Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Zossen Landkreis weist Kritik aus Zossen zurück
Lokales Teltow-Fläming Zossen Landkreis weist Kritik aus Zossen zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 26.03.2019
Das Kreishaus in Luckenwalde (Foto: Margrit Hahn)
Anzeige
Luckenwalde/Zossen

 Die Zahl der abgelehnten Bauanträge in Zossen ist in den vergangenen Jahren um 37,5 Prozent angestiegen. In ganzen Zahlen klingt das anders: 2016 lehnte die Untere Bauaufsichtsbehörde Teltow-Fläming 16 Bauanträge in der Stadt und den Ortsteilen Zossens ab, 2018 waren es 22. Das berichtet Dietlind Biesterfeld (SPD), Beigeordnete des Landkreises und Verantwortliche für die Bauaufsicht.

Sie antwortet damit auf Kritik der Zossener Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B), die die Baubehörde öffentlich angegriffen hatte. Laut Biesterfeld seien die Vorwürfe aus dem Zossener Rathaus zu Unrecht erhoben worden. „Es geht um Sachentscheidungen, nicht um Politik“, sagte sie auf MAZ-Nachfrage. Die Entscheidungen der Behörde seien nicht speziell gegen eine Kommune gerichtet, auch wenn mancherorts dieser Eindruck entstehen könnte. Die Pflicht der Behörde sei es, Bauvorhaben zu genehmigen, sofern keine öffentlichen Belange dagegen sprechen, so Biesterfeld.

Anzeige

Zahlen im Landkreis gleich geblieben

Tatsächlich hat sich die Zahl der abgelehnten Bauanträge im Landkreis in den vergangenen Jahren kaum verändert. 2016 wurden 89,6 Prozent aller Bauanträge genehmigt, 2018 waren es 87,4 Prozent. Seit einiger Zeit gibt es im Norden des Landkreises Teltow-Fläming einen regelrechten Bauboom. Immer mehr Menschen wollen sich dort ein Haus bauen und würden laut Biesterfeld auch versuchen, Grundstücke zu bebauen, die schwierig zu genehmigen sind. „Wir nehmen die Herausforderung des Siedlungsdrucks an. Aber wir müssen auch ein Ausufern der Siedlungen im Außenbereich verhindern“, sagt sie. Der Außenbereich eines Ortes beginnt immer dort, wo das letzte Haus am Ortsrand steht.

Streitpunkt ist immer wieder, ob ein Ort sich auch ohne einen Bebauungsplan nach außen erweitern darf. Das Gesetz schreibt vor, dass nur in absoluten Ausnahmefällen Häuser über den bestehenden Siedlungsrand hinaus gebaut werden dürfen. Damit trotzdem Neubaugebiete entstehen können, müssen die Kommunen Bebauungspläne erstellen lassen. Die sind jedoch teuer und aufwendig.

Bissiger Brief aus Zossen

Die Zossener Stadtverordneten um Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) hatten vor zwei Wochen beschlossen, einen Brief an den Landkreis zu schicken, in dem sie die Behörde mit scharfen Worten aufforderten, ihre Arbeitsweise zu verbessern. Bislang ist der Brief allerdings noch nicht abgeschickt, weil weitere Bürger und andere Kommunen sich ebenfalls an dem Schreiben beteiligen sollen, heißt es aus dem Rathaus.

Von Jonas Nayda