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Trebbin Umstrittene Zukunft der Disco „Kulti“
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14:34 26.11.2019
Im Trebbiner „Kulti“ finden seit Jahren regelmäßig Disco-Veranstaltungen statt. Quelle: Hartmut F. Reck
Trebbin

Die Zukunft der Discothek „Kulti“ im Trebbiner Schützenhaus erregt derzeit die Gemüter: Die Immobilie und das Grundstück gehören der Stadt; betrieben wird die Disco von Frank Seifert, einem „Ur-Trebbiner“, wie er selbst sagt. Bürgermeister Thomas Berger (CDU) will den Mietvertrag mit dem Betreiber am liebsten kündigen, erhielt aber im Hauptausschuss der Stadtverordneten, der auch über Verträge entscheidet, dafür keine Mehrheit.

In der Stadtverwaltung tagt der Hauptausschuss. Er gab kein grünes Licht für die Schließung des „Kulti“. Quelle: Elinor Wenke

Berger hatte bereits im August sein Vorhaben im Bau- und Ordnungsausschuss angekündigt. Er beklagt den zunehmenden Vandalismus und die Zahl der Rechtsverstöße in der Stadt, schwerpunktmäßig am „Kulti“. „Seit über 20 Jahren wird die Disco dort betrieben, aber in letzter Zeit gibt es ständig Beschwerden über Randale, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Lärmbelästigung und Zerstörungswut“, sagte er gegenüber der MAZ. Der Höhepunkt sei jüngst der Machetenangriff eines Besuchers gewesen. „Die Spirale der Gewalt nimmt immer mehr zu“, so Berger. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Menschen dort nicht mehr sicher sind und verletzt werden.“ Dem Betreiber selbst schiebt Berger nicht die Hauptschuld zu. „Es sind auch nicht die Trebbiner Jugendlichen, sondern Typen aus Berlin, die mit dem Zug anreisen und schon betrunken sind“, beklagt er. „Wenn das ,Kulti’ zum Magneten für solche Idioten wird, muss man einen Riegel vorschieben“, so Berger.

„Frischer Wind“ hält dagegen

Der Mietvertrag läuft derzeit unbefristet mit einer Kündigungszeit von einem Jahr. Berger wollte vorsorglich zum Jahresende kündigen, doch innerhalb der Stadtverordneten regt sich Widerstand. Die neue Wählergruppe „Frischer Wind“, die auch in der Stadtverordnetenversammlung als Fraktion vertreten ist, wirbt in ihrem Internetauftritt unter dem Motto „Neu denken statt schließen“ um Augenmaß und spricht sich gegen die Schließung des „Kulti“ und den Abriss der benachbarten Freilichtbühne aus.

„Der Wegfall eines zentralen Anlaufpunktes für den Samstagabendtanz scheint der einfachste Weg zu sein“, erklärt Hendrik Bartl (parteilos), der auch Stadtverordneten-Vorsitzender ist, im Namen der Wählergruppe. „Aber das ist keine Lösung. Denn mit der Schließung des ,Kulti’ werden sich wieder mehr Jugendliche in versteckte Ecken verkriechen.“ Der „Frische Wind“ fordert daher seitens der Verwaltung eine nachhaltige Betrachtung und ein Konzept, welche Möglichkeiten Jugendlichen für ihre Freizeitgestaltung geboten werden können.

Streetworker gefordert

Angesichts geschlossener Jugendclubs sei es nicht verwunderlich, dass Orte wie Bahnhöfe oder Parks in den Fokus rücken, die Vermüllung zunimmt und Drogen zum Thema würden, so Bartl. „Wir halten die offene Jugendarbeit in der Stadt für absolut notwendig. Die Wählergruppe fordert öffentliche Jugendclubs und einen Streetworker für Trebbin.

Betreiber will weitermachen

Disco-Betreiber Frank Seifert will an seinen Veranstaltungen gern festhalten. Jeden Sonnabend zieht er damit rund 400 junge Leute an. Er versteht die ganze Aufregung nicht. „Die Leute kommen aus Berlin, weil es bei uns kostengünstig ist und dass die Gewalt zugenommen hat, kann ich nicht bestätigen“, sagt der 49-Jährige. Sein Personal bemühe sich um Sicherheit und Ordnung. Seifert ist an einem guten Miteinander mit der Stadt interessiert. „Ich kooperiere auch mit Gymnasien und Oberstufenzentren“, sagt er. Kritisch merkt er an: „Im Vorfeld hat niemand mit mir gesprochen. Dass der Mietvertrag gekündigt werden sollte, habe ich aus der Zeitung erfahren.“

Berger sucht das Gespräch

Bürgermeister Berger sucht nun das Gespräch mit dem Betreiber. „Wir müssen darauf drängen, dass gesetzliche Vorschriften eingehalten werden“, so Berger. „Vielleicht kann man auch die Rahmenbedingungen ändern.“ Die Vorschläge vom „Frischen Wind“ seien generell zu begrüßen. „Aber ein Streetworker löst nicht das generelle Problem“, so Berger.

Von Elinor Wenke

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