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Teltow-Fläming Vertrieben vom Nehemia-Hof
Lokales Teltow-Fläming Vertrieben vom Nehemia-Hof
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08:39 20.09.2013
Der katholische Bauorden arbeitet auf dem Nehemiahof.
Der katholische Bauorden arbeitet auf dem Nehemiahof.
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Wietstock

Bei dem 42-Jährigen, der Anfang 2012 in einer Lebenskrise auf den von einem Verein unterhaltenen Gemeinschaftshof gekommen war, hört sich die Vertreibung so an: Oft habe Streit geherrscht, während der morgendlichen Andachten gab es "zwischen vielen oft Wortgefechte".

Der Mann lebte dort in einer 3er-WG. "Unablässig gab es Vorschriften, ständig sei er aufgefordert worden, rund um die Uhr mitzuarbeiten. Ständig kamen Hofbewohner in die WG-Küche, sodass man fast keine Ruhe hatte", schreibt der Mann, der zu jener Zeit nach eigenem Wort am Flughafen in Schichten arbeitete.

Als er sich diese Art zu leben nicht mehr gefallen ließ, habe ein Mitbewohner Schläge angedroht, falls er sich nicht füge. Hof-Initiator Werner Zimmermann habe das Problem abgetan, obwohl ein anderer "den gleichen Terror" erlebte, so der Vertriebene. Im Winter sei ihm die Heizung runtergedreht, ein Ölradiator im Zimmer verwehrt worden. Eines Abends in größerer Versammlung schaukelte sich die Situation hoch. "Herr Zimmermann sagte mir, dass ich meine Koffer packen und gehen sollte. Drei Wochen später bekam ich ohne Vorwarnung die Kündigung", so der Berliner. Sein Resümee: "Dies nennt sich nun christliche Lebensgemeinschaft, schönen Dank!"

Werner Zimmermann hatte schon Gäste, die sich an Portemonnaies von Bewohnern vergriffen. Jetzt spricht er vom "ersten Großkriminellen", der auf dem Hof lebte. "Dem musste ich kündigen, jeden zweiten Tag stand ein Inkassounternehmen vor der Tür und wollte von dem Mann Geld für Handys, Autowerkstätten oder anderes", sagt er.

Zimmermann und seine Frau betreiben einen Hof für Menschen in Krisen. Dutzende lebten schon dort, meist Männer in der Lebensmitte; sie bleiben eine Woche oder zwei Jahre für monatlich 200 Euro Miete und 50 Euro Vollverpflegung. Dafür hilft jeder in der Gemeinschaftsunterkunft. "Wir sind keine Obdachlosenstation, sondern Lebenshilfe. Deshalb nehme ich mir morgens zwei Stunden Zeit für Gespräche. Dieser Mann war nie da, er ist nicht gemeinschaftsfähig", so Zimmermann. Knapp 700Euro Schulden für Miete, Essen und Telefon habe er ihm erlassen, juristischen Streit lehnt Zimmermann ab. "Wir können Spenden nicht für Gerichtskosten verpulvern", sagt er. Und dass der Berliner 28Grad im Zimmer hatte und dass mit ihm Wasser und Strom plötzlich 800 Euro teurer waren und er "Berge an Essen" verschlang, aber nicht mit zufasste.

Von Jutta Abromeit

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