Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Zossen Familie Alshek freut sich über Kinderwagen für Ahamid
Lokales Teltow-Fläming Zossen Familie Alshek freut sich über Kinderwagen für Ahamid
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:04 26.12.2019
Aus seinem neuen Kinderwagen wollte Ahamid Alshek gar nicht mehr aussteigen. Quelle: Udo Böhlefeld
Anzeige
Wünsdorf

Sterntaler-Bescherung in Wünsdorf: Statt des Weihnachtsmannes kommt bei der syrischen Familie Alshek am Tag vor Heiligabend die MAZ vorbei. Und hat Geschenke mitgebracht.

Gemeinsam mit ihrem zweijährigen Sohn Ahamid und dem siebzehnjährigen Samy lebt Amani Abdul Fatah Alshek in Wünsdorf bei Zossen. Ahamid ist schwer krank, ein lebensbedrohlicher Gendefekt erfordert regelmäßige Behandlung in der Berliner Charité. Mindestens einmal, mitunter dreimal die Woche muss die 35-Jährige deshalb gemeinsam mit ihrem Sohn in die Stadt. Kein leichtes Unterfangen, Ahamid ist für sein Alter recht groß und dementsprechend schwer. Um Amani Alshek dabei zu unterstützen, bekam sie dank der Spenden der MAZ-Leser einen neuen Kinderwagen.

Anzeige

„Für Familie Alshek“

Kaum ausgepackt und montiert, saß Sohn Ahamid bereits drinnen, strahlte als ob er ein neues Auto bekommen hätte und wollte das „Gefährt“ gar nicht wieder verlassen. Aber es musste ja noch anderes ausgepackt werden. Viele MAZ-Leser hatten sich an der Sterntaler-Aktion beteiligt, einige ausdrücklich mit dem Vermerk „Für Familie Alshek“. Zahlreiche Anrufer boten darüber hinaus ihre Hilfe an.

Ahamid, der wohl zum ersten mal in seinem jungen Leben mit Geschenken bedacht wurde, war erst zögerlich. Dann aber machte er sich mit vorsichtigem Respekt ans Auspacken der übrigen Geschenke. Gemeinsam mit der Familie entstand aus Duplo-Bausteinen und -Figuren ein kleiner Tierpark. Kuscheltiere wurden geknuddelt, besonderes Interesse erregte auch der Schokoladen-Weihnachtsmann. Leider hatte der einen kleinen Haken: Wegen seiner Erkrankung und der Vorbereitung auf die Stammzellentransplantation erhielt Ahamid erst kürzlich eine Chemotherapie –und sollte zumindest vorläufig auf den Genuss von Zucker verzichten.

Hin und hergerissen

Samy, der ältere der beiden Söhne, war nicht minder aufgeregt. Schon zu Beginn zeigte er das, indem er einerseits neugierige Blicke auf die noch verpackten Geschenke der MAZ-Leser warf, sich andererseits aber scheu in sein Zimmer zurückzog. Am Ende sigte aber dann doch die Neugier. Sorgfältige Verpackungen verwandelten sich in Bücher des deutsch-syrischen Autors Rafik Shamir. Besonderes Interesse fand allerdings dann doch ein schicker Rucksack und dessen Füllung: ein richtiger Fußball. Kaum ausgepackt zog sich Samy mit dem letzten der Geschenke dann schnell in sein Zimmer zurück – einer Digitalkamera nebst eingesetzter Speicherkarte. Vielleicht hilft sie dabei, Samys Scheu vor der Kamera zu überwinden. War es vor einigen Wochen schon schwierig, ihn für ein Foto vor die Linse zu bekommen, ließ er sich diesmal auf keinerlei Überzeugungsversuche ein. Schon der Anblick des Reporter-Handys – statt großer Kamera – führte zur Flucht ins Nebenzimmer.

Danke

Zum Abschluss gab es noch die neue Schlafstätte für Mutter und den kleinen Sohn Ahamid, dazu ein Gutschein für ein Bett für Amani Alshek. Schon die Freude über den Kinderwagen hatte ihr ein strahlendes Lächeln in die Augen gezaubert, gemischt mit einigen Tränen. Amani Alshek sagt Danke an alle MAZ-Leser und die MAZ-Sterntaler-Aktion.

Von Udo Böhlefeld