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Teltow-Fläming Schneisen schützen vor Waldbränden
Lokales Teltow-Fläming Schneisen schützen vor Waldbränden
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00:26 20.12.2014
Bis zu 50 Meter breite Waldbrandschutzstreifen durchziehen jetzt einen Teil des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Quelle: Martina Burghardt
Jüterbog

Von der Idee für ein Waldbrandschutzkonzept auf dem ehemaligen Schießplatz Jüterbog bis zur Verwirklichung hat es einige Jahre gedauert. Am Mittwoch präsentierte die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg vor Behörden, Feuerwehr und Naturwacht das Ergebnis.

Dem Feuer fehlt die Fläche, um sich auszubreiten

Ein ganzes System von Schutzstreifen ist seit Ende 2013 angelegt worden. Auf drei Meter breiten sogenannten Wundstreifen soll fast nichts wachsen, sie sind deshalb jährlich zu bearbeiten. Darüber hinaus wurden bis zu 50 Meter breite Schneisen geschlagen. Dem Feuer fehlt so das brennbare Material und die Flammen greifen nicht so schnell auf umliegende Waldflächen über. „Insgesamt wurden für diesen Zweck 185 Hektar Fläche entmunitioniert“, berichtete Petra Riemann von der Stiftung. Ein Nebeneffekt: An mehreren Stellen erholt sich die Heide zusehends.

Enorm schwierig gestaltet sich die Bekämpfung eines Waldbrandes auf dem früheren Truppenübungsplatz Teupitz/Wünsdorf (Teltow-Fläming). Wie lange es dauern wird, bis das Feuer gelöscht ist, ist nach Angaben der Feuerwehr vom Montag nicht absehbar. "Der Einsatz ist kompliziert und wegen der Munition im Boden nicht ungefährlich", sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Brandenburg in Brandenburg an der Havel am Montagmorgen.

Stiftung ist für ihre Arbeit mit Fördermitteln unterstützt worden

Die Art und Lage der Schutzstreifen orientiert sich an dem bestehenden Wegesystem sowie an den natürlichen Gegebenheiten. Feuchtbiotope wurden zum Beispiel ausgespart, ältere Brandschutzstreifen genutzt und neue angelegt. Wanderwege sind fast überall Bestandteil der Schutzstreifen. Ein einfaches Raster über das Gelände zu legen, hätte nicht funktioniert. Die Wildnisflächen in der Kernzone bleiben unberührt.

Bei der Präsentation auf dem Stiftungsgelände. Quelle: MAZ

Für die Arbeiten erhielt die Stiftung Fördermittel. 100.000 Euro kostete die Ersteinrichtung der Schutzstreifen, 16.000 Euro die Pflege. Die Entmunitionierung zahlte die Stiftung selbst. Entlang der Wanderwege wurde beispielsweise bis zu 25 Meter an jeder Seite oberflächlich – bis zu einem Meter tief – geräumt. Auf den Schutzstreifen wurden gründlich entmunitioniert.

Errichtung der Schutzstreifen hat einen traurigen Anlass

Mehrere große Brände in den zurückliegenden Jahren hatten Brand- und Naturschützer gleichermaßen in Alarmbereitschaft versetzt. Mit Hilfe von Experten wurde 2011 zunächst ein Gutachten erstellt, auf dessen Grundlage das Konzept erarbeitet und dies mit dem Landkreis sowie mit Feuerwehr, Forstverwaltung, Naturschutz und anderen Fachleuten abgestimmt. „Die Fertigstellung des Waldbrandschutzsystems ist für uns ein wichtiger Schritt und wir freuen uns“, sagte Petra Riemann, „mit diesem Großprojekt einen beispielhaften Beitrag für den Naturschutz und Brandschutz in der Region zu leisten.“ Dazu gehört, dass in der Kernzone die Wildnisflächen unberührt bleiben. Die umliegenden Flächen sollen mit Hilfe der Schutzstreifen von einem Übergreifen der Flammen bei Bränden in diesem Gebiet geschützt werden.

Feuerwehrleute sind seit den Großbränden vorsichtiger geworden

Obwohl dies nun bewältigt ist, wäre es allen Beteiligten lieber, die Wirksamkeit des Schutzstreifensystems nicht testen zu müssen. Wobei Brände nicht als besondere Gefahr für die Natur angesehen werden. Sie seien oft sogar eine Bereicherung der natürlichen Dynamik, so die Fachleute.

Zum Naturschutzgebiet

  • Der ehemalige Schießplatz ist etwa 12000 Hektar groß und seit 1999 das Naturschutzgebiet Forst Zinna-Jüterbog-Keilberg.
  • Die Stiftungsfläche auf dem einstigen Truppenübungsplatz ist 7500 Hektar groß.
  • Der puren Wildnis bleiben davon 4500 Hektar vorbehalten.
  • Seit einigen Jahren sind Wanderwege freigegeben: das Wegenetz Pechüle-Frankenfelde (22Kilometer) und der Wanderweg Wurzelberg (7,4 Kilometer).
  • Etwa 50 Touren und Veranstaltungen bietet die Stiftung Naturlandschaften jährlich auf ihren Flächen an. Die Exkursionen werden von Stiftungsmitarbeitern, Naturwacht, fachkundigen Ehrenamtlichen und den örtlichen Revierförstern geleitet.
  • Das Jahresprogramm ist so eben erschienen. Zum Thema Waldbrandschutz hat die Stiftung für den 19. April 2015 eine Führung geplant.

Anders stellt sich das für Menschen dar: Die freiwilligen Feuerwehrleute sind seit den Großbränden vorsichtiger geworden. Das zeitweise von ihren Dienstherren verordnete Betretungs- und Löschverbot ist nun insofern gelockert worden, als dass sich die Fahrzeuge auf den geräumten Schutzstreifen bewegen können, wie der stellvertretende Kreisbrandmeister Tino Gausche sagte.

Zurzeit werden im Kreis Beregner angeschafft, die im Ernstfall den Schutzstreifen bewässern könnten. Eine Möglichkeit, die bisher nicht getestet wurde und auch von einer ausreichenden Anzahl der Löschwasserteiche auf dem Gelände abhängt. Wie genau bei einem Brand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz beziehungsweise auf den Stiftungsflächen regiert werden würde, dazu gibt es weiterhin Gesprächsbedarf.

Von Martina Burghardt

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