Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Tafel enthüllt für älteste deutsche Radrundfahrt
Lokales Teltow-Fläming Tafel enthüllt für älteste deutsche Radrundfahrt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 19.06.2019
123 Jahre Radsportklassiker "Rund um Berlin" und 40 Jahre „Rund in Berlin“ - aus diesem Anlass enthüllen in Zossen Gustav Adolf "Täve" Schur und Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) am Kilometer 1 des legendären und ältesten Rundfahrtkurses an der Gerichtstraße eine Gedenktafel. Quelle: Jutta Abromeit
Zossen

So oft die Stadt Zossen wegen ihres Anfangsbuchstabens im Alphabet ganz am Ende steht – am Sonntag war sie die erste Adresse des deutschen Radsports: Am Kilometer 1 des Radsport-Klassikers „Rund um Berlin“ an der Gerichtstraße wurde eine Gedenktafel enthüllt. Dazu trafen sich in der Kleinstadt ehemalige Radsport-Größen und aktive Radsportler, Freunde des Radsports, Zossener Kommunalpolitiker und Mitglieder der beiden veranstaltenden Radsportvereine RC Charlottenburg von 1883 und von dem im Oktober in Zossen neu gegründeten Rad-Club Berlin-Brandenburg (RCBB).

Gustav Adolf „Täve“ Schur und Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) enthüllten am restaurierten Kilometer 1 des ältesten deutschen Radsport-Klassikers „Rund um Berlin“ Gedenktafel.

Vor 123 Jahren – am 31. August 1896 – begann die Geschichte des Traditionsrennens „Rund um Berlin“ mit Start und Ziel in Zossen. Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) erinnerte beim Auftakt im Hof des Jobcenters daran, dass Zossen nicht nur zweimal Startort des Rennens, sondern über Jahrzehnte als traditioneller Durchfahrtsort dem Radklassiker treu geblieben war.

Niemand ahnte 1896, dass dieses über 318 Kilometer an einem Tag ausgetragene Rennen der älteste deutsche Radsport-Klassiker und das „Rund um...“ für etliche andere Wettbewerbe dieser Sportart zu einem viel genutzten Synonym werden sollte. „Rund um Berlin“ ist nur fünf Jahre jünger als Bordeaux –Paris, das älteste regelmäßig ausgetragene Straßenradrennen überhaupt.

Hintergrund

Zwischen 1946 und 1949 wurde das Radrennen „Rund um Berlin“ noch als Gesamtberliner Profi- und Amateur-Straßenrennen ausgetragen.

Für den West-Berliner Radsportverband erwies sich eine weitere Austragung des Rennens jedoch als nicht mehr möglich, da die Streckenabschnitte im Osten von der Regierung der DDR abgesperrt waren.

In der DDR wurde „Rund um Berlin“ seit 1950 als Amateur-Rennen ausgetragen und galt in dieser Zeit als eines der wichtigsten Eintagesrennen des Jahres. Als Gegenpart wurde zeitgleich ab 1950 in West-Berlin „Rund in Berlin“ ausgetragen.

Abnehmende sportliche Bedeutung und organisatorisches Chaos führten nach dem Mauerfall dazu, dass der Klassiker „Rund um Berlin“ in den Jahren 2001 bis 2007 nicht ausgetragen wurde. 2008 gab es die bisher letzte Austragung.

Als bedeutende Radsportveranstaltungen in Berlin gelten heute vor allem die Berlin-Rundfahrt und der Velothon Berlin.

Mit fünf Erfolgen zwischen 1959 und 1965 ist Klaus Ampler Rekordsieger von „Rund um Berlin“; Rudi Kirchhoff war viermal erfolgreich. 1951 feierte der damals 20-jährige Täve Schur bei „Rund um Berlin“ seinen ersten großen Sieg überhaupt.

