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Teltow-Fläming Unterschiede bleiben bestehen
Lokales Teltow-Fläming Unterschiede bleiben bestehen
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21:00 07.03.2014

Nach einer Untersuchung in Dahme-Spreewald liegt der Anteil von Frauen im Bereich des Niedriglohnsektors höher als der der Männer, beim höheren Einkommen sei die Diskrepanz noch deutlicher – zu Ungunsten der weiblichen Beschäftigten.

„Viel zu wenig Frauen sind in Führungspositionen“, sagt Christiane Witt, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Teltow-Fläming. Auch ungleiche Bezahlung sei weiterhin ein Thema. „Wir müssen jungen Frauen frühzeitig bei der Berufsorientierung helfen“, fordert deshalb Elke Voigt, Gleichstellungsbeauftragte von Dahme-Spreewald. Wenn Frauen auch in technischen Berufen mehr Fuß fassen würden, wäre auch ein Schritt getan, um der Altersarmut von Frauen vorzubeugen. Auch der Ausbau von Kita-Plätzen müsse vorangetrieben werden, so Christiane Witt, „ denn Arbeiten funktioniert besser, wenn man die Kinder gut aufgehoben weiß.“

Einen höheren Frauenanteil würde sich Elke Voigt auch in der Kommunalpolitik wünschen. „Man muss allen Frauen Mut machen, selbst mitzumischen“, sagt sie, da man so mehr frauenpolitische Themen auf die Agenda rücken könne. Frauen – insbesondere Seniorinnen – würden sich eher in anderen Ehrenämtern engagieren, und so einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft leisten, sagt Christiane Witt. „Es gibt unglaublich viele tolle Frauen im Kreis, die sich überall mit einbringen und Dinge auf die Beine stellen“, lobt sie.

Von Nadine Pensold

Wir stellen einige Frauen in Führungspositionen vor.

Beate Burgschweiger ist die einzige Bürgermeisterin im Landkreis Dahme-Spreewald

Es hat harmlos angefangen, damals, als Beate Burgschweiger 1999 von Dresden nach Zeuthen zog. Quasi auf dem Weg hatte sie ihren Mann kennengelernt, eine Familie sollte gegründet, ein Haus gebaut werden. „Wir wurden schnell heimisch“, erinnert sich die heutige Bürgermeisterin von Zeuthen.
Das kam vor allem deshalb, da sie überall irgendwie mitmischte, schließlich nicht nur Vereine besuchte, sondern selbst einen gründete. Schnell lag es da irgendwie auf der Hand, sich für den obersten Platz im Rathaus zu bewerben. Als Stadtplanerin mit BWL-Studium hatte sie die besten Voraussetzungen dafür.
Heute ist sie die einzige Bürgermeisterin im Landkreis Dahme-Spreewald. „Ich werde aber absolut gleich behandelt“, sagt die SPD-Politikerin.

Mechthild Mews leitet die Scholl-Grundschule Jüterbog
Mechthild Mews leitet die Geschwister-Scholl-Schule in Jüterbog. „Im 20. Dienstjahr“, sagt sie. Gleich nach ihrem Studium in Potsdam kam sie 1978 nach Jüterbog und hat angefangen zu unterrichten.
Seit 1982 ist sie an der Scholl-Schule, in der sie aktuell für 20 bis 22 Kollegen und für 317 Grundschüler verantwortlich ist. Die unterrichtet sie auch selbst. Deutsch, Mathematik, Kunst, Sachunterricht und Sport sind die Fächer. Musik nicht, „dabei hat ausgerechnet meine Schule ein musisches Profil“, sagt sie und betont, wie wichtig das für die Kompetenzentwicklung der Kinder ist und schwärmt von den Kolleginnen, die Musik und Tanz unterrichten. „Das ist toll anzusehen.“ Von Eltern wünscht sie sich das Bewusstwerden, „dass wir sie in ihrer Erziehungs- und Bildungsarbeit unterstützen“.

