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Trebbin Wenn der Hammer auf den Amboss fällt
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02:23 17.05.2018
Eberhard Muskulus in seiner Werkstatt in Lüdersdorf, in der vor ihm elf Schmiede gearbeitet haben. Quelle: Margrit Hahn
Lüdersdorf

Eberhard Muskulus liebt den hellen, schallenden Klang, wenn der Hammer auf den Amboss fällt. Auch mit 89 Jahren kann er es nicht lassen, in seiner Schmiede zu arbeiten. Seit 18 Jahren ist er eigentlich schon im Ruhestands-Alter, doch nach wie vor hört man ihn klopfen und hämmern. Momentan ist er dabei, einen Zaun für seinen Vorgarten zu fertigen. „Das macht mir Spaß“, sagt der Schmiedemeister, dessen Schmiede 1684 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Schmiedehandwerk während des Weltkriegs gelernt

Ursprünglich gehörte die Schmiede seiner Schwiegermutter, die diese von ihren Eltern übernommen hatte. Eberhard Muskulus, der in Gadsdorf aufwuchs, erlernte in Saalow während des Krieges das Schmiedehandwerk. Als Geselle wechselte er zu Schmiedemeister Fakler nach Lüdersdorf. Dort lernte er seine Frau Ursula kennen.

1956 übernahm er die Schmiede und führte in Lüdersdorf und in den Nachbarorten Reparaturen an Ackergeräten und Landmaschinen durch. In den 50er Jahren setzte sich noch einmal auf die Schulbank und absolvierte einen viermonatigen Lehrgang zum Hufschmied und lernte außerdem noch den Brunnenbau.

1960: Verstaatlichung und LPG

Seit 1954 hat er den Meisterbrief in der Tasche. 1960 mit Beginn der Verstaatlichung und dem Aufgehen in einer LPG endete das private Schmiedehandwerk für ihn. „Ich habe 30 Jahre nicht in meiner eigenen Werkstatt gearbeitet“, bedauert Eberhard Muskulus.

15 Jahre lang leitete er die Werkstatt in Klein Schulzendorf, weitere 15 Jahre gab er polytechnischen Unterricht. Die Mädchen und Jungen kamen aus den Schulen in Blankensee und Trebbin. „Mit den Schülern zu arbeiten, hat mir gut gefallen“, erzählt der Schmied. Im Unterricht wurden Dinge wie Rasenmäher oder Pumpen hergestellt, die in der Produktion benötigt wurden.

Neustart mit privater Schmiede nach der Wende

Nach der Wende musste sich der Schmiedemeister neu orientieren. Sogar mit einem gebrochenen Bein fuhr er nach Luckenwalde, um sein Gewerbe anzumelden. Endlich wurde sein Traum, in seiner eigenen Werkstatt zu arbeiten, wieder wahr.

Eberhard Muskulus hat es nie bereut, dass er Schmied geworden ist. Wobei er eigentlich lieber Feinmechaniker geworden wäre, so wie sein Cousin. Allerdings wäre die Ausbildung in Berlin gewesen. „Wie hätte ich da hinkommen sollen? Ich hatte ja nur mein Fahrrad“, sagt Muskulus.

Nur Schweißen nicht erlaubt – wegen Herzschrittmacher

Solange es gesundheitlich möglich ist, werkelt er allein. Nur fürs Schweißen braucht er Hilfe. Mit seinem Herzschrittmacher darf er diese Arbeit nicht mehr verrichten. „Beim Schweißen hilft mir mein ehemaliger Geselle. Alles andere mache ich selbst“, so Muskulus. Auch die Pläne für seinen neuen Vorgartenzaun hat er selbst entworfen. Seine Kinder hatten ihm geraten, einen fertigen Zaun zu kaufen, doch solange Eberhard Muskulus den Hammer noch schwingen kann, macht er weiter.

Aufträge nimmt er allerdings längst nicht mehr an. Das, was er jetzt fertigstellt, ist nur für den eigenen Bedarf. Um so mehr freut er sich, wenn er dann seinen neuen Vorgartenzaun Marke Eigenbau bewundern kann. Von seinen drei Kindern, sechs Enkeln und drei Urenkeln will keiner die Schmiede und die Werkstatt übernehmen.

Von Margrit Hahn

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