Täve Schur, der berühmteste Radsportler der DDR, und andere Zweirad-Größen wie Rainer Podlesch, Peter Vonhof, Jürgen „Tutti“ Geschke, Michael Milde, Bernd Grabsch, Werner Otto oder Bernd Barleben mit ihren Dutzenden an Olympiamedaillen und Weltmeister-Ehren, Rundfahrt-Siegen und Friedensfahrt-Teilnahmen wurden vor dem Start nicht nur begrüßt und geehrt, sie waren den ganzen Tag über auch begehrte Selfie-Partner.

Viele Zuschauer von „Rund um Berlin“ oder von den Etappenstrecken der Friedensfahrt freuten sich, die sportlichen Größen mal live zu erleben. So zum Beispiel die Zossenerin Veronika Friederici. Sie erzählte: „Täve war das Idol meiner Jugendzeit. Früher habe ich natürlich in Rundfunk und Fernsehen von ihm gehört. Einmal konnte ich ihn bei einer Friedensfahrt in Oranienburg sogar live sehen. Und heute habe ich ein Selfie mit ihm gemacht!“

Täve siegte in ausgetretenen Straßenschuhen

Und Täve Schur selbst erzählte der MAZ: „Dieser Tag erinnert mich wieder an meine sportlichen Anfänge.“ Die aus Magdeburg-Biederitz stammende Radsport-Legende war 1951 zum ersten Mal bei „Rund um Berlin“ gestartet und gewann das Rennen auf Anhieb.

„Ich war damals so kurz nach dem Krieg in ausgetretenen Straßenschuhen und mit Kniestrümpfen an den Start gegangen, es war kalt damals. An diesem Tag habe ich die ganzen honorigen Jungs unserer Sportart kennengelernt. Und ich habe sie gleich schlagen können“, sagt der 88-Jährige in Rennsportkleidung und lacht wie so oft an diesem Tag. Und wie beim Losfahren an der Post gab er jungen Radsportlern fachmännisch Tipps. So einer jungen Frau mit Rennrad, deren Sattel nicht optimal eingestellt war.

Hoffen auf Fortsetzungen

Bürgermeisterin Michaela Schreiber bereitete das gesamte Event sichtlich Vergnügen. Sie nahm es vor allem als Werbung für ihre Stadt. Und Werner Ruttkus, dem hautpverantwortlichen Orginsator vom RCBB, nahm sie einen Handel ab: „Ich unterstütze das Gedenken an dieses historische Ereignis nur, wenn ihr auch nächstes Jahr wiederkommt – zum 700. Geburtstag unserer Stadt.“ Das zuzusagen, fiel den Radsport-Enthusiasten nicht schwer.

Sie hoffen ebenso wie Schreiber darauf, dass sich aus diesem fröhlichen Erinnerungssonntag eine neue Tradition entwickeln möge, die Tradition, sich jährlich wieder zu sehen und miteinander zu radeln. Zum Auftakt fuhr der bunte Pulk am Sonntag nach der Gedenktafel-Enthüllung über 18 Kilometer von Zossen aus über das Kopfsteinpflaster des Weinbergwegs zum „Speichensport“-Museum nach Wünsdorf und von dort zum Strandbad Mellensee.

Von Jutta Abromeit

Dahme-Spreewald MAZ-Entdeckertour im Tropical Islands - So haben die MAZ-Leser die Tropenwelt erlebt

17 MAZ-Leser bekamen eine Spezial-Tour durchs Tropical Islands. Sie erhielten dabei auch seltene Einblicke in die problematische Anfangszeit des Tropenparks.

19.06.2019

Erschöpft, aber glücklich eröffnete Awo-Gut-Geschäftsführer Heiko Terno die 25. Brandenburger Landpartie. Mit dabei waren auch prominente Gäste wie Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD).

19.06.2019

Jetzt ist es amtlich! Tiertransporte ab 30 Grad Celsius sind ab sofort im gesamten Landkreis-Teltow Fläming verboten. Denn auch die Tiere leiden unter der Hitze. Die Amtstierärztin verlangt jetzt Fahrtenbücher und genaue Temperaturberichte.

14.06.2019