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Teltow-Fläming Veterinäramt will Falknerei im Wildpark Johannismühle schließen
Lokales Teltow-Fläming Veterinäramt will Falknerei im Wildpark Johannismühle schließen
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08:48 28.10.2019
Falknerin Josefine Stubbe bei einer Vorführung. Quelle: Gudrun Ott (Archivbild)
Johannismühle

Der Wildpark Johannismühle (Teltow-Fläming) kommt nicht zur Ruhe. Nicht nur, dass es seit Jahren Personalprobleme im Wildpark gibt.Und dass sich seit Monaten ein Münchner Tierschutzverein an dem Wildpark abarbeitet und in regelmäßigen Abständen öffentlichkeitswirksam Vorwürfe gegen die Betreiber erhebt und sie beim Landkreis anschwärzt. Jetzt droht auch noch der Falknerei das Aus, die als ein wesentliches Standbein des Wildparks gilt.

Nach Angaben des Eigentümers, Jörg Stubbe, weigert sich das Amt für Veterinärwesen in Luckenwalde, eine neue Betriebserlaubnis für die Falknerei zu erteilen. Nach jetzigem Stand läuft die Betriebserlaubnis Ende Oktober aus. Damit müsste die Falknerei zum 1. November schließen.

Offenbar mehr Vögel als erlaubt

Die konkreten Hintergründe für die Weigerung des Landkreises sind unklar. Laut Eigentümer Stubbe wird der Falknerei vor allem vorgeworfen, dass zwischenzeitlich die erlaubte Anzahl an Greifvögeln überschritten wurde. Demnach sollen in der Falknerei, die eine eigenständige Gesellschaft innerhalb des Wildparks ist, zwischenzeitlich 20 Greifvögel untergebracht worden sein. Erlaubt sind aber nur 19.

„Tatsächlich waren einmal kurzzeitig 20 Vögel in der Falknerei. Das wurde aber ans zuständige Landesumweltamt gemeldet, das darin keinen Mangel gesehen hat“, sagt Stubbe. Er spricht deshalb von einem „rechtswidrigen Verwaltungsakt“ – und zeigt sich auch optimistisch, dagegen juristisch vorgehen zu können. „Die Falknerei wird weiterlaufen“, sagt er. Das Landesumweltamt teilte auf MAZ-Anfrage allerdings mit, dass es nicht zuständig sei, sondern die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises. Der Landkreis wollte sich mit Hinweis auf ein laufendes Verwaltungsverfahren und Datenschutz zu dem Vorgang nicht äußern.

Streit über Kaution für Zoogenehmigung

Im Hintergrund scheint aber ein noch tief sitzender Streit zu schwelen. Jörg Stubbe spricht von destruktivem Handeln des Veterinäramts, er wirft der Kreisverwaltung sogar vor, dem Wildpark nachhaltigen Schaden zufügen zu wollen. „Die Finanzierung des Parks ist abgesichert, aber das ganze funktioniert nur, wenn ich den Wildpark habe, die Falknerei und Gastronomie“, sagt Stubbe. Die Gastronomie sei ohnehin eine Baustelle. „Da müssen wir einen neuen Betreiber finden, das ist kompliziert“, sagt er. Wenn man nun auch die Falknerei schließe, entziehe man dem Park eine Existenzgrundlage.

Einen weiteren Streitpunkt gibt es offenbar um die Zoogenehmigung für den Wildpark. Die hat das Veterinäramt im August zwar unbefristet erteilt – erstmals in der Geschichte des Wildparks. Im Gegenzug fordere der Landkreis aber eine Kaution von 100.000 Euro, sagt Stubbe. Diese Kaution werde er nicht zahlen, so der Park-Eigentümer. Auch dazu will sich der Landkreis wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern.

Neue Anschuldigungen des Vereins Animal United

Problematisch sowohl für den Park als auch für die Kreisverwaltung sind derweil die Anschuldigungen, die derzeit regelmäßig vom Verein „Animals United“ erhoben werden. Der Verein mit Sitz in München bombardiert das Veterinäramt seit Monaten mit langen E-Mails, in denen zahlreiche angebliche Mängel im Wildpark aufgelistet werden. Erst vor wenigen Tagen hat der Verein wieder Mängel beim Veterinäramt angezeigt und auf seiner Facebook-Seite öffentlich gemacht.

Dabei geht es um angeblich ausgebrochene Tiere, um unsachgemäße Einzäunungen und um den Gesundheitszustand der Bärin Katja, eine der letzten verbliebenen ehemaligen Zirkusbären im Wildpark. „Die Hinweise von Animals United werden von allen beteiligten Ämtern ernst genommen und überprüft“, heißt es aus der Kreisverwaltung, weshalb das Amt inzwischen regelmäßig im Wildpark zu Gast ist. Eigentümer Stubbe wirft den Tierschützern allerdings unlautere Mittel vor. „Teilweise wird mit Fotos gearbeitet, die gefälscht oder Jahre alt sind“, sagt er. Stubbe vermutet auch, dass ehemalige und aktuelle Mitarbeiter des Wildparks den Verein bei seinen Kampagnen unterstützen.

Besucherzahlen stabil

Das fechte ihn aber nicht an, sagt Stubbe. „Für mich ist das kostenlose Werbung.“ Die Besucherzahlen in diesem Jahr lägen sogar leicht über den Zahlen des vorigen Jahres. Neun von zehn Besuchern hätten von dem ganzen Theater aber gar nichts mitbekommen, so Stubbe.

Der Wildpark befindet sich auf dem Gelände des früheren Sonderjagdgebiets des Oberkommandierenden der Sowjetischen Streitkräfte. 1994 wurde das Gelände privatisiert und in einen Wildpark umgewandelt. Jörg Stubbe übernahm den Park, der seinerzeit in finanzielle Schieflage geraten war, im Jahr 2015. Seither gab es mehrere Geschäftsführerwechsel, die zuweilen mit Turbulenzen einhergingen.

Heimisches Wild im Wildpark Johannismühle. Quelle: Victoria Barnack

Zu einem bizarren Zwischenfall kam es Anfang des Jahres, als sich mehrere Mitarbeiter, darunter die damalige Geschäftsführerin, nach Schließung des Wildparks eine Prügelei lieferten, die erst von der Polizei beendet wurde. In diesem Zusammenhang wurde der damaligen Geschäftsführerin auch vorgeworfen, absichtlich Tore offen stehen gelassen zu haben.

Personell sei seither aber Ruhe eingekehrt, sagt Jörg Stubbe. Es sei in den vergangenen Monaten auch in die Infrastruktur des Wildparks investiert worden. Neue Zäune seien gesetzt worden, der Spielplatz auf Vordermann gebracht, ein zweiter Brunnen aktiviert. „Ich sehe meine Aufgabe in dem Erhalt des Projekts“, sagt Stubbe. Dafür wird es allerdings mindestens zu einer Einigung mit den Kreisbehörden kommen müssen.

Von Oliver Fischer

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