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Teltow-Fläming Von verschwundenen Karteikarten und neuen Plänen
Lokales Teltow-Fläming Von verschwundenen Karteikarten und neuen Plänen
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17:19 04.03.2018
JÜTERBOG

. Für vollständig hält er es nicht. Deshalb bittet er darum, Ergänzungen und Korrekturen ans Heimatmuseum Jüterbog zu melden, E-Mail: museum@jueterbog.de.

Jetzt stürzt sich der 74-Jährige auf die nächste Aufgabe. „Ich plane eine Sammlung mit Gedichten, Liedern und Sprüchen. Die soll noch in diesem Jahr erscheinen“, sagt er und wünscht sich dafür Fördermittel. Sein Traum wäre eine Stiftung, die das Flämingplatt fördert.

Bei der Arbeit zu seinem Wörterbuch hatte er sich Unterstützung von denen gewünscht, die noch Platt sprechen. „Ich hab den Entwurf einigen Leuten gebracht und sie um Ergänzungen und Korrekturen gebeten, aber auch um Begriffe, die noch fehlen“, berichtet er. Oft stellte sich heraus, dass die Leute für diese Arbeit nicht mehr die nötige Konzentration aufbringen können. Eine Frau aus Meinsdorf, die das ursprüngliche Platt noch gesprochen hat, ist inzwischen gestorben.

„Ich stamme zwar aus Lichterfelde. Auch meine Mutter (98) und mein Bruder leben noch in Lichterfelde und Dahme. Wenn ich sie besuche, kann ich mich nicht stundenlang zu den Leuten setzen, die noch Platt sprechen“, sagt der Hubschrauberpilot im Ruhestand, der aber doch einige Helfer fand: die Lehrerinnen Rita Petzold in Petkus und Doris Hertel in Hohenseefeld sind pensioniert und unterstützten Koppehle ebenso wie Werner Hannemann in Hohenahlsdorf und Karl-Heinz Niendorf in Jüterbog.

Er bedauert, dass niemand vor 100 Jahren oder vor 50 Jahren so ein Buch verfasst hat. „Da muss ich erst aus Berlin kommen“, sagt er und schränkt ein, ganz so sei es nicht. Bei der Familienforschung, die Anlass war, sich mit der Chronik von Lichterfelde und der Mundart zu befassen, ist er auf Otto Sernow gestoßen. „Ob es der Jüterboger Bürgermeister war, weiß ich nicht. Er hat schon Begriffe gesammelt und mit der Pädagogischen Hochschule Potsdam und der Akademie der Wissenschaften Berlin zusammengearbeitet. Seine Kartei ist nicht mehr auffindbar“, sagt Günter Koppehele, der bei seinen Recherchen in den genannten Häusern, Archiven und im Berlin-Brandenburgischen Wörterbuch auf den Namen Sernow gestoßen ist. „Der hat in den 50er Jahren geforscht. 1918 schrieb Hermann Boßdorf über die Bauern im Fläming.“

Günter Koppehele befürchtet: „Wenn jetzt nicht etwas zum Erhalt unternommen wird, wird es die Flämingische Mundart in naher Zukunft als lebendige Sprache nicht mehr geben.“ Er freut sich zwar darüber, dass der Amtsleiter Kultur der Kreisverwaltung, Karsten Dornquast, seine Arbeit lobt, aber er wünscht sich Hilfe vom Land, vom Kreis und von den Kommunen. „Die Heimatvereine haben nicht die Mittel, Projekte zum Erhalt der Sprache zu finanzieren“, sagt er und hofft, dass sein Buch im Schulunterricht genutzt wird. Dann hätten vielleicht mehr Menschen Freude an den Gedichten und Liedern, die er jetzt sammelt.

Das Buch „Die Flämingische Sprache“ kann unter E-Mail vertrieb@limosa.de bezogen werden. (Von Gertraud Behrendt)

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