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Teltow-Fläming Verschnaufen in der „Kunstpause“
Lokales Teltow-Fläming Verschnaufen in der „Kunstpause“
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00:18 02.04.2017
Hartmut Fischer, Kerstin Heinze und Torsten Biet (v. l.) sind das Künstlerkollektiv, das sich mit der „Kunstpause“ einen Traum verwirklicht hat. Quelle: Uwe Klemens
Dahme

Der Lärm des Straßenbaus vor dem Dahmer Rathaus ist verschwunden. Spätestens mit dem Abräumen der letzten Bauzäune entdeckte, wer aufmerksam schaute, ein neues Angebot: Die Dahmer „Kunstpause“. Drei Dahmenser, geeint in der Liebe zur bildenden Kunst, zur Musik und zur Literatur, haben sie als Ort der Entspannung und der Begegnung geschaffen. Stück für Stück wächst mit dem Angebot auch der Zuspruch.

Das Ärgernis der Dauerbaustelle vor der Tür war der Auslöser für die Entstehung der „Kunstpause“. Denn die Inhaberin des Reisebüros, das dort vorher beheimatet war, gab auf und der Laden im Elternhaus von Torsten Biet stand leer. Wenige Monate zuvor hatte der Hobbymaler, der eigentlich Informatiker ist, bei Ausstellungen im Heimatmuseum Kerstin Heinze und Hartmut Fischer kennen gelernt, die, wie er, vom Malen und Zeichnen begeistert sind. Schnell war sich das Trio einig, den leerstehenden Laden zu einer Begegnungsstätte für Kunstinteressierte umzugestalten. Vor gut einem Jahr öffnete die „Kunstpause“ ihre Pforten. Bereits zur Auftaktveranstaltung „Lesung unter Freunden“, bei der alle drei aus ihren Lieblingsbüchern lasen, herrschte großer Andrang.

Die neue Galerie in der Dahmer Innenstadt. Quelle: Uwe Klemens

Die Liste der Veranstaltungen, die es in den Räumen seither gab, ist inzwischen lang und reicht von der Präsentation eigener Arbeiten bis zu Mal- und Zeichenkursen, kleineren Konzerten und Autorenlesungen. Auch außerhalb der eigenen Wände ist das Kunstpausen-Team als Künstlergruppe unterwegs. Bei der alljährlichen „Kunstruine“ in der Dahmer Schlossruine beispielsweise organisieren sie Einführungskurse für Schüler oder werben während des Dahmer Töpfermarktes und bei den Tagen der offenen Ateliers für die für sie schönste Freizeitbeschäftigung, die es für sie gibt: Die Welt aus der Künstlerperspektive zu erleben.

Spagat zwischen Kunst und Broterwerb

Dass der Spaß am Künstlerdasein spätestens dann getrübt wird, wenn man vom Ergebnis seiner Kreativität leben muss, wissen alle drei, die jeder auf seine Art den Spagat zwischen Kunst und Broterwerb bewältigten. Alle drei entdeckten bereits in ihrer Kindheit die Freude am Gestalten. Während Torsten Biet, mittlerweile 69, der Malerei zumindest in der Freizeit die Treue hielt, wurde der vier Jahre jüngere Hartmut Fischer Kunstlehrer und Malereidozent an der Volkshochschule, während sich Kerstin Heinze, mit 47 Lenzen die jüngste im Trio, für den Beruf der Kunsttherapeutin entschied. Dass Hartmut Fischer einmal ihr Lehrer war, ist eine Randepisode, auf die beide noch heute immer wieder angesprochen werden.

Auch der organisatorische und handwerkliche Aufwand, den das Betreiben einer Galerie und das Organisieren von Ausstellungen und Veranstaltungen erfordern, ist nicht zu unterschätzen. Eine Arbeitswoche alleine damit zu verbringen, die Bilder in der vergleichsweise kleinen Galerie ordentlich zu hängen, ist ein Luxus, den man nur als Künstler frei Haus bekommt.

Anschauen und gemeinsam darüber plaudern

Die Kunstpause ist derzeit an jedem ersten und dritten Mittwoch in der Zeit von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

Zu besichtigen sind abwechselnd Arbeiten des Künstlerkollektivs als auch anderer Künstler.

Zum Künstlergespräch lädt die Kunstpause jeden letzten Mittwoch im Monat ab 18.30 Uhr.

Eine Ausstellung der Berlinerin Jelena Trivic öffnet am 2. April und ist bis zum 22. April zu sehen.

„Aber wir wollen es auch nicht anders“, sagt Kerstin Heinze, die ihre Künstlerkollegen gerne als die „gute Seele“ bezeichnen, die das Projekt am Laufen hält. „Ohne die von Kerstins entworfenen Flyer, Plakate und Handzettel wären wir längst nicht soweit“, sagt Biet.

Wie gut sich die Kunstpause mittlerweile etabliert hat, beweisen auch die Anfragen von anderen Gruppen, die hier gerne zu Gast wären. Angedacht ist, dass die Gruppe der Kreistänzer hier künftig übt. Auch ein befreundeter Klarinettist möchte in der Kunstpause gerne ein kleines Ensemble gründen und sucht derzeit dafür noch Mitstreiter.

Von Uwe Klemens

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