Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Zossen So verlief der Start des neuen Hostels im Bahnhofsgebäude
Lokales Teltow-Fläming Zossen So verlief der Start des neuen Hostels im Bahnhofsgebäude
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:18 04.07.2019
Das Hostel ist nicht nur eine Anlaufstelle für gebürtige Zossener, die mal wieder die Stadt besuchen kommen, sondern auch für Schülergruppen und Touristen aus Ungarn, Österreich oder Dänemark. Quelle: Fabian Lamster
Anzeige
Zossen

Seit rund acht Wochen ist der Bahnhof Zossen um eine Lokalität reicher, die schon jede Menge neue Menschen in die Stadt und Umgebung geführt hat.

Denn in das sogenannte Lok Hostel, das seitdem im nördlichen Teil des Bahnhofsgebäudes geöffnet hat, kommen nicht nur Gäste aus Berlin und Brandenburg, sondern aus ganz Europa. Die Besucher kommen aus Holland, Polen, Litauen, Ungarn oder Dänemark.

Anzeige
Hajnalka Großhennig arbeitet im Zossener Hostel und wohnt in Fürstenwalde. Sie war bereits Stewardess auf Kreuzfahrtschiffen und hat auch einige Zeit als Kellnerin gearbeitet. Quelle: Fabian Lamster

„Unser Start lief besser als erwartet“, sagt Hajnalka Großhennig. Die gebürtige Ungarin bezeichnet sich selbst als „Mädchen für alles“ und kümmert sich nicht nur um das Ein- und Auschecken.

Sie übernimmt nicht nur Aufgaben die im Hostel, sondern ebenso im benachbarten Bistro, das seit November 2018, sowie in der Lounge anfallen, die seit Dezember 2018 im Bahnhofsgebäude beheimatet ist.

Welche Besucher im Hostel in Zossen einchecken

Von 2016 bis 2018 standen die Gebäude am Zossener Bahnhof komplett leer – nun nicht mehr. „Wir sind unter der Woche eigentlich immer ausgebucht und liegen an Wochenenden bei rund 70 Prozent“, erzählt Betreiber Marcin Wrzosek, der seit 2018 Pächter des Gebäudekomplexes am Bahnhof Zossen ist.

Mehr zum Thema

Endlich neuer Pächter für den Bahnhof Zossen gefunden

Bahnhofsbistro in Zossen eröffnet am 3. Dezember

Bahnhof Zossen wird für 40 Millionen Euro ausgebaut

Besucher seien insbesondere Touristen, die zum Beispiel die B96 von Berlin nach Leipzig mit dem Fahrrad fahren und in Zossen für eine Nacht Halt machen.

Manche seien auch auf der Durchreise und bleiben für eine Nacht in Zossen, um am nächsten Morgen den Regionalzug zu nehmen, der keine halbe Stunde bis zum Flughafen Berlin-Schönefeld benötigt.

Auf den Fluren des Hostels hängen kunstvoll anmutende Bilder vom Bahnhofsumfeld und aus der Stadt Zossen. Quelle: Fabian Lamster

So wurde das Bahnhofsgebäude zum Hostel hergerichtet

Um den nördlichen Teil des Gebäudes am Zossener Bahnhof zu einem Hostel zu machen, musste der neue Betreiber einige Änderungen vornehmen.

Manche der insgesamt 18 Zimmer wurden neu gestrichen und gleichzeitig komplett mit Schränken und neuen selbstgebauten Betten ausgestattet.

Entsprechende Sanitäranlagen seien bereits im Gebäude eingerichtet gewesen. „Warum hier schon viele Vorbereitungen für eine Unterkunft umgesetzt waren, aber diese nie gestartet wurde, kann ich mir nicht erklären“, sagt Betreiber Marcin Wrzosek.

Im Zwei-Bett-Zimmer gibt es selbst gebaute Betten, abschließbare Schränke und Kleiderhaken. Quelle: Fabian Lamster

Warum die Unterkunft im Bahnhof Zossen kein klassisches Hostel ist

Dass es nun Anfang Mai losging, freue aber nicht nur die Gäste aus aller Welt und Schülergruppen, sondern genauso jede Menge Berliner und Brandenburger.

Das haben die Hostel-Mitarbeiter am 22. Juni erfahren, als sie zum Tag der offenen Tür eingeladen hatten. „Viele Menschen, die Zossen aus der DDR-Zeit kannten und mittlerweile in Potsdam oder Berlin leben, kamen vorbei. Darunter war auch jemand, der früher in der oberen Etage des Hostels gelebt hat. Er wollte sich anschauen, was aus seinem alten Zuhause geworden ist“, erzählt Hajnalka Großhennig. Sie führte an diesem Tag über Stunden durch das Hostel.

Das Hostel befindet sich am Nordflügel des Gebäudekomplexes am Bahnhof Zossen, das von 2016 bis 2018 komplett leer stand und in dem sich neben dem Hostel nun auch eine Lounge und ein Bistro befinden. Quelle: Fabian Lamster

Das Besondere an der Unterkunft sei, dass es kein klassisches Hostel sei, in dem nur Betten vermietet werden, sondern Zimmer – wahlweise mit zwei, drei oder fünf Betten, die die Besucher dann komplett für sich haben, wenn sie sie buchen.

Woran das Hostel in Zossen noch arbeiten möchte

Nach dem Start im Mai sind die Planungen in den Hostelräumen längst nicht beendet. Bei einer Führung durch die Etagen gibt es noch einige Punkte, die die Mitarbeiter verändern wollen.

Beispielsweise solle noch eine ganze Menge im Gemeinschaftsraum passieren, der bisher wenig genutzt werde. Neben bisherigen Tischen und Stühlen soll dieser künftig die Gäste mit Fernseher, Tischkicker oder Dartscheibe zum Verweilen bewegen.

Gleichzeitig solle die Verbindung zur Lok Lounge und zum Lok Bistro verbessert werden, wie Marcin Wrzosek äußert: „Wir wollen die Abläufe zwischen den drei Einrichtungen weiter optimieren, sodass Besucher zum Beispiel in unserem Bistro speisen, in unserer Lounge eine Feier organisieren und anschließend im Hostel übernachten.“

Im Familienzimmer der zweiten Etage hat man einen guten Blick auf den Bahnhofsplatz und die Gebäude an der Bahnhofstraße. Quelle: Fabian Lamster

Hostel als Rettung für Gestrandete und Freude für Senioren

Am Montagmittag klingelt es an der Hosteltür. Eine junge litauische Familie mit Kindern und Hund steht an der Tür und möchte einchecken. Sie freuen sich, in Zossen zu sein und eine Hostel-Mitarbeiterin zeigt ihnen ihre Zimmer in der ersten Etage. Sie hatten sich angekündigt. Ein paar Mal seien aber auch schon Menschen am Bahnhof gestrandet, die die Nacht im Hostel statt auf dem Bahnhof verbracht haben, in dem rund um die Uhr Mitarbeiter im Dienst sind.

Doch auch Senioren, die ihre alte Heimatstadt besuchen, haben schon das Hostel für sich entdeckt. Und die beim Tag der offenen Tür die Mitarbeiter mit warmen Worten verabschiedet haben: „Endlich habt ihr auf. Das ist genau das, was Zossen gefehlt hat“, sagte ein Senior, der in der Stadt geboren ist. Und nun wohl des Öfteren wieder seine Heimatstadt besucht.

Von Fabian Lamster

MAZ Service

Sie suchen eine Ferienwohnung?

Wir haben die Lösung!