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Teltow-Fläming Ministerium: Größter Waldbrand seit 1990
Lokales Teltow-Fläming Ministerium: Größter Waldbrand seit 1990
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10:21 05.06.2019
Waldbrand zwischen Hennickendorf und Märtensmühle. Quelle: privat
Jüterbog/Frankenförde/Hennickendorf

 Der Waldbrand auf dem ehemaligen Schießplatz in Jüterbog ist der größte seit der Wende in Brandenburg. So schätzt es laut Nachrichtenagentur dpa das brandenburgische Umweltministerium ein. Lediglich in den 70er Jahren habe es noch größere Waldbrände gebeben, berichtete ein Referatsleiter des Ministeriums.

„So schlimm war es noch nie“, sagt auch Revierförster Jens Dockhorn, in der Bundesforstverwaltung zuständig für Hennickendorf. Dort wüten die Flammen seit Montag. „Hier haben sich am Montag Szenen abgespielt, die an Katastrophenfilme erinnern“, berichtete er. So hätten Feuerwehrleute beispielsweise vor einer regelrechte Feuerwalze fliehen müssen, um ihr Leben zu retten.

Nur leichte Entspannung ist rund um die Brandherde im Kreis Teltow-Fläming zu verspüren. Bei dem Waldbrand zwischen Hennickendorf und Märtensmühle, wo am Montag das erste Feuer ausgebrochen war, ist die Lage weitestgehend unter Kontrolle, berichtet Nuthe-Urstromtals Bürgermeister Stefan Scheddin (parteilos). Aber: „Das Feuer flackert immer wieder auf. Die Kameraden versuchen, das niederzuhalten, aber unter extrem schwierigen Bedingungen, weil wir das Gelände wegen der Munitionsbelastung nicht betreten dürfen.“

Hinzu kommt, dass die Feuerwehr selbst die Wege kaputtgefahren hat. „Es wird immer schwieriger durchzukommen“, so Scheddin. Inzwischen habe man bereits Recyclingmaterial anfahren lassen und mit Hilfe des Agrarunternehmens Winkelmann auf den Wegen verteilt. Dennoch gehe nichts mehr ohne geländegängige Fahrzeuge.

Noch nicht unter Kontrolle

Noch nicht unter Kontrolle ist der Brand auf dem ehemaligen „Schießplatz“ Jüterbog-West. Hier brennen nach wie vor schätzungsweise 530 bis 600 Hektar Wald. Dennoch sei derzeit keine Ortslage in Gefahr, wurde Mittwoch früh bei einer Besprechung im Einsatzzentrum auf einem Feld bei Frankenförde eingeschätzt. Das hänge allerdings vom Wetter ab, wenn sich zum Beispiel der Wind dreht. Dann, so die Einschätzung der Feuerwehr, könnte sich das Feuer schnell Richtung Neuheim ausbreiten.

Wehren aus Märkisch-Oderland und Elbe-Elster

Am Mittwoch trafen gegen 8 Uhr Waldbrandeinheiten aus den Landkreisen Märkisch-Oderland und Elbe-Elster ein. Sie lösen die hiesigen Feuerwehrkräfte ab. Am heutigen Mittwoch dürfen sich die Jüterboger Feuerwehrleute für einen Tag ausruhen. In der Nacht hatten sie noch Bandwache gehalten. Denn: „Es gibt immer noch Glutnester in Größenordnung“, so Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (WsJ). Insofern könne man noch lange nicht von einer wirklichen Entwarnung sprechen.

Zu mehr als 470 Waldbränden mussten Brandenburgs Feuerwehrleute 2018 ausrücken. Die größten Einsätze im Überblick.

Inzwischen hat der Landkreis Teltow-Fläming die Einsatzleitung unter Kreisbrandmeister Tino Gausche übernommen.

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