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Teltow-Fläming Gefahr lauert unter Wasser: Rohre und Pfähle im Motzener See
Lokales Teltow-Fläming

Zossen: Gefahr unter Wasser - Rohre und Pfähle im Motzener See

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19:01 23.06.2021
Detlef Feuerherd auf seinem Ersatzboard am Ufer vor dem Strandbad Kallinchen. Er freut sich, dass Unterwasser-Gefahrenstellen, die ihn verletzten, beseitigt werden.
Detlef Feuerherd auf seinem Ersatzboard am Ufer vor dem Strandbad Kallinchen. Er freut sich, dass Unterwasser-Gefahrenstellen, die ihn verletzten, beseitigt werden. Quelle: Jutta Abromeit
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Kallinchen

Noch nie in all den Jahren seit 1994 ist was passiert: Doch jetzt verletzte sich Detlef Feuerherd auf dem Motzener See bei seinem Lieblingssport, dem Stand-up-paddling (SUP): „Ich wusste nicht, wie mir geschah. Da war nie was im Wasser, weder beim Baden noch beim SUP.“ Er kippte vom Board und erlitt Prellungen. Das war vor ein paar Tagen.

Jetzt hat der Wünsdorfer noch blaue Flecken, die Prellungen an Hüfte und Schulter merkt er noch, doch am meisten schmerzt ihn: Sein gutes SUP-Board, ein Geschenk zum 60. Geburtstag, hatte einen großen Riss bekommen. Er musste es nach Potsdam zum Reparieren bringen. „Mal sehen, ob die es wieder hinkriegen“, sagt der Pensionär.

Diese Gefahrenstellen fand Wassersportler Detlef Feuerherd am Westufer vom Motzener See. Quelle: Privat

Feuerherd wollte wissen, was ihn da zum Kippen gebracht hatte und ging seiner Unfallursache im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund. „Da waren teils bis knapp unter die Oberfläche 15 bis 20 Pfähle und verrostete Rohre, das ganze Westufer lang“, erzählt er.

Der Lehrer im Ruhestand mochte sich nicht ausdenken, was anderen Bade- und Paddelgästen, die vielleicht unerfahrener sind als er, an solchen Rohren und Pfählen passieren kann. Deshalb informierte er den See-Eigentümer, die Stadt Zossen, und er meldete die Gefahrenstellen dem Fischer. Außerdem schrieb er Zettel und befestigte sie überall dort am Ufer, wo im Wasser daneben die Gefahr lauert.

Auch diese Gefahrenstelle fand Wassersportler Detlef Feuerherd am Westufer vom Motzener See. Quelle: privat

Das ist natürlich nicht erlaubt, doch bis die gefährlichen Stellen entschärft sind sie die schnellste Hilfe. Das sagten der MAZ Beteiligte sowohl von der Stadtverwaltung als auch beim Treff am See. Fischer Nico Heer ist nicht überrascht: „Sowas gibt es überall, in jedem Gewässer lauern solche Hindernisse. Das können alte Steg-Pfähle sein, die niemand entfernt, wenn der Steg unbrauchbar geworden ist, oder Baumstämme, die nach einem Sturm abgeknickt sind.“ Der Berufsfischer freut sich, dass jemand wie der Wünsdorfer an andere denkt und die Gefahr meldete.

Vergessene Pfähle sind Unterwasser-Hindernisse

Zum Gespräch am Ufer kommt auch Ortsvorsteher Reinhard Schulz. Er ist gleichzeitig Geschäftsführer der Strandbad-Betreiberfirma und hat nicht nur einmal erlebt, „dass Leute einfach einen Pfahl in den Wasserboden rammen, um ein Boot zu befestigen. Das Boot ist irgendwann weg, aber den Pfahl lassen die Leute stehen“, sagt Schulz. Daraus würden dann solche unsichtbaren Hindernisse.

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Inzwischen ist auch die Untere Wasserbehörde (UWB) im Kreishaus Luckenwalde informiert. Von dort kommt folgende Erklärung: „Der Sachverhalt war bislang nicht bekannt.“ Der Motzener See sei ein schiffbares Landesgewässer, also eines I. Ordnung, und die Wasserbehörde habe nach der MAZ-Anfrage Kontakt mit dem zuständigen Bereichstechniker im Landesumweltamt und mit dem Wasser- und Boden-Verband Dahme-Notte aufgenommen.

Am Montag wird die Gefahr gebannt

Der hat seinen Sitz in Mittenwalde und ist auch für den Motzener See zuständig. Sein Geschäftsführer Torsten Woitke sagt: „Die Kollegen sind dabei, sich die Stellen anzuschauen. Für Montag haben wir mit dem Fischer einen Termin, um die Gefahrenstellen zu beseitigen.“ Dann fahren die Männer mit einem Kahn und einer Pumpe an Bord zu den Gefahrenstellen.

Ortsvorsteher Reinhard Schulz, Wassersportler Detlef Feuerherd und Fischer Nico Heer (v.l.) beraten am Strandbad Kallinchen, wie sie Gefahrenstellen beseitigen und Unterwasser-Pfähle aus dem Motzener See bekommen können. Quelle: Jutta Abromeit

„Mit der Pumpe werden die Einsteckstellen gespült, ohne sind die Rohre oder Pfähle kaum rauszubekommen oder sie würden abbrechen. Dann würde das Beseitigen noch schwieriger“, sagt Woitke. Und er würde sich sogar freuen, wenn sich frühere Eigentümer über das Entfernen der Pfähle beschweren würden: „Dann hätten wir jemanden, der die Rechnung bezahlen muss“, meint er.

 Zum Schluss sagt Woitke noch diese Sätze: „Genauso, wie Herr Feuerherd das in diesem Fall gemacht hat, können wir uns nur bedanken. So ist es wirklich am besten: Die Kommune und uns informieren, dann kann von Seiten der Behörden reagiert werden.“ Schließlich könne niemand in seinem Zuständigkeitsbereich überall gleichzeitig sein, so der Geschäftsführer.

Von Jutta Abromeit