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Trebbin Wildwuchs für die Artenvielfalt in Stangenhagen
Lokales Teltow-Fläming Trebbin Wildwuchs für die Artenvielfalt in Stangenhagen
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13:55 30.07.2019
In Stangenhagen sollen sich Bienen und Kriechtiere dank hohem Gras und vielen Blumen bald besonders wohl fühlen. Quelle: Victoria Barnack
Trebbin

Wenn das Gras in Stangenhagen bald wild vor sich hin wuchert, muss sich niemand wundern. Denn das ist genauso gewollt, zumindest auf einer kleinen Fläche im Ort. Die Stadt Trebbin will auf der Grünanlage etwas für den Klimaschutz und die Artenvielfalt tun.

„An bestimmten Stellen wollen wir auf das Mähen verzichten“, sagt Trebbins Presseprecherin Beate Rantzsch, „um so den Insekten Nahrungsgebiete zu sichern.“

Idee von Mitarbeiterin im Klimaschutz

Während anderswo die Stadtparlamente ihre Verwaltung zum Klimaschutz verpflichten, kam die Initiative in Trebbin aus dem Rathaus selbst. „Wir haben eine sehr engagierte Mitarbeiterin im Bereich Klimaschutz, die die Idee für die Aktion lieferte“, berichtet Rantzsch.

Beate Rantzsch ist Pressesprecherin der Stadt Trebbin. Quelle: Margrit Hahn

Mit der Entscheidung, die Fläche in Stangenhagen wild wachsen zu lassen, schlägt die Verwaltung zwei Fliegen mit einer Klappe. „In Stangenhagen wächst die Grasnelke“, erzählt die Stadtsprecherin. Die kleine, rosa blühende Pflanze ist laut einer Bundesverordnung unter Naturschutz gestellt worden.

Sie darf zwar gesammelt, gepflückt und sogar beschädigt werden. Das Sammeln ihrer Wurzeln, Wurzelstöcke, Zwiebeln und Rosetten ist allerdings verboten. „Wir hätten uns also ohnehin Gedanken darüber machen müssen, wie wir mit der Grasnelke in Stangenhagen umgehen“, sagt Beate Rantzsch.

In Stangenhagen blüht die unter Schutz gestellte Grasnelke. Quelle: Victoria Barnack

Noch in dieser Woche soll die neue Pflegeroutine auf der Fläche beginnen. „Für den ersten Schnitt mähen wir nur eine Hälfte der Grünfläche“, berichtet die Pressesprecherin. Statt alle zwei Wochen komplett werden fortan nur noch je 50 Prozent des Bereichs gemäht und das viel seltener als bisher. Ranztsch geht davon aus, dass viermal Mähen im Jahr künftig ausreichen wird.

Agrarbetrieb geht mit gutem Beispiel voran

Obwohl die Grünfläche in Stangenhagen die erste im Trebbiner Stadtgebiet ist, die zu mehr Artenvielfalt beitragen soll, gibt es bereits positive Beispiele aus der Region.

„Die Trebbiner Agrargenossenschaften macht es mit Blühstreifen auf den Feldern vor“, sagt Beate Rantzsch. Dort bieten Wildkräuter Insekten einen Lebensraum, die wiederum Schädlinge bekämpfen und als Nahrung für die Vögel dienen.

Bei der AGT Trebbin werden seit mehreren Jahren Blühstreifen angelegt. Quelle: Hartmut F. Reck

Die Grünfläche in Stangenhagen soll nicht der einzige Bereich im Gebiet der Stadt Trebbin bleiben, auf dem etwas für die biologische Vielfalt getan wird. Aus dem Rathaus heißt es, eine zweite Fläche im Ortsteil Großbeuthen könnte infrage kommen.

Nicht jeder Grünbereich ist allerdings geeignet. Die Stadt versichert beispielsweise, dass Verkehrs- und Nutzflächen in jeden Fall auch weiterhin freigehalten werden.

Von Victoria Barnack

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