Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Viel mehr als nur Knöllchen schreiben
Lokales Teltow-Fläming Viel mehr als nur Knöllchen schreiben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:57 23.05.2013
LUDWIGSFELDE

. „Damit testen wir, ob der Automat überhaupt funktioniert“, erklärt Freddy Pietrzack vom Ordnungsamt Ludwigsfelde, mit dem ich heute auf Tour bin. Hier auf dem Parkplatz am Krankenhaus kann jeder bis zu 30 Minuten ohne zu bezahlen parken – vorausgesetzt, er hat einen kostenlosen Parkschein gezogen. Das wird gleich mal einem Autofahrer zum Verhängnis: Seine Parkscheibe zeigt zwar an, dass er erst 20 Minuten hier steht. Aber einen kostenlosen Parkschein hat er nicht gezogen. Also her mit dem multifunktionalen Handgerät, das uns heute während der ganzen Schicht begleiten wird. Denn das ist die Verbindung zwischen den Außendienstmitarbeitern und denen in den Büros der Verwaltung. Das Kennzeichen eines Parksünders muss in dieses Gerät zweimal eingegeben werden, dann die Uhrzeit, die Automarke und -farbe, der Stellplatz und die jetzige Stellung der Autoreifenventile. Denn nur anhand dieser Stellung können wir später kontrollieren, ob das Auto nicht bewegt wurde und eine Verlängerung des Knöllchens bezahlt werden muss oder ob es zwischendurch weggefahren wurde und einen neuen Strafzettel bekommt. Am Ende gibt es noch ein Foto als Beweis – aufgenommen mit unserem kleinen Handgerät. Damit ist dieser Parksünder aufgenommen, bald wird er Post bekommen.

Und dann passiert es. Das, was wohl das Klischee eines jeden Arbeitstages von Politessen ist: Eine Frau kommt wie eine Furie auf uns zugestürmt, fragt aufgeregt, was wir denn an ihrem Auto machen würden und dass wir doch auf keinen Fall ein Foto für die Zeitung machen dürfen. Ruhig und entspannt bleiben ist die Strategie von Freddy Pietrzack. „Früher ging so was durch das eine Ohr rein und zum anderen wieder raus. Jetzt kommt so was nicht mal mehr rein“, sagt er dazu.

Für diesen Tag hatte ich mich eigentlich auf einen langen Fußmarsch eingestellt. Stattdessen fahren wir in dem stadteigenen Wagen umher. „Nur in der Frühschicht brauchen andere Mitarbeiter die Autos, dann müssen wir laufen oder Rad fahren“, sagt Freddy Pietrzack. Jetzt in der Spätschicht können wir dank des Autos auch die Ortsteile kontrollieren. Denn die Aufgaben eines Mitarbeiters beim Ordnungsamt sind längst nicht nur, Parksünder aufzuschreiben. „Ich sorge für Ordnung im ganzen Gebiet von Ludwigsfelde“, beschreibt Freddy Pietrzack. Und das heißt: herumliegenden Müll kontrollieren, die Kasse der Parkscheinautomaten leeren, in den Blitzern die Kameras und Chipkarten austauschen oder Kontrollgänge über den Friedhof machen und schauen, ob da wirklich alle ihr Fahrrad schieben. Vieles davon ist Teamarbeit, auch wenn die Mitarbeiter immer alleine unterwegs sind.

Am Freitag hat ein Kollege in das Handgerät eingetragen, dass im Weinbergsweg Müll auf öffentlichem Grund lag. Heute fahren wir wieder vorbei - und der Müll ist größtenteils weg. „Viele legen den Sperrmüll früher als die erlaubten 24 Stunden vor der Abholung raus“, sagt Freddy Pietrzack. Ärgerlich, denn die Mitarbeiter müssen jedes Mal fragen, ob denn jemand etwas Verdächtiges gesehen hat. Weiter geht es nach Genshagen. Hier sollen die Tüten in einer „Hundetoilette“ alle sein, hat eine Anwohnerin gemeldet. Stimmt. Wir fotografieren die Stelle mit unserem Handgerät und geben elektronisch den Hinweis an den Baubetriebshof, dass die Tüten nachgefüllt werden müssen. Nach ein paar Minuten ist der Fall fürs Ordnungsamt abgeschlossen, schon bald werden Hundefreunde wieder Tüten dort finden.

Zurück in Ludwigsfelde sollen wir noch zwei Autos kontrollieren. Beide haben keine Zulassung mehr. Eines hat noch nicht einmal mehr Nummernschilder. „Auf der Umweltplakette ist ja auch immer das Kennzeichen angegeben. So konnten wir den Eigentümer ermitteln“, erklärt Freddy Pietrzack. Noch einige Tage haben die Eigentümer Zeit, die Autos zu entfernen.

Am Ende fühle ich mich wie ein Aufseher der Region, die ich hoffentlich etwas sauberer und geordneter zurückgelassen habe. Wer seine Stadt liebt und einen Sinn für ordentliche und aufgeräumte Umgebung hat, ist hier richtig. Denn Mitarbeiter des Ordnungsamts sind für viel mehr zuständig, als nur fürs Knöllchenschreiben. (Von Lisa Rogge)

Teltow-Fläming Jürgen Leskien aus Kleinbeuthen über ein Hilfsprojekt für Afrika - Mit dem Rollstuhl zum Gemüsemarkt

Der Verein Nord-Süd-Partner will die Lebensumstände von Minenopfern und Geschädigten durch Kinderlähmung in Mosambik verbessern.MAZ: Herr Leskien, der Nord- Süd-Partner-Verein hat dieser Tage einen besonderen Grund zur Freude.

23.05.2013
Teltow-Fläming Zehnjähriger Junge stirbt bei Autounfall / Vater wird schwer verletzt - Von der Straße abgekommen

Ein zehnjähriger Junge ist am Mittwochnachmittag bei einem Verkehrsunfall auf der B 96 gestorben. Der 47-jährige Fahrer erlitt schwere Verletzungen.Er war mit einem VW Caddy in Richtung Neuhof unterwegs, als das Auto aus bisher ungeklärter Ursache zunächst mit den rechten Rädern von der Fahrbahn abkam und auf den Grünstreifen geriet.

23.05.2013
Teltow-Fläming Laster, Lust und Leute – eine Starköchin fühlte sich in einem alten Lkw aus Ludwigsfelde königlich - Sarah Wiener liebte ihren W 50

 Ab heut Abend ist Ludwigsfelde von Lastern bevölkert – weit mehr als 100 Lkws, Typ W 50 und L 60, kommen aus halb Europa zu einem ganz speziellen Volksfest praktisch in ihre Geburtsstadt zurück: Für morgen und Samstag hat die Autobauerstadt Ludwigsfelde mit dem Autowerk – früher IFA, heute Mercedes – und dem Verein Freunde der Industriegeschichte Ludwigsfelde (FIZ) zum 2. IFA-Nutzfahrzeugtreffen eingeladen, jetzt unter dem Titel „Laster und Leute“.

22.05.2013