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Zossen Michaela Schreiber antwortet auf Fragen der MAZ-Leser
Lokales Teltow-Fläming Zossen Michaela Schreiber antwortet auf Fragen der MAZ-Leser
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13:01 28.08.2019
Michaela Schreiber, Bürgermeisterin Zossen und Bürgermeisterkandidatin Plan B 2019. Quelle: Stadt Zossen
Zossen

Michaela Schreiber (Plan B) ist seit 2003 Bürgermeisterin von Zossen und bewirbt sich in diesem Jahr um eine dritte Amtszeit.

Wie wollen Sie die Einwohner von Zossen vor Verkehrslärm schützen? Wie stehen Sie zur Ortsumgehung?

Michaela Schreiber: Durch die Nordumfahrung wird ein großer Teil der Verkehrsbelastung aus Zossen/Dabendorf rausgenommen. Deshalb muss sie unbedingt realisiert werden. Nicht nur um das große neue Gewerbegebiet zu erschließen, sondern auch um den durchfahrenden Verkehr aus der Ortsmitte zu entfernen. Mit der neuen Bahnquerung in Zossen und dem Kreisverkehr bei Kaufland wird der Verkehr in der Innenstadt flüssiger und auch dadurch viel Lärm und Stau reduziert.

In Zossen wurde zuletzt in Bahnhofsvorplatz und einen neuen Park investiert. Wie sieht es beim Straßen- und Wegebau in Wünsdorf aus?

Von 2020 bis 2022 wird der Umbau des Bahnhofes Wünsdorf erfolgen, der Märkische Hof abgerissen und dort ein großer P + R gebaut, so ist jedenfalls mein Plan. Damit wird nicht nur der Ortskern aufgewertet, sondern auch eine bessere Bahnanbindung geschaffen. Durch die neue Brücke am Wünsdorfer Kreisverkehr wird das Gewerbegebiet direkt angebunden und Lärm reduziert.

Bürgermeisterwahl in Zossen

Am 1. September – parallel zur Landtagswahl im Land Brandenburg – sind die Zossener aufgerufen, eine Bürgermeisterin zu wählen.

Zur Wahl stehen Amtsinhaberin Michaela Schreiber (Plan B) sowie Wiebke Schwarzweller (FDP).

Die MAZ hat ihre Leser aufgerufen, Fragen an die beiden Kandidatinnen zu formulieren. Die Redaktion dankt Harald Dahrmann, Viola Köppen, Michael Molzberger und Heidi Böcker für entsprechende Einsendungen. Die Fragen – zum Teil wurden Themenkomplexe mehrfach angesprochen und deshalb zusammengefasst – finden sich in den Interviews mit den Kandidatinnen wieder. Die MAZ hat darüber hinaus weitere Fragen ergänzt.

Beiden Kandidatinnen sind die Fragen zeitgleich schriftlich zugegangen und sie haben identische Längenvorgaben für ihre Antworten bekommen.

Dass Antworten zum Teil unterschiedliche lang sind, liegt daran, dass Michaela Schreiber und Wiebke Schwarzweller selbst gewichten konnten, wieviel Platz sie für die jeweiligen Antworten nutzen möchten – immer im vorgegebenen Gesamtumfang.

Wie soll der Verkehrsfluss in Wünsdorf künftig geregelt werden, wenn die Brücke zur Friedensstraße fertig ist?

In der Wünsdorfer Siedlung wird durch diese neue Brücke kein zusätzlicher Verkehr entstehen, da diese nur durch die Bewohner der Siedlung selbst genutzt wird, wegen der Regelungen Tempo 30, rechts-vor-links und Lkw-Verbot wird es als „Abkürzung“ unattraktiv sein. Gleichzeitig wird die Friedensstraße ausgebaut, mit Geh- und Radweg, mehr Parkplätzen und einer neuen Regenentwässerung versehen. Dies wird die komplette Siedlung aufwerten.

Welches Gebäude in Zossen würden Sie abreißen lassen, wenn Sie keine Rücksicht auf Gesetze nehmen müssten?

Die Frage, welches Gebäude ich abreißen würde, wenn ich keine Rücksicht auf Gesetze nehmen müsste, stellt sich mir so nicht. Ich bin oft kreativ unterwegs, um das beste Ergebnis für die Stadt Zossen zu erzielen, aber immer innerhalb der gültigen Gesetze. Als Volljuristin habe ich Hochachtung vor dem Gesetz und bin als Vertreterin der Stadt und als Privatperson immer Vorbild.

Welche Bedeutung hat für Sie die Arbeit mit den gemeinnützigen Vereinen in der Stadt?

Es gibt circa 100 Vereine in der Stadt Zossen und ich bin der Auffassung, dass Vereine ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens in einer Stadt sind. Deshalb habe ich dafür gesorgt, dass die Stadt die Arbeit der Vereine sowohl organisatorisch als auch finanziell unterstützt. Mit einem Budget von mehr als 200 000 Euro pro Jahr, „gesponserten“ Hallenzeiten in Sportanlagen und Dorfgemeinschaftshäusern und kostenloser Werbung. Für die Gespräche mit den Vereinen nehme ich mir immer persönlich Zeit und spreche dort auch gemeinsame Projekte ab.

Wie ist Ihr weiterer Kurs bezüglich der Kreisumlage, dem Hauptstreitthema mit dem Kreis?

Die Kreisumlage ist viel zu hoch, uns wird Geld für eigene Investitionen vom Kreis weggenommen, um es im Kreishaushalt „verdampfen“ zu lassen bzw. dort hohe Rücklagen zu bilden. Dieses Handeln zulasten der Kommunen muss ein Ende haben und deshalb scheue ich auch nicht den Streit mit dem Kreis. Zossen klagt seit dem Umlagebescheid 2015 gegen den Kreis, mittlerweile geht es um mehr als 40 Mio. Euro. Ich bin sicher, dass wir diese Verfahren gewinnen und dann können wir das Geld für eigene wichtige Investitionen ausgeben. Ich werde hier hart bleiben und bin nicht „vergleichsbereit“, um mich irgendwo in der Mitte zu einigen. Nett ist hier der falsche Weg. Es geht um unsere Stadt und unser Geld.

Ist das Steuer-Dumping ein Zukunftsmodell für Zossen?

Zossen hat mit dem Hebesatz von 200 Prozent einen guten Weg gefunden, um die Einnahmesituation zu erhöhen, wir liegen in 2019 bei einem Haushaltsvolumen von 60 Mio. Euro Einnahmen und Ausgaben. Dabei hat der Hebesatz nichts mit Dumping zu tun, sondern ist ein legales Mittel. Das hat Zossen schon vor 16 Jahren entschieden und der Ansatz hat sich bewährt.

Was ist Ihre Vision für Zossen 2030?

2030 wird Zossen 27 000 Einwohner haben, gut entwickelte Wohnorte mit noch mehr Kitas, ausgebauten Schulen und Sportanlagen. Eine Anbindung an Berlin über die Bahn im 20-min-Takt, und durch weitere P+R wird es genug Parkplätze an allen Bahnhöfen geben. 3 Plus Bus Linien werden alle Ortsteile und die Bahnhöfe verbinden. Mit den großen Gewerbegebieten Dabendorf und Wünsdorf wird es mehr Arbeitsplätze hier geben. Zossener werden weiterhin gern in Zossen leben und sind stolz auf ihre Stadt.

Lesen Sie auch: So antwortet Herausforderin Wiebke Schwarzweller (FDP) auf die Fragen der MAZ-Leser

Von MAZonline

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