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Trebbin Erneute Debatte um Discothek „Kulti“
Lokales Teltow-Fläming Trebbin Erneute Debatte um Discothek „Kulti“
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19:23 10.12.2019
Die Trebbiner Discothek „Kulti“ am Kulturhausweg hat Befürworter und Gegner. Quelle: Hartmut F. Reck
Trebbin

Nach der Trebbiner Wählergruppe „Frischer Wind“ spricht sich auch die Stadtverordnetenfraktion „Neue Liste – Die Partei“ gegen die von Bürgermeister Thomas Berger (CDU) angestrebte Schließung der Trebbiner Discothek „Kulti“ aus. Die Immobilie gehört der Stadt; betrieben wird die Disco seit 23 Jahren privat von Frank Seifert.

Berger wollte den Mietvertrag kündigen. Als Gründe gab er den zunehmenden Vandalismus und die Zahl der Rechtsbrüche am „Kulti“ an. Im Hauptausschuss erhielt er dafür keine Mehrheit. Gegen die Schließung hatte sich jüngst die Wählergruppe „Frischer Wind“ ausgesprochen und stattdessen ein Freizeit-Konzept für die Jugend gefordert.

Antrag von „Neue Liste – Die Partei“

In der jüngsten Stadtverordnetensitzung kündigte Sascha Riedel (Die Partei) den Antrag seiner Fraktion an, den Bürgermeister aufzufordern, derartige Aktivitäten wie Beendigung des Mietvertrages und Schließung der Disco einzustellen. Und zwar so lange, bis die Stadtverordneten erneut ausgiebig über das Thema diskutiert haben. Dies schließe auch die Debatte über die benachbarte Freilichtbühne ein.

Im Februar auf der Tagesordnung

Auf die Tagesordnung kommt dieser Antrag erst im Februar, doch dann soll die Verwaltung aufgefordert werden, „zur Lösung der unzweifelhaft vorhandenen Probleme“ Gespräche mit dem Betreiber und den Sicherheitsbehörden zu führen, um die Gewerbeordnung der Stadt durchzusetzen und eine Kostenschätzung für die Sanierung der Freilichtbühne vorzulegen.

In einem fast theatralischen Vortrag begründete Riedel die Existenzberechtigung des „Kulti“. „Es ist ein Ort, an welchem die Jugendlichen sich, ihre Sexualität und andere Verhaltensweisen ausprobieren können“, sagte er. Dass es dabei zu Grenzüberschreitungen komme, sei ein altes Problem, dem angemessen begegnet werden müsse. Den Ort zu schließen und die Jugendlichen „heimatlos“ zu machen, sei überhastet.

Sascha Riedel (Die Partei). Quelle: Elinor Wenke

Mit einem Grinsen verwies Riedel darauf, dass sich seit 30 Jahren die häusliche Gewalt reduziert habe, da die Jugendlichen samstagnachts dem Streit mit den Eltern ausweichen könnten und im „Kulti“ aufgefangen würden. Und: „Ich bitte zu berücksichtigen, dass circa ein Drittel der Trebbiner im ,Kulti’, seiner direkten Umgebung oder zumindest im Zusammenhang mit dem ,Kulti’ gezeugt wurden, so auch ich“, erklärte Riedel. Für ihn sei es bedrückend, dass sich die Stadt zwar einen Senioren-Ausschuss leiste, aber kein Gremium für die Bedürfnisse der Jugend.

Unterschiedliche Interessen

„Man kann das lustig finden, aber dafür ist die Sache zu ernst“, sagte Ralf Marschall (CDU) der MAZ. Als ehemaliger leitender Polizeibeamter weiß er um das komplexe Thema, um Betroffene und Beteiligte und um unterschiedliche Interessen. „Man sollte eine Debatte ergebnisoffen angehen und nicht Resultate verkünden und dann erst die Diskussion in Gang setzen“, sagte er. „Wir müssen mit den einzelnen Partnern sprechen, dann bewerten und eine Lösung vorschlagen.“

Gespräch mit dem Betreiber

„Das Gespräch mit dem Betreiber haben wir inzwischen geführt“, sagte Berger der MAZ. „Zum einen wollen wir ab 2020 mit Ordnungsamt und Polizei vor Ort prüfen, wie das Jugendschutzgesetz eingehalten wird. Zum anderen habe ich Herrn Seifert ans Herz gelegt, die Qualität der Veranstaltungen zu erhöhen und vielleicht öfter eine Ü-30-Party zu veranstalten.“

Seifert: „An der Realität vorbei“

Für Frank Seifert selbst ging das Gespräch „an der Realität vorbei“. „Ich verstehe, wenn sich Anwohner von lärmenden Jugendlichen belästigt fühlen, aber das hat nichts mit unserer Disco zu tun. Ich finde sogar, es ist ruhiger geworden, weil sich etliche Jugendliche von ihren Eltern fahren lassen und nicht zum Bahnhof laufen“, so Seifert. Er will zunächst an seinen Veranstaltungen festhalten, mit denen er rund 400 Leute anlockt.

Von Elinor Wenke

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