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Trebbin 2000 Kilometer mit Oldtimern unterwegs
Lokales Teltow-Fläming Trebbin 2000 Kilometer mit Oldtimern unterwegs
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18:51 25.09.2019
Die Trebbiner sind mit Feuerwehrfahrzeugen von Hans-Peter Salzger nach Österreich gefahren Quelle: Margrit Hahn
Lüdersdorf

Erleichtert steigen Hans-Peter Salzger und seine 16 Mitstreiter aus den Feuerwehr-Oldtimern. Alles hat gut geklappt, doch die lange Rückfahrt steckt vielen noch in den Gliedern. Insgesamt 29 Stunden waren sie von Österreich nach Lüdersdorf unterwegs. Einen Zwischenstopp hatten sie in der Nähe von Regensburg eingelegt. Bis auf zwei Räder, die an der Drehleiter und am Tanklöschfahrzeug (TLF) gewechselt werden mussten, gab es keine Panne.

In der vergangenen Woche waren die Trebbiner nach Eibiswald in die Steiermark aufgebrochen. Dort hatten sie mit den historischen IFA-Fahrzeugen an einem Feuerwehrfest teilgenommen und für Aufsehen gesorgt, denn so alte DDR-Feuerwehrfahrzeuge haben die steirischen Kameraden noch nicht zu Gesicht bekommen. Die Trebbiner schafften es sogar, in die dortige Zeitung zu kommen. Und das nicht nur wegen der Oldtimer, sondern auch wegen der Geschichte.

Der W50 mit Drehleiter war das erste Feuerwehrfahrzeug, das Hans-Peter Salzger in seinem Besitz hatte. Quelle: Margrit Hahn

„Mein Vater Johann war gebürtiger Österreicher und ist nach dem Krieg in Ostberlin geblieben“, berichtet Hans-Peter Salzger. Als Berlin bombardiert wurde, hat man Johann Salzger ins Lazarett nach Blankensee gebracht. Später fand er hier die Liebe fürs Leben. Der Kontakt zur Verwandtschaft nach Österreich war nie abgerissen. Als ihn sein Cousin anrief und mitteilte, dass es in Eibiswald eine Feuerwehrsegnung geben würde, entschied der Trebbiner, daran teilzunehmen.

Arbeiten an den Fahrzeugen seit Januar

Als Sammler alter Feuerwehrfahrzeuge stand für ihn fest, dass er nicht alleine zu diesem Fest fahren würde, sondern in Begleitung seiner Freunde. Gemeinsam haben sie schon verschiedenen Touren unternommen. So waren sie vor Jahren auch in der Trebbiner Partnerstadt Weil am Rhein sowie bei einer Feuerwehrweltmeisterschaft am Großglöckner.

Hans-Peter hatte immer schon den Wunsch, mit seiner privaten Oldtimer-Flotte in die Heimat seines verstorbenen Vaters zu reisen. Diese Gelegenheit bot sich jetzt. Doch in den vergangenen Jahren standen die einstigen Einsatzfahrzeuge, die nicht mehr offiziell im Dienst sind, mehr oder weniger herum. Für die Tour nach Österreich mussten sie wieder flott gemacht werden. Seit Januar haben Hans-Peter Salzger, der in Trebbin eine Elektrofirma betreibt und seine Freunde in jeder freien Minute geschraubt.

Dieser Barkas stand früher im Dienst der Trebbiner Feuerwehr. Quelle: Margrit Hahn

„In Österreich freute man sich sehr über unseren Besuch. Der Bürgermeister kam für die Unkosten auf, sowohl für die Verpflegung als auch für die Unterkunft“, so Salzger. Beim Feuerwehrfest hatte der Pfarrer, so wie es dort Tradition ist, dass neue Fahrzeug mit Weihwasser gesegnet. Da wollten die Trebbiner in nichts nachstehen. Sie hatten ihr Tanklöschfahrzeug mit Wasser gefüllt und damit das neue Feuerwehrauto der steirischen Kameraden besprüht.

Sieben Fahrzeuge

Die Oldtimer-Flotte bestand aus sieben Fahrzeugen und insgesamt 17 Personen, darunter zwei Frauen. „Die Frauen haben den ganzen Haufen zusammengehalten“, sagt Peter Lemke lachend. Der 79-jährige Veterinärmediziner aus Thyrow war der Älteste in der Gruppe. Während er nach der langen Fahrt erstmal verschnaufen kann, musste Hans-Peter Salzger am Mittwoch bereits wieder arbeiten. Er konnte inzwischen auch seinen Sohn Toni für sein Hobby begeistern.

Toni Salzger hat die Tour ebenfalls begleitet und interessiert sich für die Oldtimer seines Vaters. Der 36-Jährige ist Luftfahrttechniker und wohnt in Blankensee. Eigentlich hätte er gleich im Nachbarland bleiben können, denn Ende der Woche fährt er mit seiner Familie in den Urlaub – sein Ziel ist Österreich.

Dieser W50 diente den Trebbiner während der Fahrt nach Österreich als Versorgungsfahrzeug. Quelle: Margrit Hahn

„Wir haben schon die nächste Einladung erhalten. In zwei Jahren zum 150-jährigen Bestehen der Wehr sollen wir wiederkommen“, berichtet Salzger. Die meisten, wie Mike Primus aus Rehbrücke, würden es begrüßen. Der 74-jährige vom Verein der Freunde der Industriegeschichte Ludwigsfelde war der älteste Fahrer im Konvoi und fuhr das Tanklöschfahrzeug. Damit konnte er wie alle anderen im Schnitt nur 70 Kilometer pro Stunde auf der Autobahn fahren. Doch auch Barkas, Wartburg, Gerätewagen, Löschfahrzeug und Drehleiter waren nicht schneller.

Nach der Ankunft in Lüdersdorf wurden die Fahrzeuge in Reihe angestellt. Quelle: Margrit Hahn

Die alte Handdruckspritze aus dem Jahr 1913 und die Lanz Bulldogs von Dietmar Schulze aus Lüdersdorf befanden sich auf einen Anhänger, ansonsten hätte es sich auf der Autobahn wohl noch mehr gestaut. Doch trotz Verkehrsbehinderung haben Lkw-Fahrer gewunken und sich gefreut, als sie die Trebbiner mit ihren historischen Fahrzeugen gesehen haben. „Wir haben überall Werbung gemacht. Auf den Fahrzeugen steht ja Trebbin drauf“, fügt Salzger hinzu. Sein erstes Feuerwehrfahrzeug war die Drehleiter, die er 1991 anschaffte. Ursprünglich wollte er lieber ein Tanklöschfahrzeug. Nachdem er die Drehleiter in Besitz hatte, klappte es auch mit dem TLF.

Von Margrit Hahn

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