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Trebbin Sammler von DDR-Mopeds
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13:05 26.07.2018
Sven Mehlhorn aus Stangenhagen sammelt Simson Fahrzeuge. Hier schraubt er allerdings an einem SR 2. Quelle: Margrit Hahn
Stangenhagen

Sven Mehlhorn freut sich über jedes seiner Fahrzeuge. Die erste Simson S50 hat er von seinem Bruder geschenkt bekommen. „Sie stand bei ihm im Stall und war schon ganz eingestaubt“, sagt der 50-Jährige. Mit diesem gelben Zweirad, dass Sven Mehlhorn wieder auf Vordermann brachte, kam die Lust zum Mopedfahren wieder. Seinen Führerschein hatte er einst bei der GST in Luckenwalde gemacht. „Zur Fahrschule bin ich damals mit dem Fahrrad von Stangenhagen nach Luckenwalde gefahren“, erinnert er sich.

Rot, Gelb und Grün

Dass zweite Moped, ein grünes, war eine Simson S51 und stammte von seinem anderen Bruder. Es sah nicht gut aus und der Bruder nutzte es auch nicht mehr. Und so überließ er es ihm. Die dritte Maschine in Rot kaufte er in Beelitz. Auch diese hat er in mühevoller Kleinarbeit aufgearbeitet. „Mir war wichtig, dass ich für die Restauration Originalteile verwende“, so der Familienvater. Etliche Teile hat er bei Ebay ersteigert. Zum Teil musste er für ein Ersatzteil 1000 Euro hinblättern. In seiner Werkstatt macht er fast alles selbst – bis aufs Lackieren. Er hat eine Vorrichtung gebaut, in der er die Mopeds einspannen und daran werkeln kann. Er bedauert, dass es in der Nähe keine Werkstatt gibt, die Ersatzteile nachschleifen kann.

Anhänger aus Aschersleben

Inzwischen hat er insgesamt zehn Fahrzeuge zusammengesammelt und dazu einen Anhänger vom Typ MKH 1, den er extra aus Aschersleben geholt hat. Da kein Blinker vorhanden war, hat er nach Originalblinkern gesucht und diese angebaut. Hin und wieder, wenn er mit einem seiner Mopeds unterwegs ist, nimmt er den Anhänger mit. Leer schaukelt er zwar, aber mit einem Kasten Bier darin fährt es sich gleich viel stabiler. Zudem freuen sich seine Fußballfreunde, wenn er sonntags zum Spiel in der Friedensstadt Glau für Getränke sorgt. Seinen diesjährigen Urlaub nutzte er unter anderem, um einen alten SR2 zu restaurieren, aber auch um am Haus notwendige Arbeiten zu erledigen. Zwischenzeitlich hatte ihm Ehefrau Sonja die rote Karte gezeigt, weil es am Haus und auf dem Grundstück noch anderes zu tun gibt, als an Fahrzeugen zu schrauben.

Vogelserie bleibt Wunschtraum

Damit auch jedes Moped mal bewegt wird und der Vergaser nicht verdreckt, wählt der Maurer- und Betonbaumeister immer die Simson aus, die am längsten gestanden hat. Auch zur Arbeit fährt er damit.

Inzwischen hat er seine Frau mit seinem Simson-Fieber infiziert. Sobald sie sicher Moped fahren kann, darf auch sie hin und wieder eine Proberunde drehen und dann wollen sie Ausfahrten zusammen unternehmen. Allerdings muss Sven Mehlhorn erst sicher sein, dass sie das Zweirad beherrscht. „Erst wenn ich ihr die Zulassung gebe, darf sie fahren“, sagt er lachend. Auch Sohn Lukas findet Gefallen an Papas Sammlung.

Die Sammlung von Sven Mehlhorn aus Stangenhagen kann sich sehen lassen. Quelle: Margrit Hahn

Am liebsten hätte der Stangenhagener neben seinen S50 und S51 auch die Vogelserie wie Sperber, Star und Schwalbe. Doch zum einen reicht der Platz bald nicht mehr aus und zum anderen geht es ins Geld. Zumal er sich neben den Fahrzeugen mit seiner Werkstatt mit Fernseher, Karaoke-Anlage und W-Lan einen weiteren Männertraum erfüllt hat. Die Werkstatt ist mit alten Simson-Emaille-Schilder aus den DDR-Zeiten dekoriert.

Simson-Fahrer sind eine Familie

Wenn er mit seinen Mopeds unterwegs ist und einen anderen Simson-Fahrer trifft, dann grüßt er ihn. „Wir sind wie eine Familie“, sagt Sven Mehlhorn. Auch Jugendliche finden immer mehr Gefallen an den Zweirädern, die bis 1991 produziert wurden.

Passend zu den Fahrzeugen auch der Helm. Quelle: Margrit Hahn

Zu DDR-Zeiten gehörten die Mopeds zu den bekanntesten und weitverbreitesten Kleinkrafträdern überhaupt. In den 80-er Jahren lag der Jahresausstoß bei Simson bei 200.000 Fahrzeugen. 1991 waren es nur noch 5000. Nach der Wende wollte kaum noch jemand ein Simson Fahrzeug haben. Die meisten kauften sich günstig einen Pkw.

Von Margrit Hahn

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