Michaela Schreiber ist Bürgermeisterin der Stadt Zossen
In Michaela Schreibers Büro hängen Boxhandschuhe, die sie an die mühsam erkämpfte Akzeptanz ihrer Person an der Zossener Verwaltungsspitze erinnern. „Mittlerweile herrscht zwar ein anderes Klima, aber als ich 2004 Bürgermeisterin wurde, stellte ich für viele Männer ein großes Problem dar. Ich war damals 32 Jahre alt und erschien manchen als klein, jung und blond“, sagt Schreiber über ihren Amtsantritt. Tatsächlich habe sie sich aber nicht davon beeindrucken lassen und „mühsam für den Erfolg gekämpft“.
Die 1971 in Zossen geborene Juristin lernte das politische Handwerk beim Studium in Trier Anfang der 1990er Jahre, wo sie in der Hochschulpolitik aktiv war. Schon damals engagierte sie sich als Parteilose.

Kristin Heinze-Galinsky leitet eine Auto-Werkstatt in Jüterbog
Wer weiß, welchen Beruf Kristin Heinze-Galinsky ergriffen hätte, wenn ihr Vater nicht Unternehmer gewesen wäre. So hat sie schon als Kind im Vulkanisierbetrieb Schläuche geprüft. „Ich hatte nie Angst, mir die Hände schmutzig zu machen. Ich hab auch Fußball gespielt“, sagt die zierliche Frau. Sie ist seit 2010 Chefin des Jüterboger Unternehmens Reifen-Heinze, zu dem vier Mitarbeiter und eine Kfz-Werkstatt gehören. In der hat die Tochter Kfz-Mechaniker gelernt. „Vati hat gleich gesagt, eine Frau sei als Mechaniker nicht zu gebrauchen.“ Körperlich schwere Arbeit ist trotz aller Technik zu leisten. So kam 2003 der Meisterbrief hinzu.

Wird Kristin Heinze-Galinsky, wie sie seit 2009 heißt, von den Männern immer akzeptiert? In der Lehrzeit war es sehr schwer. Zum Glück gab es noch ein Mädchen. „Beim Meisterlehrgang war es kein Problem mehr“, sagt sie und erzählt, dass es in der Werkstatt vorgekommen ist, dass ein Mann ihrem Vater gesagt hat: „In meinem Auto hat noch nie eine Frau am Steuer gesessen, und das soll so bleiben. Vati hat gesagt, dass er das nicht garantieren könne.“ Heute ist das überhaupt kein Thema mehr.

Dietlind Biesterfeld aus Blankenfelde ist Richterin und Politikerin
Blankenfelde–  Schon als Kind war der Weg von Dietlind Biesterfeld vorgezeichnet: „Als Dreijährige habe ich mit Aufklebern gespielt, auf denen ,Willy wählen’ stand“, erinnert sie sich. Schon die Mutter war Sozialdemokratin mit ganzem Herzen. Mit 17 trat die Tochter in die SPD ein. Ein Jahr in den USA hatte den Ausschlag gegeben. „Ich wollte nicht, dass sich unsere Gesellschaft so auseinanderentwickelt wie unter Ronald Reagan in den 80er- Jahren“, sagt die 45-Jährige.

Sie selbst bezeichnet sich als Migrantin. Geboren in Münster, aufgewachsen in Schleswig-Holstein, zog es sie zum Jurastudium nach West-Berlin. Nach dem Mauerfall zog es sie in den Osten, zunächst nach Suhl, dann viele Jahre nach Berlin-Friedrichshain. „Ich fand es spannend, wie sich die Menschen umorientieren.“ Seit 2003 ist Dietlind Biesterfeld in Blankenfelde sesshaft. Hier lebt sie mit ihrem Mann und den beiden gemeinsamen Kindern. Am Berliner Landgericht erheben sich Angeklagte vor ihr, wenn sie in der Richterrobe den Raum betritt. Damit könnte es bald vorbei sein, sofern Dietlind Biesterfeld nach der Wahl im September in den Brandenburger Landtag einzieht.

Britta Marx leitet ein Baustoff-Unternehmen in Luckenwalde
Brita Marx führt seit zwei Jahrzehnten erfolgreich eine Entsorgungs- und Baustoffunternehmen in Luckenwalde. Für ihr Engagement wurde die Luckenwalderin 2009 zur Unternehmerin des Landes Brandenburg gekürt.
1990 gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann eine Firma, die sich mit dem Abriss von Häusern befasst. Nach seinem Tod übernahm die Finanzökonomin 1994 die Firmenleitung allein. Sie hat es geschafft, sich in dieser männerdominierten Branche durchzusetzen. Derzeit hat die Brita Marx GmbH zehn Beschäftigte. In ihrem Auftrag sind einige hundert Container für Bauschutt in der Region unterwegs.
Ihr Bestreben ist es, so viele Materialien wie möglich erneut zu verwerten. Wenn ein Haus für den Abriss vorgesehen ist, wird vorher geprüft, ob alte Steine, Türen oder Balken wiederverwendet werden können.
Einen besonderen Abriss wird sie unter Garantie nicht vergessen. Für den berühmten Polanski-Film „Der Pianist“ wurde ein leer stehender Straßenzug in eine Trümmerlandschaft verwandelt. Ganz nach Plan hat Brita Marx mit ihren Leuten die Häuser in Schutt und Asche gelegt.

