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Trebbin Paar reist 30 000 Kilometer durch Europa und Afrika
Lokales Teltow-Fläming Trebbin Paar reist 30 000 Kilometer durch Europa und Afrika
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00:22 14.06.2019
Dieter und Evi Kotras aus Schönhagen waren ein Jahr lang in Europa unterwegs Quelle: Margrit Hahn
Schönhagen

Evi und Dieter Kotras sind wieder zuhause in Schönhagen. So richtig im Alltag angekommen sind sie aber noch nicht. Die vielen Eindrücke, die sie gesammelt haben, müssen erst verarbeitet werden. Ein Jahr lang war das Ehepaar mit ihrem mehr als 40 Jahre alten Bus unterwegs. Sie sind quer durch Europa und Teile von Afrika durch 29 Länder gereist und haben insgesamt 30 000 Kilometer zurückgelegt.

Von Polizeiautos umringt

Viele hatten sie davor gewarnt, in Länder wie Rumänien, Albanien und in den Kosovo zu reisen, doch dort hat das Paar nur gute Erfahrungen gemacht. „Reisen ist das Beste, um durch eigenes Erleben Vorurteile abzubauen“, so der Schönhagener. In Rumänien wollte das Ehepaar nur zwei Wochen bleiben. Weil es ihnen aber so gut gefiel, wurden vier daraus. Als sie dort in Hermannstadt im Dunkeln ankamen, waren sie froh, dass sie einen Parkplatz gefunden hatten.

Am nächsten Morgen stellten sie fest, dass sie vor einer Polizeiwache standen und von 50 Polizeiautos umringt waren. Als sie abfuhren, winkten ihnen die Polizisten zu. „Das lag wahrscheinlich am Bus, den wir mit Sonnenblumen beklebt hatten. Das war ja auch Ziel der Reise, Freude zu bereiten“, erklärt Kotras.

Zeit für Zweisamkeit

In den ersten drei Monaten ihrer Reise mussten sie erst einmal realisieren, dass sie ein ganzes Jahr frei und endlich Zeit für sich hatten. Zu Hause blieb durch Arbeit, Familie, Haus und Garten kaum Gelegenheit für Zweisamkeit.

Den Jahreswechsel verbrachten sie am Meer auf einem Campingplatz an der Grenze zur Westsahara in Tan-Tan und ihre 60. Geburtstage feierten sie im Januar ebenfalls in Marokko. „Allerdings war es dort schwierig, eine Geburtstagstorte zu bekommen, da wir große Städte gemieden haben“, berichtet Dieter Kotras. Ein Restaurantbesitzer half, eine Sahnetorte zu besorgen. Dafür wurde er zum Mitessen eingeladen.

Unterwegs sammelten Evi und Dieter Kotras Muscheln und Steine, die sie mit Smileys bemalten und verschenkten. Den Rest brachten sie mit nach Hause.

Die zusätzliche Krankenversicherung, die sie vorher abgeschlossen hatten, mussten Evi und Dieter Kotras auf ihrer Reise nicht in Anspruch nehmen. Beide waren nicht einmal krank. Allerdings waren sie vorsichtig. Trinkwasser kauften sie grundsätzlich ein, anstatt es aus der Leitung zu trinken.

Defekter Reifen

Auf der langen Strecke gab es auch mal Pannen: In der Slowakei kurz vor einem kleinen Dorf war der Bus zwischen Eisenbahnschienen geraten und hatte einen Platten. Zehn Minuten später war das Fahrzeug von Menschen umringt, die diskutierten, ohne dass Evi und Dieter Kotras etwas verstehen konnten. Telefonisch wurden Männer in Arbeitskluft hinzugeholt, die den defekten Reifen mitnahmen. So ganz geheuer war den Weltenbummlern die Sache zuerst nicht. Doch als sie den Reifen komplett neugemacht zurück und auch noch montiert bekamen, waren sie zufrieden. Die Helfer verlangten 200 Euro und nahmen keinen Cent mehr.

Die zweite Panne hatte das Paar in Ungarn. Dort platzte kurz vor einer Autowerkstatt der Luftschlauch. Die Werkstatt besorgte einen neuen Schlauch, ohne dafür Geld zu verlangen. In Marrakesch ließen sie das Gefährt auf Herz und Nieren prüfen.

Zwei Einbrüche

Kotras waren 700 Kilometer unterwegs – von der algerischen Grenze zum Atlantik. Nach 300 Kilometern wollten sie tanken, doch die Tankstelle war geschlossen. Erst nach weiteren 200 Kilometern in der nächsten Stadt hatten sie Glück.

Weniger Glück hatten sie in Rom und in Porto, als sich Diebe im Bus zu schaffen machten. Das Paar hatte ihr Gefährt extra auf einem Busparkplatz abgestellt, weil sie glaubten, dass es dort am sichersten sei. „Zum Glück waren wir nicht drin, als die Einbrecher kamen. Ärgerlich ist, dass sie unseren Laptop mit all den Fotos gestohlen haben“, berichtet Dieter Kotras.

Lehmbauer hat auf Reisen Wände geputzt

Der selbstständige Lehmbauer hatte seine Arbeitsutensilien dabei. Schon vor Antritt der Reise hatte er sich vorgenommen, zu helfen, wenn Not am Mann ist. Am liebsten hätte er in Frankreich an einem Großprojekt teilgenommen – doch dafür muss man sich Monate im Voraus anmelden und die Sprache perfekt sprechen. Geholfen hat er trotzdem, zwar nicht in Frankreich, dafür in der Slowakei. Dort hat er Wände mit Lehm geputzt.

Paar ist ein gutes Team

Den Kontakt zur Familie haben Evi und Dieter Kotras das ganze Jahr nicht abbrechen lassen. Zweimal haben sie sich mit den Enkeln getroffen. „Wir wollen auf jeden Fall wieder reisen, aber das nächste Mal nicht so lange“, sagt Evi Kotras.

Ab 1. Juli beginnt für beide wieder der Arbeitsalltag. Dann ist der Lehmbauer wieder auf Baustellen unterwegs und sein Baustoffhandel für Naturbausteine ist ebenfalls wieder geöffnet. Und Evi Kotras wird seine Mitarbeiterin. Schließlich haben sie das letzte Jahr bewiesen, dass sie ein gutes Team sind.

Musikalische Begrüßung für die Weltenbummler zum Empfang in Schönhagen.. Quelle: privat

Von Margrit Hahn

MAZ Service: BestFeWo

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