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Teltow-Fläming Viele, viele Leserfragen beim MAZ-Frühstück
Lokales Teltow-Fläming Viele, viele Leserfragen beim MAZ-Frühstück
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05:17 14.07.2017
Mehr als ein Dutzend MAZ-Leser aus Ludwigsfelde diskutierten mit Geschäftsführer und Redaktionsleiter Lothar Mahrla (l.) im „Piccolo Mondo“. Quelle: Foto: Ott
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Ludwigsfelde

Radfahrernöte und Parkplatzsorgen, Klubhaus-Kritik, Abfallprobleme und Einwohnerängste   – die Themen beim Ludwigsfelder Leserfrühstück mit der MAZ am Donnerstag hätten für viel mehr als zwei Stunden gereicht. Mehr als ein Dutzend Leser begrüßten der Geschäftsführer des Regionalverlags Dahmeland-Fläming und Leiter der Regionalredaktion, Lothar Mahrla, und Lokalredakteuerin Jutta Abromeit in der Osteria „Piccolo Mondo“.

Die Kleine Welt – um die, eingebettet in die große, drehte sich die Debatte der kommunal engagierten und interessierten Gäste. Denen stand Christian Großmann (SPD), der stellvertretende Bürgermeister und Erste Beigeordnete von Ludwigsfelde, Rede und Antwort.

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Heiß diskutiert: das Klubhaus und die geschlossene Gaststätte

Paul Hoffmann, Roland Schmidt und einige andere Leser kritisierten, dass das Klubhaus nun zwar für sehr Geld saniert wurde, aber es dort zurzeit nur eine geschlossene Gaststätte gibt und lange nicht mehr so viel los sei wie vor Jahrzehnten, auch wenn sich die gesellschaftlichen Verhältnisse geändert haben. Stadtverordnete Erika Dahlke (Linke), selbst an vielen Entscheidungen beteiligt und oft Gast bei „Kaffeeklatsch“ oder Klubkino, argumentierte: „Es kann noch so viel organisiert sein – es müssen nur genug Leute hingehen.“ Christian Großmann, erst seit Jahresbeginn in der Ludwigsfelder Verwaltung, sagte: „Das Klubhaus scheint den Ludwigsfeldern tatsächlich lieb und teuer. Aber man hat entschieden, es soll vor allem Veranstaltungsstätte sein, das ist es jetzt.“ Vor neuen Verpachtungsversuchen sei nun unbedingt zu klären, warum ein Restaurant dort nach so vielen misslungenen Anläufen unter den bisherigen Bedingungen nicht funktioniert.

Ein weiteres großes Thema: die Parkplatznot, vor allem im Plattenbau-Stadtteil West. Die Schilderungen der dramatischsten Fälle versuchte Großmann in „ganz früher, früher und heute“ zu sortieren, also in Zeiten, als es kaum Autos gab, als es neue Gesetze gab und dass es nun durchaus an der Zeit sei Investoren die Möglichkeit zu nehmen, sich mit Ablösesummen vom Bau neuer Stellplätze freizukaufen. „Investoren sind irgendwann weg; aber die Bürger, ihre Autos und der Stellplatz-Ärger bleiben“, so Großmann.

Ludwigsfelde überschreitet bald die 30000-Marke

Den Lesern, durchweg jenseits von fünf Jahrzehnten Lebensalter, lag das Einwohnerwachstum schwer im Magen. Hartwig Ahlgrimm formulierte es so: „Irgendwann muss mal Schluss sein mit immer mehr Einwohnern. Auch für die, die schon hier sind, muss was gemacht werden.“ Dieses große Thema bewege die Verwaltung natürlich, so der Vizebürgermeister. „Ein ,Das-wollen-wir-nicht’ ist aber wohl zu einfach“, sagte er. Bei einem aktuellen Wachstum von jährlich 500 bis 600 zusätzlichen Einwohnern werde die Stadt in wenigen Jahren die Marke von 30 000 Einwohnern überschreiten, auch 35 000 Einwohner seien möglich. Das sind kommunalpolitisch bedeutsame Grenzen. Was sich damit für Ludwigsfelde ändern würde, beschreibt Großmann so: „Ab 30 000 muss eine Gemeinde zum Beispiel hauptamtliche Feuerwehrkräfte vorhalten.“ Das sei zwar weiter eine freiwillige Wehr, aber mit Vollzeit-beschäftigten Kameraden. Zudem ändert sich die Größe der Stadtverordnetenversammlung: Schon mit den jetzt rund 25 600 Einwohnern sind zur nächsten Kommunalwahl vier Stadtverordnete mehr zu wählen. Mit noch mehr Einwohnern würden es noch mehr. Ab 35 000 Einwohnern hieße Ludwigsfelde „große kreisangehörige Stadt“ und könnte Aufgaben, die zurzeit ausschließlich beim Landkreis liegen, in Eigenregie übernehmen, sagt Großmann. Unabhängig davon stellt er eine Frage: „Kann die Verwaltung angesichts so vieler neuer Einwohner und neuer Aufgaben bleiben wie sie ist?“

Fazit dieses Ludwigsfelder Leserfrühstücks: Die Themen in der boomenden Industriestadt gehen der MAZ in absehbarer Zeit bestimmt nicht aus.

Von Jutta Abromeit