Sylvia Hoffman leitet den MAZ-Regionalverlag Dahmeland-Fläming
Sie ist eine waschechte Königs Wusterhausenerin und kann sich momentan auch nicht vorstellen, von hier wegzugehen. „Was ich jetzt mache, ist genau das, was ich wollte und was mir Spaß macht“, sagt Sylvia Hoffmann. Seit September des vergangenen Jahres ist die 34-Jährige Geschäftsführerin des neu gegründeten MAZ Regionalverlages Dahmeland-Fläming.
Sie verbringt täglich viele Stunden hinter ihrem Schreibtisch. Wenn die Kollegen schon zu Hause sind, brennt im Zimmer von Sylvia Hoffmann meist noch Licht. „Der Job ist anstrengend, aber auch schön“, sagt sie. Dabei ist sie sich durchaus bewusst, dass sie vielleicht im Leben auch etwas verpasst. Dinge, die ihr gegenwärtig aber nicht wichtig sind. Es ist der Beruf, die Aufgabe, die sie fesselt.
Ihre Karriere-Leiter führt steil nach oben. Die Schule hat sie in Königs Wusterhausen und Zeuthen besucht. Bei der MAZ ließ sie sich zur Verlagskauffrau ausbilden. Mit 25 studierte sie Publizistik an der FU Berlin. Hinterher wurde sie Geschäftsstellenleiterin beim Wochenspiegel, bis sie schließlich die Verkaufsleitung übernahm. Von hier erfolgte der Sprung zur Geschäftsführerin.

Kornelia Wehlan lenkt die Geschicke von Teltow-Fläming
Eigentlich ist die Landwirtschaft ihr Beruf. Kornelia Wehlan (52), verheiratet, zwei erwachsene Kinder, lernte zunächst Agrotechnikerin und studierte Pflanzenproduktion. Später wechselte die Agraringenieurin in die Politik, war aktiv bei SED, PDS, Die Linke.
Als Landtagsabgeordnete war die Landwirtschaft ihr Schwerpunkt. Bevor sie im vergangenen Jahr zum ersten weiblichen (und linken) Landrat Brandenburgs gewählt wurde, war sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Landtag.
Wäre sie dort geblieben, wäre sie vielleicht inzwischen Ministerin oder Fraktionsvorsitzende. Chefin wollte sie eigentlich nie sein. Nun steht sie selbst ganz vorn und hat etwa 850 Mitarbeiter unter sich. Es sei ihr immer um Verantwortung gegangen. Davon hat sie nun jede Menge.

Daniela Kerzel leitet die Fläming-Therme und das Freibad
Daniela Kerzel leitet seit acht Jahren die Luckenwalder Fläming-Therme und das Freibad Elsthal. Damit hat sie die Verantwortung für 50 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 1,5 Millionen Euro. Die diplomierte Betriebswirtin war bereits während ihres Studiums im Tourismus sowie im Kur- und Bäderwesen tätig.
Es war schon immer ihr Traum, Verantwortung für Menschen, den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens und damit die Sicherheit von Arbeitsplätzen zu übernehmen, erzählt die 41-Jährige. „Dass ich das heute in meinem Geburtsort, für meine Heimatregion und an der Trainingsstätte meiner Kindheit tun kann, ist doppelt schön“, sagt Daniela Kerzel. Sie ist außerdem Vorstandsvorsitzende des Luckenwalder Stadtmarketingvereins und die Vize-Vorsitzende des Tourismusverbandes Fläming.

