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Trebbin Neue Ausstellung in der Heimatstube Trebbin
Lokales Teltow-Fläming Trebbin Neue Ausstellung in der Heimatstube Trebbin
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17:08 08.08.2019
Trebbiner und Lüdersdorfer haben die neue Ausstellung gemeinsam gestaltet. Quelle: Margrit Hahn
Trebbin

In der Trebbiner Heimatstube wird am Sonntag um 14 Uhr eine neue Ausstellung eröffnet. Zum Thema „30 Jahre Mauerfall am Beispiel der beiden Trebbiner Großbetriebe, der GPG und der AGT“ haben die Heimatvereine Trebbin und Lüdersdorf zum ersten Mal zusammen eine Ausstellung gestaltet. Während sich die Trebbiner mit der Geschichte der Gärtnerische Produktionsgenossenschaft (GPG) befasst haben, recherchierten die Lüdersdorfer zur Agrargenossenschaft Trebbin (AGT). Für die GPG kam mit dem Mauerfall das Aus, die AGT überstand die Wirren der Wende gut.

Berliner siedelten sich in Trebbin an

„Die ersten Gärtnereien gab es in Trebbin bereits 1898“, erzählt Burkhard Heinrich, Vorsitzender des Trebbiner Heimatvereins. Viele Gärtnereien aus Berlin siedelten damals nach Trebbin, da Wohnraum und Ländereien günstiger waren und die Verkehrsanbindung nach Berlin gut war. Im Adressbuch von 1911 findet man in Trebbin 20 Gärtnereien, 1927 waren es 22 und 1962 dann 26. So wurde Trebbin jahrzehntelang als Blumenstadt bezeichnet.

1,22 Mark Stundenlohn

1960 begann die Zwangskollektivierung der privaten Gärtnereien in die GPG „Blumenstadt“ Trebbin. Der Kreis Luckenwalde hat den privaten Gärtnern Protokolle unterschreiben lassen, in denen der Wert der jeweiligen Gärtnereien aufgelistet war. So wurde bei Klara Bischoff, die ihre Gärtnerei in der Zossener Straße betrieb, ein Wert von 90.252 Deutsche Mark veranschlagt. Bekommen hat sie davon nichts.

Wer in der GPG arbeitete erhielt 1960 einen Stundenlohn von 1,22 Mark, ein gelernter Gärtner mit langjähriger Erfahrung 1,45 Mark. 169 Mitarbeiter waren zu GPG-Zeiten auf einer Gewächshausfläche von 64.647 Quadratmeter tätig. Mit dem Mauerfall kam das Aus. Gegen Billigblumen aus Holland kam die GPG nicht an. Es kam zur Gesamtvollstreckung, die GPG war Pleite, die Mitarbeiter arbeitslos.

Bauern wurden zwangskollektiviert

Im Gegensatz zur GPG hat es die AGT geschafft, sich zu behaupten. Anfang der 1950er Jahre wurden private Bauern vom Staat zwangskollektiviert. Später wurden LPGen aus Trebbiner Orten im Bereich Tier- und Pflanzenproduktion zusammengelegt. Das Ursprungsunternehmen für die Agrargenossenschaft Trebbin war die LPG Pflanzenproduktion. Am 1. November 1990 fand die Gründungsversammlung der Agrargenossenschaft Trebbin statt.

Das erste Wirtschaftsjahr war geprägt von turbulenten Anpassungsmaßnahmen. Die Banken hatten die Kredite gekündigt, der Absatzmarkt war völlig zusammengebrochen und es mussten Pachtverträge mit den Bodeneigentümern abgeschlossen werden. Viele Mitarbeiter verließ das Unternehmen. Am 1. Juli 1990 waren 852 Mitglieder in der LPG, davon erklärten 124 ihren Beitritt zur Genossenschaft.

Viele Besucher erwünscht

Heute zählt die AGT rund 150 Mitarbeiter. Die beiden Vorstände Uwe Mertin und Thomas Gäbert leiten die Geschicke des Unternehmens. Neben Tier- und Pflanzenproduktion gehören Dienstleitungen wie Lackierung, Werkstatt, Hotel und Kantine zum Unternehmen.

Die Details zur AGT zeigt die Ausstellung. Burkhard Heinrich vom Trebbiner Heimatverein und der Lüdersdorfer Chronist Jörg Roschlau wünschen sich viele Besucher zur Eröffnung. „Da zur gleichen Zeit auch die neue Drehleiter eingeweiht wird, können alle anschließend zu uns in die Heimatstube kommen“, so Heinrich.

Von Margrit Hahn

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