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Teltow-Fläming Vergiftetes Klima beim Klimaschutz
Lokales Teltow-Fläming Vergiftetes Klima beim Klimaschutz
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10:28 08.09.2017
Die Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) Teltow-Fläming hat schon mehrere PV-Großprojekte verwirklicht wie hier auf der Fläminghalle in Luckenwalde.
Luckenwalde

Viel Lob und Anerkennung hat der Landkreis Teltow-Fläming schon geerntet für seine Klimaschutzaktivitäten. So darf er sich sogar als „100-Prozent-Erneuerbare-Energien-Region“ bezeichnen, weil er sich dazu verpflichtet hat, alle fünf Jahre zehn Prozent Kohlendioxid (CO2) einzusparen und bis 2030 die Energieversorgung des Kreises gänzlich ohne CO2-Ausstoß zu gestalten.

Kreistagsabgeordnete fragen in Ausschüssen nach

Ein weiterer Schritt in diese Richtung sollte die Verpachtung von geeigneten Dachflächen kreiseigener Gebäude für Photovoltaik-Anlagen sein. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Kreistag Ende 2014. Es folgten sowohl ein Interessenbekundungs- als auch ein Markterkundungsverfahren in deren Ergebnis 14 Solarstrom-Dachanlagen realisiert werden sollten. Doch dann hörte man erst mal lange Zeit nichts von diesem Vorhaben. Bis kürzlich die Frage an die Verwaltung im Wirtschafts- und auch im Regionalausschuss laut wurde.

Kreis bricht Vertragsverhandlungen nach zwei Jahren ab

Denn inzwischen hatten die Kreistagsabgeordneten erfahren, dass die Verhandlungen mit den Anbietern von PV-Anlagen – zwei Jahre nachdem sie die Zuschläge erhalten hatten – abgebrochen worden waren. Und ohne den Kreistag, der ja die Verpachtung beschlossen hatte, darüber zu informieren. Dazu wollte sich Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) öffentlich nicht weiter äußern. Das sei eine äußerst komplizierte Materie, sagte sie, und versprach eine Erklärung im nächsten Kreisausschuss – aber im nichtöffentlichen Teil. Auf MAZ-Nachfrage sagte sie auch nicht mehr.

Vorarbeiten haben bei Anbietern hohe Kosten verursacht

Tatsache ist, wie zwei der vier übrig gebliebenen Anbieter bestätigten, dass die Verhandlungen mit ihnen abgebrochen wurden, worauf sie ziemlich ungehalten reagieren. Zumal „nach all den Gesprächen, Abstimmungen, Verhandlungen, technischen Überprüfungen, also nach all den Vorarbeiten, die uns auch hohe Kosten verursacht haben“, ärgert sich Sven Eppinger, Projektleiter bei der Firma Sunfarming aus Erkner, die für zehn Dächer den Zuschlag erhalten hatte.

„Unüberwindbare Differenzen“

Die Begründung für den Verhandlungsabbruch wegen „unüberwindbarer Differenzen“ sei aus seiner Sicht ebenso wenig nachvollziehbar wie die vorangegangenen und äußerst komplizierten Vertragsverhandlungen, bei denen das Rechtsamt ständig weitere Änderungen verlangt habe. „Wir machen das ja nicht zum ersten Mal“, sagt Eppinger, „und haben schon viele andere und viel größere Projekte zum Beispiel in Berlin mit unseren EEG-konformen Verträgen verwirklicht.“

Hier hat’s geklappt: Die Firma Sunfarming hat auf dem Verwaltungsgebäude des Flugplatzes Schönhagen eine PV-Anlage errichtet. Quelle: Hartmut F. Reck

Was mit dem Landkreis nicht klappte, funktionierte mit dessen Flugplatzgesellschaft Schönhagen zu den gleichen Vertragsbedingungen, die der Kreis als nicht konform mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kritisiert hatte. Die Schönhagener Sunfarming-Anlage erntet mehr Sonnenenergie als geahnt. Auch die Verkehrsgesellschaft des Kreises hat inzwischen mit einer anderen Firma ein PV-Projekt durchgezogen.

Ein Projekt wird demnächst verwirklicht

Nur mit der Kreisverwaltung selbst kam es bis auf zwei Ausnahmen zu keinem Vertragsabschluss. Davon hat ein Vertragspartner den Zuschlag an eine andere Firma abgegeben und die Chemnitzer Universal Energy will laut Firmenchef Gunter Moch „nach ziemlich aufwendigen Verhandlungen“ tatsächlich sein einziges Projekt in den nächsten Tagen in Angriff nehmen.

Reparatur in einem Tag, Antrag auf Dachbegehung einen Monat vorher

Auch die Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) Teltow-Fläming kam nicht zum Zuge. Sie hatte zwar nur zwei Zuschläge erhalten, aber genauso viel Ärger bei den Vertragsverhandlungen. Als Beispiel nennt BEG-Vorstand Detlev von der Heide, der zugleich SPD-Kreistagsabgeordneter ist, das Verlangen des Kreises, Reparaturen an der Anlage hätten innerhalb von 24 Stunden zu erfolgen, doch das Betreten des Daches sei mindestens einen Monat vorher zu beantragen.

Von Hartmut F. Reck

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