Marlies Wegener leitet ein regionales Nissan-Netz
Wenigstens einmal im Monat fliegt Marlies Wegener nach Köln – dort tagt der deutsche Nissan-Händlerverband. Die Ludwigsfelderin ist die einzige Frau im fünfköpfigen Vorstand dieses ehrenamtlichen Gremiums. Hauptamtlich leitet die 54-jährige das Familienunternehmen Autohaus Wegener.
Längst expandierte das Autohaus von Ludwigsfelde aus nach Potsdam, Nauen und Berlin. Dort soll neben Spandau und Britz im April der dritte Wegener-Standort in der Hauptstadt öffnen. Mit im Boot sind Mann Bernd als Obermeister der Kfz-Innung Zossen, Sohn und Tochter. Wie Marlies Wegener das alles meist lächelnd schafft, weiß sie manchmal selbst nicht. Einmal pro Woche geht sie zum Pilateskurs, einmal pro Woche zum Friseur. „Und meine Mutter hält uns mit ihren 83 Jahren immer noch den Rücken frei.“

Vilma Trempler ist Chefin der Kreishandwerkerschaft
Dass sie einst Geschäftsführerin sein würde, war eher eine Gelegenheit als ein geplantes Ziel. Seit 2012 leitet Vilma Trempler die Kreishandwerkerschaft Teltow-Fläming in Jüterbog. Dabei begann die Luckenwalderin ihren Berufsweg zunächst ganz anders.
„Ich absolvierte eine Ausbildung als Heimerzieherin. Es war stets mein Traum, mit jungen Menschen zu arbeiten“, sagt sie. An ihrem damaligen Beruf gefiel ihr, anderen Menschen etwas mit auf den Weg geben zu können. „Genau betrachtet kann ich das noch heute“, sagt die 47-Jährige. Bei der Kreishandwerkerschaft ist sie seit 2009, leitete zunächst den Lehrbauhof und viele Bildungsangebote für Jugendliche. 2012 übernahm sie die Geschäftsleitung.
„Ich finde, viel mehr Frauen sollten sich so etwas trauen und ihre Berufserfolge besser wahrnehmen“, wünscht sie sich. „Familie und Beruf machen viele zu wahren Organisationstalenten.“

Annett Rothe ist Chefin der Raiffeisengenossenschaft (ohne Foto)
Anfang März hat Annett Rothe immer zweimal Grund zum Feiern: Am Vorabend des Frauentages hat die Niederlehmerin Geburtstag. Diesmal ist es der 49.
Zum ersten Mal geht sie in ihr neues Lebensjahr als Chefin der Raiffeisengenossenschaft in Friedersdorf. Die bisherige Hauptbuchhalterin übernahm die Geschäftsführung im Sommer, als ihr Vorgänger in den Ruhestand trat. „Ich habe mich auf meinem neuen Posten supergut eingelebt. Es war zwar eine Herausforderung. Aber mein nettes Team hat es mir leicht gemacht“, erzählt sie
Entspannung von ihrem langen Arbeitstag findet Annett Rothe in der Natur. „Ich liebe alles, das sich im Freien betreiben lässt“, sagt die Geschäftsführerin. Sie fährt in ihrer Freizeit gerne Fahrrad, springt in Badeseen und wandert. Im Urlaub kann es für sie gar nicht weit genug in die Welt hinaus gehen.

Martina Stoof ist Anwältin, Sportlerin und Mutter (ohne Foto)
„Wenn es in der Familie nicht funktioniert, dann reicht die Kraft für alles andere nicht aus“, sagt die Ludwigsfelder Anwältin Martina Stoof. „Mein Mann hält mir den Rücken frei.“ Anders wäre das Pensum, das sich die 39-jährige Mutter von drei Kindern (drei, acht und zwölfJahre) selbst auferlegt hat, gar nicht zu schaffen.
„Zuerst war mir der Sport unheimlich wichtig. Dann mein berufliches Fortkommen. Inzwischen ist es die Familie.“ Nationalspielerin im Beach-Volleyball, Aufbau einer Anwaltskanzlei – „das habe ich mir alles hart erarbeitet.“ Noch vor einem Jahr spielte sie in der zweiten Volleyball-Bundesliga. „Nun trainiere ich nur noch einmal die Woche. Man muss nun einmal Prioritäten setzen und schauen, was einem am Herzen liegt“. Beispielsweise die ehrenamtliche Arbeit für das Netzwerk Gesunde Kinder Teltow-Fläming. „Da kommt ganz viel zurück.“

MAZ

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