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Teltow-Fläming Große Waldflächen brennen in Teltow-Fläming
Lokales Teltow-Fläming Große Waldflächen brennen in Teltow-Fläming
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01:15 06.06.2019
Waldbrand zwischen Hennickendorf und Ahrensdorf Quelle: Margrit Hahn
Hennickendorf

Der Wald brennt derzeit an mehreren Stellen im Landkreis Teltow-Fläming. Eine Fläche zwischen Hennickendorf und Ahrensdorf war am Montagmittag in Brand geraten. Und auch der ehemalige Truppenübungsplatz Jüterbog steht seit Stunden in Flammen. Laut Informationen des Landkreises brennt es an beiden Stellen inzwischen auf einer Fläche von mehr als 300 Hektar. Die Feuerwehren Nuthe-Urstromtal und Jüterbog haben die Einsatzleitung übernommen, um das Feuer in ihren Bereichen einzudämmen. Darüber hinaus wurden alle verfügbaren Feuerwehren alarmiert – Hilfe kommt außerdem aus dem Nachbarlandkreis Potsdam-Mittelmark, auch ein Löschhubschrauber war unterwegs. Die Rauchwolken sind weiterhin zu sehen. „Wir werden die Lage heute neu einschätzen und dann entscheiden, wo wir das Feuer vielleicht noch einmal angreifen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Dienstagmorgen. Die Lage sei aber unter Kontrolle. Allerdings könne es auch am Dienstag „zu einer heftigen Geruchsbelästigung kommen, eventuell sogar bis nach Potsdam und Berlin“.

Die Löscharbeiten erschwerte, dass sich am Abend die Winde innerhalb kurzer Zeit um 180 Grad drehten und für massive Rauchentwicklung sorgten, berichtet gegen 20.35 Uhr Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue, der sich bis dahin mit Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) bei der Einsatzzentrale in Frankenförde befand.

Die Feuerwehrleute haben zu tun, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Quelle: privat

Im Bereich Nuthe-Urstromtal war bereits ein Hubschrauber der Polizei im Einsatz um das Feuer zu beobachten. Die Flammen näherten sich dort immer weiter den Spargelfeldern. Das Unternehmen Buschmann/Winkelmann war mit drei Fahrzeugen mit je 20 000 Litern Wasser vor Ort, um die Arbeit der Feuerwehr zu unterstützen. Zudem werden die Beregnungsanlagen genutzt.

Fenster geschlossen halten

Nuthe-Urstromtals Bürgermeister Stefan Scheddin (parteilos) brachte den Einsatzkräften Mineralwasser. Der Einsatzleiter der Feuerwehr hatte sich vom Hubschrauber aus einen Überblick verschafft, um die Lage besser einschätzen zu können. „Das Gelände ist riesig und immer wieder explodiert Munition“, schilderte Scheddin die Situation. Auch für die Feuerwehrleute sei die Gefahr groß. „Dass gleichzeitig in Baruth und am Keilberg Feuer ausgebrochen sind, kann doch nicht normal sein“, meinte Nuthe-Urstromtals Bürgermeister. Insgesamt 88 Einsatzkräfte versuchten den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Die Bauern der Umgebung pflügten die Felder, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Von Märtensmühle aus kann der Waldweg nicht mehr befahren werden. Dort hat sich das Feuer bereits seinen Weg gebahnt. Die Stadt Trebbin hatte währenddessen ihre Bürger aufgefordert die Fenster geschlossen zu halten und auf Radioansagen zu achten. Gleiches gilt für Hennickendorf, Märtensmühle und Ahrensdorf.

Dritter Brand bei Mückendorf

Ein dritter Brand war am Mittag auf einer Fläche von etwa anderthalb Hektar bei Mückendorf ausgebrochen. Im Laufe des Tages konnte der Brand hier allerdings wieder gelöscht werden, teilte der Landkreis Teltow-Fläming mit.

Einsatz am Keilberg auf Hochtouren

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Jüterbog läuft der Einsatz dagegen immer noch auf Hochtouren. Detaillierte Informationen zum Brand konnte Jüterbogs Stadtbrandmeister Michael Rinderle zunächst nicht herausgeben. Aufgrund der hohen Munitionsbelastung auf dem Schießplatz können die Kameraden das Feuer nur aus der Ferne beobachten. Alles andere wäre für die Einsatzkräfte lebensgefährlich.

Zwischenzeitlich hatte sich das Feuer weiter ausgedehnt. Die Orte Felgentreu und Frankenförde waren stark betroffen. Auch dort bangen die Bewohner um ihr Hab und Gut. Allein zwischen Jüterbog und Frankenförde brennen schätzungsweise 250 Hektar Wald. In Brand stehen junge Baumbestände sowie bewirtschafteter Hochwald. Ein Teil des Geländes gilt als Kampfmittelverdachtsfläche.

Etwa 70 Kräfte der Feuerwehr mit knapp 20 Fahrzeugen sowie ein Hubschrauber der Bundespolizei sind bzw. waren zur Brandbekämpfung im Einsatz, teilte die Pressestelle des Landkreises mit. Die Einsatzleitung hat nach wie vor die Feuerwehr Jüterbog. Landrätin Kornelia Wehlan und Kreisbrandmeister Tino Gausche haben sich vor Ort von der Lage überzeugt. „Mein Dank gilt allen, die sich für die Bekämpfung der Brände einsetzen und noch aktiv sind. Das gilt für die Kräfte aus unserem Landkreis ebenso wie für die Unterstützung aus Potsdam-Mittelmark“, sagt die Landrätin.

Löschhubschrauber im Einsatz

Unter Kontrolle ist am späten Abend auch der Brand bei Hennickendorf, der am Montag gegen Mittag eine Fläche von ca. 55 Hektar erfasst hatte. Neu wurde am späten Nachmittag eine Brandstelle nahe dem Jüterboger Ortsteil Neuheim mit einer Größe von rund 1500 Quadratmetern gemeldet.

Die Kreisstraße K 7218 zwischen Frankenförde und Felgentreu musste gesperrt werden.

Da sich am Abend der Wind gedreht hatte, zog der Rauch wieder zurück Richtung Truppenübungsplatz. „Kloster Zinna ist eingenebelt“, berichtete Einsatzleiter Michael Rinderle in einem kurzen Telefongespräch mit der MAZ kurz vor 21.30 Uhr.

Nach Angaben der Leitstelle in Brandenburg an der Havel war über dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog ein Löschhubschrauber im Einsatz. Nach MAZ-Informationen sollen fast zeitgleich bei Jüterbog II zwei weitere Brandherde entstanden sein.

Am späten Nachmittag waren Vertreter des Innenministeriums, der Polizei, der Forst und weitere Behörden mit dem Kreisbrandmeister und der Landrätin zusammengekommen, um gemeinsam das weitere Vorgehen abzustimmen.

Schwarze Wolken über den Spargelfeldern bei Hennickendorf. Quelle: Margrit Hahn

Seit Wochen fehlt der Regen, der Boden ist trocken. Hinzu kommen Temperaturen von über 30 Grad. Seit Montag gilt die höchste Waldbrandwarnstufe. In den kommenden Tagen klettert das Thermometer weiter an, sodass weitere Brände nicht auszuschließen sind.

Von Margrit Hahn, Isabelle Richter, Hartmut F. Reck und Carsten Schäfer

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