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Zossen Streit um Zaun am Wasserwerk
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05:03 19.06.2018
Der Streit zwischen KMS und Landesforst um den Schutzzaun für das Wasserwerk Lindenbrück dauert an. Quelle: Frank Pechhold
Lindenbrück

Schutzzaun oder freier Zugang zum Wasserwerk Lindenbrück? Weil der Landesforstbetrieb das 20500 Quadratmeter große Areal als Wald einstuft, soll nun das Oberverwaltungsgericht (OVG) diese Frage beantworten. In erster Instanz zog der Wasserzweckverband KMS den kürzeren. Das stößt bei KMS-Vorsteherin Heike Nicolaus auf Unverständnis. „Ich muss doch unsere eigenen Anlagen schützen können. Da darf doch nicht jeder so einfach rum spazieren!“

Genau genommen geht es um zwei Zaun-Probleme. Das Wasserwerk wurde 1985 vom damaligen Versorger PWA errichtet. Es diente vorrangig zur Trinkwasserversorgung der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte. „Bereits im Baujahr wurden die Hauptanlagen mit Maschendraht eingezäunt“, sagt Nicolaus. Erst in jüngerer Zeit habe man eine 3157 Quadratmeter große Fläche auf dem eigenen Gelände einzäunen lassen. Auf dieser Fläche befindet sich ein Teich, der Filterspül- und Regenwasser auffängt. „Diesen Teich haben wir eingezäunt, um ihn zu sichern und so zu vermeiden, dass spielende Kinder oder Spaziergänger rein fallen“. Dagegen erließ die Forst eine Verfügung. „Wir sollen den neuen Zaun zurückbauen, weil das hier alles Wald ist. Und Wald müsse frei zugänglich sein, sagt die Forst.“ Gegen die Verfügung legte der KMS Widerspruch ein. Das wiederum führte zur Klage. „Mittlerweile sind wir in der zweiten Instanz.“

Nicolaus: „Sogar Landesarchiv durchforstet“

Im Zuge des Rechtsstreits muss der KMS auch belegen, dass es für den 1985 errichteten Zaun eine Baugenehmigung gibt. „Auf der Suche danach haben wir sogar das Landesarchiv durchforstet. Leider ergebnislos“, sagt Nicolaus. Zu DDR-Zeiten seien für die Russen bestimmten Anlagen oft einfach gebaut worden – und fertig. „Da werden wir wohl keine Baugenehmigung finden.“ Also müsse man das damals nicht erfolgte Baugenehmigungsverfahren jetzt nachholen.

Nun hat der KMS zwei Möglichkeiten. „Entweder wir bauen den ganzen Zaun ab und jeder kann auf unsere Anlagen latschen. Oder es wird ein Bebauungsplan für das gesamte Flurstück erstellt.“ Damit schaffe man Planungsrecht und könne auf dem eigenen Gelände frei entscheiden, so Nicolaus. Bislang betragen die Kosten für den B-Plan rund 37000 Euro. Wahrscheinlich muss der KMS auch Abgaben für Waldnutzung an die Forst leisten oder Ausgleichsflächen aufforsten.

Schreiber: „Das ist totaler Irrsinn“

„Das ist totaler Irrsinn, einen B-Plan erstellen zu müssen, nur damit der KMS einen Zaun um seine Anlagen ziehen kann“, so die Zossener Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) kürzlich im Hauptausschuss. So ein Zaun mache absolut Sinn, um kritische Infrastruktur wie das Wasserwerk Lindenbrück zu schützen.

Das Hauptwasserwerk Lindenbrück versorgt Zossen, Wünsdorf, Waldstadt, Dabendorf, Nächst Neuendorf, Glienick, Werben und Lindenbrück sowie Mellensee, Klausdorf und Rehagen in der Gemeinde Am Mellensee und den östlichen Teil von Rangsdorf sowie die Ortsteile Groß Machnow, und Klein Kienitz. Pro Tag dürfen bis zu 8500 Kubikmeter Grundwasser gefördert werden. Spitzentageswert in der aktuellen Hitzeperiode: 6832 Kubikmeter.

Von Frank Pechhold

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