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Teltow-Fläming Umschlagplatz für 150 000 000 Eier
Lokales Teltow-Fläming Umschlagplatz für 150 000 000 Eier
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05:01 05.01.2017
Mit einer vollautomatischen Sortier- und Verpackungsmaschine erhöhte der Geflügelhof im vorigen Jahr seine Kapazität deutlich.
Mit einer vollautomatischen Sortier- und Verpackungsmaschine erhöhte der Geflügelhof im vorigen Jahr seine Kapazität deutlich. Quelle: Margrit Hahn
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Ahrensdorf

Der Löwendorfer Geflügelhof ist seit 25 Jahren eine GmbH und seit 85 Jahren in Familienhand. 1932 gründeten Lottchen und Alfred Wiesecke einen Hühnerhof in Löwendorf. Sie produzierten Bruteier und hatten bereits einen elektrischen Brutapparat. An Spitzentagen verkauften sie bis zu 200 Eier in der Region und bis nach Berlin.

Wenn sie das moderne Unternehmen heute sehen könnten, würden sie aus dem Staunen kaum herauskommen. Vor allem dürfte sie freuen, dass es noch immer in Familienhand ist. Das war nicht immer so. Waltraud und Manfred Porrmann führten den Betrieb nach dem Weltkrieg. In den 1950er Jahren hatten sie ihn ausgebaut und um die Junghennenaufzucht erweitert. Dann kam die Verstaatlichung. In der Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft blieben die beiden Geflügelzuchtmeister in leitender Position tätig. Ihre Tochter Anette Gensch hat den Betrieb zusammen mit ihrem Mann Marian 1991 aus der Liquidationsmasse zurückgekauft und starteten am 1. Januar 1992 neu als GmbH.

Anette und Marian Gensch . Quelle: Margrit Hahn

Von Anfang an setzten Anette und Marian Gensch nicht nur auf Direktvermarktung, sondern auf den Lebensmittelgroß- und Einzelhandel. Heute beliefern sie Supermärkte wie Aldi, Netto und Norma – von Rostock über Schleswig-Holstein bis Dresden und Leipzig. Drei Mitarbeitern sind regelmäßig auf dem Berliner Großmarkt tätig. Neben weißen und braunen Hühnereiern aus Bio-, Freiland- und Bodenhaltung werden auch Wachteleier und Puteneier angeboten. „Die Puteneier, die im Schnitt 120 Gramm wiegen, sind auf dem Großmarkt sehr gefragt“, sagt Anette Gensch.

1,9 Millionen Eier kommen jährlich aus der Produktion. „Von den eigenen Eier allein könnten wir aber nicht existieren“, sagt die Geschäftsführerin. Deshalb werden Eier zugekauft. Insgesamt 150 Millionen Eier werden am Standort in Ahrensdorf sortiert, verpackt und ausgeliefert. Im vergangenen Jahr wurde, um die Mitarbeiter zu entlasten, eine Maschine angeschafft, mit der 108 000 Eier in der Stunde sortiert und verpackt werden können. Knapp eine Million Euro wurden investiert. Vier Beschäftigte waren dafür in Holland, um sich schulen zu lassen. Neueinstellungen waren die Folge der Investition.

Blick in die Verpackungsabteilung. Quelle: Margrit Hahn

„Ohne unsere Mitarbeiter könnten wir das alles nicht schaffen“, stellt Marian Gensch fest. Die meisten sind schon seit Jahren dabei. Michaela Schnabel, gelernte Geflügelzüchterin, sogar von Anfang an. „Sie hält uns jetzt seit 25 Jahren die Treue“, stellt Anette Gensch fest. Für die Belegschaft gibt es eine interne Feier zum Jubiläum und für die Luckenwalder Tafel stellt das Ehepaar 60 Kisten mit frischen Eiern zur Verfügung. „Unser Unternehmen ist nach dem Internationalen Food Standard zertifiziert“, sagt die Diplom-Agrar-Ingenieurin , die seit sechs Jahren Vorsitzende des Geflügelwirtschaftsverbandes Brandenburg ist. Sie lobt die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Nuthe-Urstromtal und dem Landkreis.

Daten und Zahlen zum Unternehmen

Der Löwendorfer Geflügelhof besteht als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) seit 1992.

Anette Gensch leitet den Betrieb, den ihre Großeltern gründeten, heute in dritter Generation.

39 Mitarbeiter zählt das Unternehmen derzeit.

1,9 Millionen Eier werden pro Jahr am Standort produziert.

150 Millionen werden im Jahr insgesamt in Ahrensdorf sortiert, verpackt und verkauft.

Übrigens werden die meisten Eier nicht Ostern, sondern zu Weihnachten verputzt. Auch Anette und Marian Gensch haben von Eiern noch lange nicht genug.

Von Margrit Hahn