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Zossen Wiebke Schwarzweller antwortet auf Fragen der MAZ-Leser
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13:02 28.08.2019
Wiebke Schwarzweller, FDP-Bürgermeisterkandidatin für Zossen. Quelle: Jutta Abromeit
Zossen

Wiebke Schwarzweller (FDP) ist die Herausforderin: Sie will bei der Bürgermeisterwahl an diesem Sonntag Michaela Schreiber an der Spitze der Stadtverwaltung ablösen.

Wie wollen Sie die Einwohner von Zossen vor Verkehrslärm schützen? Wie stehen Sie zur Ortsumgehung?

Die Nordumfahrung ist ein bestehender Beschluss der SVV, die den Verkehr in Zossen beruhigen wird. Jetzt sofort muss die Schaltung der Ampelphasen verbessert werden. Die geplante Teilung Dabendorfs gegen den Bürgerwillen muss neu gedacht werden. Transparenz ist wichtig.

In Zossen wurde zuletzt in Bahnhofsvorplatz und einen neuen Park investiert. Wie sieht es beim Straßen- und Wegebau in Wünsdorf aus?

In allen Ortsteilen haben wir massive Schäden der Geh- und Radwege oder sie fehlen ganz. Hier müssen Prioritäten neu gesetzt werden und mit den zuständigen Verantwortlichen abgestimmt werden. Eine gute Infrastruktur ist Grundvoraussetzung dafür, dass Arbeitsplätze geschaffen werden können und Unternehmen sich ansiedeln.

Bürgermeisterwahl in Zossen

Am 1. September – parallel zur Landtagswahl im Land Brandenburg – sind die Zossener aufgerufen, eine Bürgermeisterin zu wählen.

Zur Wahl stehen Amtsinhaberin Michaela Schreiber (Plan B) sowie Wiebke Schwarzweller (FDP).

Die MAZ hat ihre Leser aufgerufen, Fragen an die beiden Kandidatinnen zu formulieren. Die Redaktion dankt Harald Dahrmann, Viola Köppen, Michael Molzberger und Heidi Böcker für entsprechende Einsendungen. Die Fragen – zum Teil wurden Themenkomplexe mehrfach angesprochen und deshalb zusammengefasst – finden sich in den Interviews mit den Kandidatinnen wieder. Die MAZ hat darüber hinaus weitere Fragen ergänzt.

Beiden Kandidatinnen sind die Fragen zeitgleich schriftlich zugegangen und sie haben identische Längenvorgaben für ihre Antworten bekommen.

Dass Antworten zum Teil unterschiedliche lang sind, liegt daran, dass Michaela Schreiber und Wiebke Schwarzweller selbst gewichten konnten, wieviel Platz sie für die jeweiligen Antworten nutzen möchten – immer im vorgegebenen Gesamtumfang.

Wie soll der Verkehrsfluss in Wünsdorf künftig geregelt werden, wenn die Brücke zur Friedensstraße fertig ist? Soll der Verkehr hauptsächlich über die Friedensstraße und durch die Siedlung laufen, wo viele Familien wohnen und Kinder spielen?

Die Informationen aus der Verwaltung fließen zu diesem Thema kaum. Bestehende Beschlüsse kann ich nicht aufheben. Eine 30 km/h-Zone im betroffenen Gebiet ist nicht ausreichend, auch weil die Straßen gleichrangig werden sollen. In einer zusätzlichen Bauausschusssitzung in Wünsdorf müssen die Probleme thematisiert werden. Mir ist es wichtig, dass Wünsdorf gerade für Familien attraktiv ist. Hierfür braucht es eine gute Infrastruktur und Angebote für Familien.

Welches Gebäude in Zossen würden Sie abreißen lassen, wenn Sie keine Rücksicht auf Gesetze nehmen müssten?

Keines, es sei denn, es geht von diesem eine Gefahr für die Öffentlichkeit aus. Jedes Haus, jede Mauer hat in Zossen eine Geschichte. Zossen soll und darf zeigen, was es war und was es werden wird. Dafür müssen wir als Stadt mit allen Hauseigentümern zusammenarbeiten, um marode Häuser zu schützen. Damit Zossen wieder attraktiv wird.

Welche Bedeutung hat für Sie die Arbeit mit den gemeinnützigen Vereinen in der Stadt?

Gemeinnützige Vereine sind das Herz der Gesellschaft. In Zossen gibt es viele ehrenamtlich arbeitende Menschen. Sie bringen Zossen voran und vereinen Menschen. Wir müssen hier Synergien schaffen. Ich möchte den Vereinen eine Plattform bieten. Anerkennung und Unterstützung nicht nur aus finanzieller Sicht sind an dieser Stelle besonders wichtig.

Wie ist Ihr weiterer Kurs bezüglich der Kreisumlage, dem Hauptstreitthema mit dem Kreis?

Mit dem Kreis gibt es viele Streitthemen. Diese werde ich angehen, um festgefahrene Diskussionen aufzubrechen. An die Kreisumlage von 44,5 Prozent ist eine Kommune gebunden. Unser Nachbarlandkreis zeigt aber mit 36 Prozent, dass es geht, die Abgabe an den Kreis so niedrig wie möglich zu halten. Gemeinsam mit einigen Fraktionen im Kreistag machen wir uns für eine deutlichere Senkung der Kreisumlage stark. Dabei habe ich das Ziel 37 Prozent im Auge, damit die Kommunen unseres Kreises nicht gegenüber unseren Nachbarn benachteiligt sind und mehr Eigenmittel für Investitionen in den Straßen, Schulen und Kitas zur Verfügung stehen!

Ist das Steuer-Dumping ein Zukunftsmodell für Zossen?

Der 200-Prozent-Hebesatz bringt Zossen Einnahmen. Daher werde ich ihn nicht abschaffen. Mein Ziel ist es, echte Unternehmen nach Zossen zu bringen, die Arbeitsplätze schaffen. Briefkastenfirmen, gegen die wir klagen müssen, weil sie nicht zahlen, brauchen wir in Zossen nicht. Um das zu schaffen, muss Zossen noch die bisher abgelehnte Zustimmung mit dem Landkreis unterschreiben, um kostenlos (!) die bis jetzt nicht oder schlecht mit Breitband versorgten Haushalte auszustatten. Es braucht Radwege und mehr ÖPNV, ein serviceorientiertes Rathaus und einen Ansprechpartner für investitionsbereite Unternehmen.

Was ist Ihre Vision für Zossen 2030?

Meine Ziele sind: Abbau der momentanen Schulden von ca. 30 Millionen, attraktive Arbeitsbedingungen für Erzieher in Kita und Hort, um den Personalmangel endlich zu beenden, Ausstattung der Kitas und Schulen mit neuen, modernen Lehrmitteln, in serviceorientiertes offenes Rathaus, Ansiedlung realer Unternehmen, die Arbeitsplätze in Zossen schaffen, gute medizinische Versorgung, ausgebaute Radwegen, sanierte Gehwege, zukunftsfähiges Internet in allen Ortsteilen, Zusammenhalt in der Stadt und belebte Geschäfte im Stadtzentrum, attraktive Ortsteile und der Erhalt unserer Natur. Zossen soll 2030 nachhaltig sein. Eine Stadt, die allen Bürgern einen guten Lebensstandard bietet. Eine Stadt, in der man gerne lebt und die man stolz seine Heimat nennt.

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Von MAZonline

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