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Zossen Haus steht leer, Wasserrechnung kommt trotzdem – für 2,4 Millionen Liter
Lokales Teltow-Fläming Zossen Haus steht leer, Wasserrechnung kommt trotzdem – für 2,4 Millionen Liter
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18:05 15.07.2019
Bärbel und Volker Stolle sollen 2,4 Millionen Liter Wasser in 77 Tagen verbraucht haben. Quelle: Privat
Ludwigsfelde

Man stelle sich vor, man verkauft ein Garten-Grundstück mit Fertiglaube. Ganze 77 Tage dauert der Verkauf. In dieser Zeit hat dort niemand gewohnt. Und dann flattert eine Wasser-Rechnung ins Haus – für angeblich 2, 4 Millionen Liter Trinkwasser, die dort geflossen sein sollen. Und zwar genau in der Zeit, in der die Laube leer stand.

Passiert ist das Volker (57) und Bärbel Stolle (60). Sie verkauften ihr 1066 Quadratmeter großes Grundstück Am Mellensee in der Schadowstraße im Ortsteil Saalow.

„Uns traf fast der Schlag“

„Uns traf fast der Schlag, als wir die Rechnung dieses Jahr vom Zweckverband KMS aus Zossen erhielten und dachten an ein Missverständnis“, sagt der Service-Monteur Volker Stolle, der mit seiner Frau Bärbel im 240 Kilometer entfernten Thale bei Halberstadt wohnt. „4010,10 Euro plus 45 Euro Mahngebühren sollten wir bezahlen.“

Für 2397 Kubikmeter Trinkwasser in 77 Tagen – das entspricht einem Fassungsvermögen von 4,8 Millionen Bierflaschen (O,5 Liter). Der Abrechnungszeitraum ist datiert vom 16. Mai 2017 bis zum 31. Juli 2017. „In den 77 Tagen, als das Grundstück von einer Maklerin verkauft wurde“, wundert sich Volker Stolle. „Und erst 22 Monate später erhielten wir die Rechnung.“

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Das Ehepaar agierte sofort und legte Widerspruch ein. Volker Stolle berichtet: „Seitens der KMS wurde zwar telefonisch der Eingang bestätigt, jedoch nicht schriftlich, was mich veranlasste, am 2. Juli nach Zossen zu fahren, um die Angelegenheit bei der KMS vor Ort zu klären.“

Doch die anwesende Dame konnte dem 57-Jährigen nicht wirklich helfen, da kein Verantwortlicher wegen einer Versammlung zu sprechen war. „Dabei äußerte sie, dass eventuell ein Wasserrohrbruch vorgelegen habe oder vielleicht ein Wasserhahn nicht richtig geschlossen wurde.“

„Mit 2,4 Millionen Litern kann man drei große Schwimmbäder füllen“

Stolle glaubt das aber nicht: „Das hätten ja die Anwohner merken müssen, da wäre die ganze Straße weggespült worden und es hätte alles unter Wasser gestanden. Mit 2,4 Millionen Liter Wasser kann man drei große Schwimmbäder befüllen.“

Enttäuscht fuhr Volker Stolle wieder Richtung Thale. Auf der Fahrt klingelte plötzlich sein Handy. „Die selbe Dame von der KMS, mit der ich gesprochen hatte, teilte mir mit, es sei wohl nicht mehr möglich, eine Prüfung durchzuführen, da die Wasseruhr 2018 ausgebaut und bereits entsorgt wurde.“

Volker und Bärbel Stolle wollen die Rechnung nicht zahlen. Sie sind verzweifelt, glauben an ein Missverständnis oder einen Ablesefehler. Er schrieb nun einen Brief an die KMS Verbandschefin, mit der Bitte um Klärung seines Falls.

Der Zweckverband KMS äußerte sich über Verbandschefin Heike Nicolaus: „Der Verband prüft den Fall.“ Zu mehr wollte sie sich aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht äußern.

Von Marlene Schmidt

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