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Zossen Landkreis plant 25 neue Stellen für 2020
Lokales Teltow-Fläming Zossen Landkreis plant 25 neue Stellen für 2020
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16:07 28.08.2019
Mehr als 800 Mitarbeiter arbeiten für den Landkreis Teltow-Fläming. Etwa die Hälfte von ihnen sitzt im Kreishaus in Luckenwalde. Quelle: Victoria Barnack
Luckenwalde

Die Kreisverwaltung braucht mehr Personal. Was für viele Einwohner offensichtlich ist – lange Wartezeiten in den Zulassungsstellen oder für Baugenehmigungen sprechen Bände – belegt nun der Entwurf für die Stellenplanung 2020.

Seit dem Frühjahr liefen die internen Abfragen in den Fachbereichen. 53,48 neue Stellen standen auf der Wunschliste. Genehmigt sind nun tatsächlich 25,28 sogenannte Vollzeiteinheiten (VZE).

Sozialamt und Ordnungsamt haben den größten Bedarf

Die Details stellte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) in dieser Woche im Kreisausschuss vor. „Die Kriterien sind nach wie vor dieselben, wie wir sie in den Zeiten der Haushaltssicherung hatten“, erklärte sie.

Das Motto: Sparsamkeit und Effizienz. Nur wer nachweisen kann, dass sein Fachbereich deutlich mehr Fälle bearbeiten muss oder wesentlich mehr Aufgaben vom Land übertragen bekommen hat, erhält im Kreishaus die Zusage für mehr Personal.

Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) stellte den neuen Stellenplan vor. Quelle: Hartmut F. Reck

Namentlich sind das für 2020 das Sozialamt und das Ordnungsamt. Mit konkreten Zahlen haben die einzelnen Sachgebiete dargelegt, dass sie derzeit wesentlich mehr Anträge bearbeiten und auch in Zukunft keine Besserung in Sicht ist.

In vielen Bereichen häufen sich immer mehr Fälle

Ein Beispiel: Bei den Leistungen zur Grundsicherung werden 2019 insgesamt 1291 laufende Fälle bearbeitet; 2020 rechnen die Fallmanager mit mehr als 1600.

Bei den Hilfen zum Lebensunterhalt ist es ähnlich. Statt wie in 2019 mit 230 Fällen rechnet das Sachgebiet für 2020 mit über 660 Fällen. Beide Bereiche dürfen sich deshalb im nächsten Jahr je einen Mitarbeiter mehr gönnen.

Zahlen und Fakten

881,06 Vollzeiteinheiten (VZE) sieht der Stellenplan des Landkreises aktuell vor. Darin enthalten sind auch die Mitarbeiter vom Rettungsdienst.

59,19 Millionen Euro sollen die Personalaufwendungen 2020 kosten. Das sind knapp 165.000 Euro mehr als 2019.

159 neue Mitarbeiter suchte der Landkreis 2018 für frei gewordene Stellen. Bis Ende Juli 2019 wurden schon 164 Stellen ausgeschrieben.

Zwei VZEwerden Ende 2019 gestrichen, weil sie nicht mehr nötig sind: im Landwirtschaftsamt und für Grundstücksangelegenheiten.

Noch 2019 soll der Stellenplan von derzeit 881,06 VZE um zwei Stellen erweitert werden. Der Kreisbrandmeister bekommt eine Assistenz. Ein Sachbearbeiter für die überfälligen Brandschauen soll außerdem ausgeschrieben werden. Der Kreistag stimmt im kommenden September darüber ab.

Was der Kreisverwaltung aber viel mehr Sorgenfalten auf die Stirn treibt, ist der Konkurrenzkampf auf dem Arbeitsamt. „Für Ingenieure betrifft das die freie Wirtschaft“, sagte Wehlan. Größter Konkurrent, was das Verwaltungspersonal angeht, seien Landes- und Bundesbehörden. Denn die würden sich oft als wesentlich attraktivere Arbeitgeber zeigen.

Ab 2020 soll Home Office möglich sein

„Zuletzt hatten wir mehrere Abspringer, nachdem die Bewerbungsgespräche schon geführt waren“, berichtete Wehlan, „weil wir keine Telearbeit anbieten können. Potsdam kann das, im Gegensatz zu uns.“ Mit der Arbeit von zu Hause will sich die Verwaltung der großen Herausforderung stellen und in Zukunft Familie und Beruf besser vereinbar machen.

Die technische Umsetzung und auch eine nötige Dienstvereinbarung ziehen den Prozess allerdings in die Länge. Nun will die Kreisverwaltung mit dem Jahr 2020 in die digitale Arbeitswelt starten.

Durchschnittsalter 47,59 Jahre

Ohnehin kränkelt der Landkreis als Arbeitgeber an seiner Altersstruktur – Mitarbeiter sind im Durchschnitt 47,59 Jahre alt. Immer mehr von ihnen nutzen die Möglichkeit, frühzeitig in den Ruhestand zu gehen. „Hier liegen wir leider über dem Landesdurchschnitt“, erläutert Wehlan.

Statt elf geplanter altersbedingter Austritte für das ganze Jahr 2019 waren es Ende Juli tatsächlich schon 21. Hinzu kamen 14 Eigenkündigungen oder Mitarbeiter, die berufs- oder erwerbsunfähig wurden.

Alle aktuellen Stellenausschreibungen veröffentlicht der Landkreis auch im Internet. Quelle: Victoria Barnack

Neue Mitarbeiter zu finden, stellt den Kreis genauso wie Städte und Kommunen derzeit vor ein unüberwindbar scheinendes Hindernis. Die Landrätin ist schon froh, dass inzwischen wichtige Führungspositionen wieder besetzt sind. „Dafür sind oft Mehrfachausschreibungen nötig“, gesteht Wehlan ein. Im Kreishaus wird eine Prioritätenliste, die besonders akute Stellen beinhaltet, inzwischen wöchentlich aktualisiert.

Online-Bewerbungen, Werbung in Social Media und Zulagen

Höchste Zeit also, dass sich auch das Kreishaus für den harten Kampf auf dem Arbeitsmarkt rüstet. Home Office soll nur ein Lockmittel für neue, junge Mitarbeiter sein.

Auch das Thema Online-Bewerbung und -Werbung steht ganz oben auf der Agenda. „Für viele Menschen ist es schon ein Grund, sich nicht bei einer Verwaltung zu bewerben, wenn man das nicht komplett online machen kann“, sagt die Landrätin. Der Landkreis wirbt außerdem inzwischen in den sozialen Medien für seine freien Stellen.Fachärzten und IT-Personal darf die Verwaltung inzwischen sogar Zulagen zahlen. Das hatte der Kreistag vor einem Jahr genehmigt, denn in diesen Bereichen ist der Kampf um die Fachkräfte besonders hart.

Konzept schreibt eigentlich Stellenabbau bis 2024 vor

Ernsthafte Kritik gab es an der neuen Stellenplanung von den Politikern noch nicht – und das, obwohl der Kreistag seiner Verwaltung eigentlich etwas anderes auferlegt hat: Laut Personalentwicklungskonzept sollen von 2014 bis 2024 insgesamt 50 VZE abgebaut werden.

2019 und 2020 werden im Kreishaus voraussichtlich je zwei VZE nicht wieder besetzt. Weniger Stellen wird es wegen der steigenden Fallzahlen und höheren Aufgabenlast insgesamt dennoch nicht geben.

Von Victoria Barnack

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