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Teltow-Fläming Wasser oder Baum oder was?
Lokales Teltow-Fläming Wasser oder Baum oder was?
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17:57 12.04.2013
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RANGSDORF

. Seit Monaten kennen die Gemeinde Rangsdorf und der Wasserzweckverband KMS den Antrag auf Anschluss ans Trinkwassernetz. Seit Monaten gehen Schreiben hin und her. Der Kampf um den Wasseranschluss ist zum Kampf um einen Baum geworden, eine 20 Meter hohe Eiche am Grundstücksrand.

Die Doppelhaushälfte, die Scharfenbergs im August gekauft haben, war seit dem Hausbau 1998 nie bewohnt gewesen und hatte keine Medienanschlüsse. Den Abwasseranschluss teilen sich die Parteien der beiden Haushälften – mit Zustimmung des KMS. Ein Wasseranschluss aber fehlt noch.

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Der KMS darf ihn nur mit einer Gemeindeerlaubnis für Schachtarbeiten im öffentlichen Raum herstellen. Rangsdorf lehnte jedoch ab, die 40 Millimeter dünne Wasserleitung in den Graben zu legen, wo schon das Abwasserrohr liegt. Er ist laut Oliver Scharfenberg breit genug, um den geforderten Abstand zur Kanalisation einzuhalten. Das Problem: Die Grabentrasse liegt neben besagter Eiche. Und die darf nach der Rangsdorfer Baumschutzsatzung weder in der Krone noch im Stamm- und Wurzelbereich beschädigt werden. „Was soll ich denn machen? Ohne Wasser bleiben? Eine andere Möglichkeit, Wasser auf dieses Grundstück zu bekommen, gibt es nicht. Also beantragte ich eine Fällgenehmigung“, so Scharfenberg. Sie wurde verwehrt mit dem Hinweis auf die Vitalität der Eiche.

Zu einem ganz anderen Urteil kam ein Baumgutachten im Auftrag der Scharfenbergs. Demnach ist die Eiche umsturzgefährdet. Als Ursache für das Äste-Sterben vermutet die Gartenbauingenieurin massive stammnahe Aufgrabungen beim Verlegen der Abwasser- und der Gasleitung vor einigen Jahren in der Straße. Stimmt das, dann hätten Gemeinde und KMS selbst dem Baum schwer zugesetzt – man müsste ihn fällen. Rangsdorf hat inzwischen ein Gegengutachten beauftragt. „Diese Verwaltungen bringen uns zum Verzweifeln“, so der Grundstückseigentümer. Er stellte beim Verwaltungsgericht den Antrag auf einstweilige Anordnung des Wasseranschlusses.

Nach einem gescheiterten Vor-Ort-Termin verkehrt man nur noch schriftlich. Weder Bürgermeister Klaus Rocher noch KMS-Verbandsvorsteherin Heike Nicolaus wollen sich während des laufenden Verfahrens äußern.

Und nun? Auf der anderen Grundstücksseite gibt es zwar die Erlaubnis für einen Schacht, doch kaum die Chance, die Leitung bis ins Haus zu ziehen. „Beim Hausbau wurde das Grundstück damals aufgeschüttet und mit L-förmigen Betonfertigteilen begrenzt. Die müsste man alle entfernen und wieder einsetzen, um die Wasserleitung frostsicher verlegen zu können. Auf dieser Trasse konnte also nur die Gasleitung gezogen werden, die lediglich 40 Zentimeter tief liegen muss“, sagt der Eigentümer.

Er hat jetzt die gemeinsame Nutzung des Trinkwasseranschlusses der Nachbarn (mit deren Einwilligung) beantragt – bisher ohne Reaktion vom KMS. (Von Gudrun Schneck)

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