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Trebbin Oberschüler dürfen das Wählen üben
Lokales Teltow-Fläming Trebbin Oberschüler dürfen das Wählen üben
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16:52 26.08.2019
Zwei Kreuze setzen und dann den Wahlzettel mehrmals falten: Wahlhelfer achten wie bei der echten Wahl auf den korrekten Ablauf. Quelle: Victoria Barnack
Trebbin

Alles ist wie bei einer echten Wahl. Pünktlich schließen die Wahlhelfer die Aula auf, wo schon alles vorbereitet ist. Je zwei Wahlurnen und -kabinen stehen bereit. Die Wählerverzeichnisse sind aktualisiert. Schon am Freitag haben die Wahlberechtigten ihren Wahlschein erhalten.

Vor dem Wahlraum steht eine lange Schlange mit Menschen, die ihre Ausweise schon parat halten. Nur eine Sache ist anders als bei der echten Wahl, die am Sonntag bevorsteht: In der Trebbiner Goetheoberschule wählen nicht tatsächlich wahlberechtigte Bürger sondern Schüler, die zum Teil noch unter 16 Jahren alt sind.

75 Schüler aus den 9. und 10. Klassen durften bei der Juniorwahl mitwählen. Quelle: Victoria Barnack

Juniorwahl heißt das Projekt vom Berliner Verein Kumulus. Er setzt sich über die Landesgrenzen hinweg für die Förderung von kultureller und politischer Bildung ein.

„Alles, was wir für die Wahl brauchen, haben wir bereitgestellt bekommen“, erzählt Lehrerin Anica Pieper. „Die Jugendlichen können bei diesem Projekt das Wählen üben und erfahren so, wie der Wahlgang tatsächlich abläuft.“

Im Unterricht auf die Wahl vorbereitet

Pieper unterrichtet an der Oberschule das Fach Politische Bildung. Die 9. und 10. Klassen dürfen bei der Wahlpremiere an ihrer Schule dabei sein. Anderswo ist man im „Probewählen“ schon geübter, in Baruth und Wünsdorf beispielsweise.

Unvorbereitet lässt die Lehrerin ihre Schüler ohnehin nicht auf die Wahlurnen los. „Auch wenn seit dem Schuljahresbeginn nicht viel Zeit war, haben wir zur Vorbereitung grundsätzliche Dinge behandelt“, erklärt Anica Pieper, „Was ist Demokratie? Was macht der Landtag? Wie läuft eine Wahl ab?“

Wie bei der echten Wahl hangen auch an der Trebbiner Oberschule die Wahlzettel vorher zu Information aus. Quelle: Victoria Barnack

75 Schüler der Trebbiner Goetheoberschule dürfen teilnehmen an der Juniorwahl. Zwei Kreuze können sie setzen – wie im echten Wahlgang. Auf der Liste stehen sogar echte Namen – Helmut Barthel von der SPD genauso wie Danny Eichelbaum von der CDU oder Silvio Pape von den Linken und Dietmar Ertel von der AfD. 

„Die einzelnen Parteien haben wir im Unterricht nicht im Detail behandelt“, erzählt die Politiklehrerin, „in Eigeninitiative sollten die Schüler vorher den Wahlomat nutzen.“ Auch bei vielen Erwachsenen ist die internetbasierte Entscheidungshilfe nach dem Frage-Antwort-Prinzip beliebt.

Schüler sind verwundert, dass nicht alle wählen müssen

Dass alle Schüler dem Rat ihrer engagierten Lehrerin gefolgt sind, ist unwahrscheinlich. Einige Trebbiner Schüler haben am Ende doch darauf verzichtet, ihre Stimme geltend zu machen – zur Verwunderung ihrer wählenden Klassenkameraden. Anica Pieper muss Aufklärungsarbeit leisten.

„Dass nicht alle Menschen an einer Wahl teilnehmen, ist nicht ungewöhnlich und gehört zur Demokratie dazu“, sagt sie. Auch wenn einige Schüler schon fast entrüstet sind, dass nicht alle mitwählen: „Das muss unsere Demokratie aushalten und akzeptieren“, erklärt die Lehrerin.

Die Schüler hatten die Wahl zwischen den Parteien und Direktkandidaten, die tatsächlich in ihrem Wahlkreis antreten. Quelle: Victoria Barnack

Die große Frage – Wie haben Trebbins Oberschüler gewählt? – bleibt nach Wahlende unbeantwortet. Die Ergebnisse will der organisierende Verein erst nach der echten Wahl verkünden, um die echten Wähler nicht zu beeinflussen.

Anica Pieper will das Ergebnis dann auf jeden Fall im Unterricht durchnehmen. „Wir sind gespannt, wie unser Ergebnis im Vergleich zu anderen Schulen aber auch im Vergleich zur echten Landtagswahl ausfällt“, sagt sie.

Von Victoria Barnack

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