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Zossen Eiszeit zwischen Tierheim und Stadt Zossen bald zu Ende?
Lokales Teltow-Fläming Zossen Eiszeit zwischen Tierheim und Stadt Zossen bald zu Ende?
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07:39 02.11.2019
Ursula Bauer, Vorstandsvorsitzende des Zossener Tierheims, und Michaela Gebhardt, eine von fünf Mitarbeiterinnen. Quelle: Udo Böhlefeld
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Zossen

Nachdem in der jüngsten Vergangenheit Funkstille zwischen dem Zossener Tierheim und der Stadt Zossen herrschte, könnte es bald zu neuen Verhandlungen zwischen beiden kommen. Das hat die künftige Bürgermeisterin Wiebke Schwarzweller (FDP) gegenüber der MAZ bestätigt. Im vergangenen Jahr hatte die bisherige Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) den Vertrag zur Unterbringung von Fundtieren mit dem Zossener Tierheim gekündigt.

Platz für Tiere

Rund 60 Katzen, 20 Hunde und eine Reihe von Kleintieren wie Hasen und Meerschweinchen könnten theoretisch in der großzügig bemessenen Anlage des Tierheims an der Grenze zwischen Zossen und Wünsdorf Platz finden. Theoretisch – im Moment ist es eher ruhig, nur einige wenige Vierbeiner warten auf einen neuen zweibeinigen Freund. Was allerdings nicht immer der Fall ist.

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Das Tierheim Zossen Quelle: Udo Böhlefeld

Die Einrichtung entstand Mitte der 1990er Jahre und wurde 1999 vom „Verein der Tierfreunde Schützende Hand“ übernommen. Nach einigen Schwierigkeiten weitete der Trägerverein seine bereits bestehende Partnerschaft mit dem bundesweiten Tierschutzverein „Aktion Tier – Menschen für Tiere“ aus, der sich seit 2014 direkt in Zossen engagiert. Seitdem ist viel geschehen in der Tier-Notunterkunft.

Es passt oder es passt nicht

„Wir haben inzwischen fünf Festangestellte“, sagt Ursula Bauer, die ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende des Vereins, die in ihrem Hauptberuf für die „Aktion Tier“ in Berlin arbeitet.

Tierheim Zossen Quelle: Udo Böhlefeld

Dazu beigetragen hat sicher auch, dass es ebenfalls seit 2014 einen Fundtiervertrag mit der Stadt Potsdam gibt. Die in der Landeshauptstadt zugelaufenen oder mitunter auch beschlagnahmten Tiere machen zwischen 50 und 80 Prozent des Bestandes im Zossener Tierheim aus. Dabei geht es den Mitarbeiterinnen allerdings auch nicht so sehr darum, diesen „Bestand“ zu wahren. Wichtiger ist ihnen, die Tiere wieder in gute Hände zu vermitteln. Und das nicht nach dem Motto „so schnell wie möglich“, sondern es geht ihnen darum, die künftigen Mensch-Tier-Paare so sorgfältig wie möglich auszusuchen. Mitarbeiterin Michaela Gebhardt: „So wie wir das Tierheim hier nicht vollstopfen, so wichtig ist es für uns, bei der Vermittlung genau hinzuschauen. Wir veranstalten hier keine Tage der offenen Tür, um möglichst schnell möglichst viele Tier zu vermitteln und man kann hier auch nicht mal eben ein Tier kaufen.“ Obligatorisch sind mehrer Gassi-Gänge und auch mal ein gemeinsamer Ausflug von Mensch und Tier, damit beide vielleicht nach diesem Kennenlernen merken „es passt oder es passt nicht“.

Bürgermeisterin gesprächsbereit

Zossen ist kein „Abgabetierheim“ – soll heißen: Hier kann nicht jeder ein Tier abgeben, das ihm zugelaufen ist. Oder dessen er überdrüssig geworden ist. Nur Kommunen, die einen Fundtiervertrag unterzeichnet haben, können Tiere in Zossen unterbringen. Neben Potsdam haben auch Kleinmachnow und Stahnsdorf einen solchen Vertrag, und bis zum vergangenen Jahr gab es auch einen mit der eigenen Heimatgemeinde Zossen. Dort kam es zum Streit, als der Verein von der alten Einzelfallabrechnung mit hohem bürokratischen Aufwand hin zu einem Pauschalvertrag wollte. Auf die zunächst signalisierte Gesprächsbereitschaft von Seiten der Verwaltung folgte Funkstille, so Ursula Bauer. „Noch etwas später warf uns die noch amtierende Bürgermeisterin Schreiber dann plötzlich vor, wir wollten ein Sonderluxuspaket“, fügt sie hinzu. Selbst ein städtischer Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro sei sang- und klanglos entfallen.

Tierheim Zossen Quelle: Udo Böhlefeld

Nach dem Wahlerfolg von Wiebke Schwarzweller aber kommt Bewegung in die Sache. Die neue Bürgermeisterin Zossens äußerte sich gesprächsbereit. Sollte der Fundtiervertrag mit Potsdam im nächsten Jahr gekündigt werden, da dort ein eigenes Tierheim gebaut wird, könnte das eine ökonomisch wertvolle Hilfe sein.

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Von Udo Böhlefeld

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