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Teltow-Fläming Weniger Straftaten, mehr Gewalt
Lokales Teltow-Fläming Weniger Straftaten, mehr Gewalt
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00:32 29.04.2018
Polizeihauptkommissar Axel Tritt. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

In Luckenwalde und Umgebung kann man sich vergleichsweise sicher fühlen. Das ist das Fazit der Kriminalitätsentwicklung 2017 in Teltow-Fläming. Exakte Zahlen für die Kreisstadt konnte Polizeihauptkommissar Axel Tritt im städtischen Ordnungsausschuss zwar nicht nennen, „aber die Entwicklung dürfte adäquat zu der im Landkreis sein“, sagte er.

Demnach gibt es einen deutlichen Rückgang der Straftaten. Wurden 2015 in Teltow-Fläming noch 11 495 Fälle erfasst, so waren es im vergangenen Jahr 10 834. 4189 Tatverdächtige wurden ermittelt, 224 mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt bei 55,4 Prozent – über Landesdurchschnitt.

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Rückgang bei Tageswohnungseinbrüchen

Einen klaren Rückgang gebe es bei den Tageswohnungseinbrüchen. Erhielten 2016 noch 159 Betroffene in ihren Wohnungen ungebetenen Besuch, so waren es im Vorjahr 87. „Das liegt sicher auch an der intensiven Ermittlungsarbeit und Präsenz der Polizei. Es gab eine bessere bundesweite Vernetzung sowie Sonder- und Zivilstreifen, was uns personell aber an die Grenzen gebracht hat“, so Tritt.

„Leider hat die Gewaltkriminalität zugenommen“, konstatierte er. 340 Straftaten wurden zur Anzeige gebracht, neun mehr als im Vorjahr. „Das macht uns nachdenklich“, so Tritt, „allerdings ist die Aufklärungsquote mit 86 Prozent sehr hoch.“ Mord und Totschlag gab es in vier Fällen, alle wurden aufgeklärt. Vergewaltigung und sexuelle Nötigung wurden in 20 Fällen erfasst und 90 Prozent der Täter ermittelt. „In der Bevölkerung gibt es dazu oftmals eine andere Wahrnehmung, man geht von mehr Straftaten aus“, sagte Tritt.

80 Prozent der Straftäter sind Erwachsene

Manfred Thier (Linke) interessierte sich für die Altersstruktur der Straftäter. „78 Prozent sind männlich und die Erwachsenen machen mit 80 Prozent den Hauptanteil aus“, sagte Tritt. Vier Prozent sind Kinder, neun Prozent Jugendliche und sieben Prozent Heranwachsende.

Rauschgiftkriminalität nahm zu; 527 Fälle wurden registriert. „Hier machen uns die preiswerten Drogen Sorgen, die in großen Mengen vertrieben werden“, so Axel Tritt. Zur Zahl der politisch motivierten Delikte konnte er keine Aussage treffen, „aber sie liegt wohl auf dem Niveau der letzten Jahre“, mutmaßte er.

Von Elinor Wenke