freude zurück. „Meine Oma wohnte im Lindenhof. Für mich war jeder Besuch spannend. Ich kam ja aus Westberlin und hatte als Kind gute Kontakte zu den Russen, die in Glau stationiert waren“, berichtet er. Jetzt hat er in Glau seine Firma und die Dachdeckerei ist nach wie vor sein Leben. Vier Mitarbeiter gehören zum Unternehmen. Besonders stolz ist Mirko Neumann, dass sein Sohn Michael in seine Fußstapfen getreten ist und ihn unterstützt. Für die Männer gibt es kein „zu hoch“ oder „zu schwierig“. Selbst das Kreuz einer Berliner Kirche, das in 112 Metern Höhe angebracht ist, wurde erneuert, ebenso wie eine Kirchturmspitze in 80 Metern Höhe.

Alle Maße im Kopf

Mirko Neumann und sein Team übernehmen vor allem Aufträge in Berlin und im südlichen Bereich. Der 56-Jährige ist froh, dass er gesund und beweglich ist. Die Arbeit auf dem Dach ist ihm weitaus lieber als die im Büro. Mit seinem Computer hat er sich noch immer nicht angefreundet. „Es macht auch nichts, wenn der mal abstürzt. Ich habe alle Daten, Kontakte und Maße im Kopf“, berichtet der Familienvater. Am liebsten mag er knifflige Aufgaben wie Altbausanierung und Denkmalschutz. Aber auch Carports gehören zu seinen Dienstleistungen. Selbst auf Gran Canaria hat er gearbeitet. Dort hatten sich Hausbesitzer ein Gründach gewünscht.

Von Margrit Hahn

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