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Trebbin Grüne gewinnen Juniorwahl in TF
Lokales Teltow-Fläming Trebbin Grüne gewinnen Juniorwahl in TF
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07:21 07.09.2019
Bei der Juniorwahl, hier an der Goetheoberschule Trebbin, gab es dieselben Stimmzettel wie bei der echten Landtagswahl. Quelle: Victoria Barnack
Teltow-Fläming

Hätte nur die Jugend wählen dürfen, wäre Teltow-Fläming nicht rot, sondern grün. Was Umfragen schon vermuten ließen, bestätigt nun auch das offizielle Ergebnis der sogenannten Juniorwahl.

Schüler an fast 150 Schulen aus dem ganzen Land nutzten die Chance, ihre Stimme abzugeben. Auch mehrere Schulen aus Teltow-Fläming waren dabei, unter anderen die Goetheoberschule in Trebbin (die MAZ berichtete).

In Trebbin waren knapp 75 Schüler wahlberechtigt. Quelle: Victoria Barnack

Organisiert wird das Projekt, das es schon seit den 1990er Jahren gibt, vom Verein Kumulus. Auf den Stimmzetteln standen exakt dieselben Parteien und Direktkandidaten wie bei der echten Landtagswahl.

Grüne sind bei Juniorwahlen traditionell vorn

Verwunderlich ist das Ergebnis keinesfalls. Bei Umfragen oder Testwahlen unter all jenen, die noch zu jung zum Wählen sind, landen Parteien mit den Schwerpunkten Tierschutz und Umwelt traditionell weit vorn. Ein Beispiel: Schon bei der Juniorwahl zum Bundestag im Jahr 2009 gab die Mehrzahl der Schüler aus ganz Deutschland den Grünen ihr Vertrauen.

Wen die Schüler wählten, blieb bis zur echten Landtagswahl geheim, um das Ergebnis nicht zu beeinflussen. Quelle: Victoria Barnack

Vor dem Hintergrund der Fridays-For-Future-Demonstrationen haben die Grünen ihren Vorsprung bei der Jugend auch in Teltow-Fläming noch einmal ausgebaut. In zwei von drei Wahlkreisen gibt es valide Ergebnisse. Im Süden nahmen nicht genug Schulen teil, deshalb wurde für den Wahlkreis 24 kein Ergebnis veröffentlicht.

AfD, CDU und SPD können nicht überzeugen

In Zossen, Rangsdorf, Blankenfelde-Mahlow und Baruth (Wahlkreis 25) gab es für die Grünen satte 32,7 Prozent bei den Erststimmen. Dahinter landeten die AfD mit 17,9 Prozent und die CDU mit 15,1 Prozent.

Alles wie bei den Erwachsenen: Von Wahlschein bis zum echten Stimmzettel war bei der Juniorwahl alles möglichst nah an der Realität. Quelle: Victoria Barnack

Auch die Schüler aus dem Wahlkreis 23 (Ludwigsfelde, Trebbin, Großbeeren, Nuthe-Urstromtal) machten die Grünen mit 24 Prozent zur stärksten Partei. Schon zu den Europawahlen im Mai lag die Partei mit dem Umweltschwerpunkt in ganz Brandenburg weit vorn.

Auf den weiteren Plätzen landeten die Direktkandidaten von SPD (21,6 Prozent), CDU (20,8 Prozent) und AfD (15,4 Prozent). Auffällig: Bei den Zweitstimmen im Norden von TF schafft es die Tierschutzpartei auf Platz 1, die bei Wahlen sonst keine Rolle spielt.

Wahlbeteiligung bei der Jugend liegt über 75 Prozent

Außerordentlich vorbildlich sind die Jugendlichen bei der Wahlbeteiligung. Sie lag bei über 75 Prozent und bezieht sich nicht auf alle Schüler, sondern nur auf die „Wahlberechtigten“ in den zuvor angemeldeten Schulen.

Das Projekt soll langfristig genau diesen Trend fördern. Vor Ort hilft es aber auch, um das Wählen zu üben. An der Trebbiner Goetheoberschule nahmen beispielsweise 75 Schüler aus den Klassen 9 und 10 teil. Dass nicht alle Jungen und Mädchen ihre Stimme nutzen, verwunderte viele Klassenkameraden und bedurfte der Aufklärung durch Lehrerin Anica Pieper. „Dass nicht alle Menschen an einer Wahl teilnehmen, ist nicht ungewöhnlich und gehört zur Demokratie dazu“, sagte sie. „Das muss unsere Demokratie aushalten und akzeptieren.“

Von Victoria Barnack

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