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Trebbin Jubiläen in der Friedensstadt Glau
Lokales Teltow-Fläming Trebbin Jubiläen in der Friedensstadt Glau
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06:03 18.08.2018
Gunnar Pommerening, Wolfgang Schulz und Edgar Pahle (v.l.) am Modell der Friedensstadt. Quelle: Fotos: Margrit Hahn (2)
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Glau

Das Modell im Maßstab 1 : 1000 von der Friedensstadt Glau kann sich sehen lassen. Es ist 2,20 Meter lang – ein Meter entspricht in der Realität einem Kilometer.

Alles ist gut zu erkennen – jedes einzelne Wohnhaus, der Kindergarten, der Naturpark und die Johannische Kirche. Die Modellbaugruppe, die sich seit drei Jahren jeden Mittwoch trifft, hat ganze Arbeit geleistet. Die Gebäude wurden aus Kunststoff gefertigt und jeder einzelne Baum extra aufgeklebt. „Wir haben die Bäume nicht gezählt aber es sind bestimmt weit über tausend“, sagt Edgar Pahle, Architekt und Bewohner der Friedensstadt. Für die Bäume wurden Samenkapseln von Erlen gesammelt. Am schwierigsten gestaltete sich aber der Nachbau der Solaranlage. Drei Versuche waren notwendig. Letztendlich wurden Acrylplatten zerschnitten und mit Goldfarbe bemalt.

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Christliche Siedlung schaffen

Insgesamt stecken in dem Modell mehr als 500 Arbeitsstunden. Selbst die Höhenunterschiede sind im Miniaturformat deutlich zu erkennen. Die Miniaturbauer haben sich noch mehr vorgenommen. Um zu zeigen, wie sich die Friedensstadt entwickelt hat und weiterentwickeln soll, wollen sie noch einige Modelle anfertigen. „Uns geht es in der Friedensstadt um den Erhalt vorhandener Gebäude, die in den 20er Jahren entstanden sind und unter Denkmalschutz stehen“, erklärt Pahle. Zudem soll aber auch gezeigt werden, welche Objekte durch die russische Besatzung hinzugekommen sind. Und letztendlich soll auch Wohnraum geschaffen werden, denn die Nachfrage ist groß. „Unser Anliegen ist es, eine sozial christliche Siedlung zu schaffen“, fügt Pahle hinzu. Erst vor 25 Jahren erhielt die Johannische Kirche die Friedensstadt Glau zurück. Im März 1994 hatte die Öffentlichkeit erstmals Zugang auf das Gelände. Die Übergabe erfolgte am 14. Juni 1994. „In der Friedensstadt herrschte fast 50 Jahre militärische Fremdherrschaft“, sagt Gunnar Pommerening von der Johannischen Kirche.

Zwei Jubiläen in zwei Jahren

Die russische Armee kam im April 1945 von Schönhagen und besetzte die Friedensstadt. Die dort stationierte SS-Einheit war kurz zuvor geflohen. Die Garnison Glau hatte eine Truppenstärke von bis zu 2000 Soldaten. Die Besatzung wurde alle drei Jahre ausgetauscht. Das Jubiläum „25 Jahre Rückgabe der Friedensstadt“ soll im kommenden Jahr gefeiert werden. Ein Jahr später steht das nächste Jubiläum an, denn 1920 wurde die Friedensstadt gegründet. Das heißt, dass 2020 die Friedensstadt 100 Jahre besteht. „Gedanklich sind wir schon bei den Vorbereitungen für die Jubiläen“, so Pommerening.

Doch erstmal stehen derzeit die Johannischen Kirchentage an, die bis zum 26. August gehen. In dieser Zeit können sich Besucher auch die Modelle anschauen. Schon Kirchengründer Joseph Weißenberger sagte im Jahr 1920: „Es entstehe eine Stadt des Friedens“.

Von Margrit Hahn