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Zossen Was Nico Heer als neuer Fischer in Kallinchen verändert hat
Lokales Teltow-Fläming Zossen Was Nico Heer als neuer Fischer in Kallinchen verändert hat
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06:08 09.08.2019
Nico Heer erfüllte sich mit der Übernahme der Fischerei in Kallinchen einen Lebenstraum. „Am Wasser sein und Angeln war immer mein liebstes Hobby. Es ist großartig, das zum Beruf gemacht zu haben." Quelle: Fabian Lamster
Kallinchen

 Das Lieblingshobby zum Beruf machen, ist ein Wunsch, den so einige Menschen haben, aber nicht immer umsetzen können. Umso schöner, wenn es gelingt. Das weiß Nico Heer als gelernter Kfz-Mechaniker und Fahrlehrer bei der Bundeswehr – und neuer Fischer in Kallinchen.

Seit Anfang Juli lebt er zusammen mit seiner Familie dort und hat die Fischerei übernommen, die seit 1993 Peter Sombert betrieben hat und schon 1691 in der Kallinchener Ortschronik auftaucht.

Nico Heer schätzt an seinem Beruf nicht nur die Nähe zur Natur und das Seeidyll des Motzener Sees, sondern ebenso die Ruhe, das Jagen großer Fische sowie deren Zubereitung. Quelle: Fabian Lamster

Der 40-Jährige ist stolz über die ersten Wochen in seiner neuen Lebens- und Arbeitsumgebung. „Es ist großartig, wie herzlich und aufgeschlossen mich die Menschen empfangen haben“, erzählt der Familienvater.

Noch bevor er den Verkaufsladen am 5. Juli das erste Mal geöffnet hatte, standen Bewohner aus Kallinchen vor seiner Fischerei und haben ihm und seiner Familie geholfen, das Areal aufzuräumen.

Schwierige Suche zum Start als Fischer

Herausgekommen ist unter anderem ein neuer Verkaufsraum, in dem es ein breiteres Angebot gibt: Zander, Hecht und Welse hat Nico Heer selbst aus dem Motzener See geholt, während der 40-Jährige Heringe oder Lachse angeliefert bekommt.

Das Räuchern der Fische übernimmt der gebürtige Berliner selbst und würzt den Fisch so, dass es ihm als leidenschaftlichen Koch nicht nur selbst, sondern ebenso seinen Gästen schmeckt. Auch Fischernetze und Reusen stellt er vor Ort selbst her.

Nico Heer legt gehäutete Lachse auf die Räuchergitter, bevor der Fisch in den Ofen kommt. Der Geruch des frisch geräucherten Fisches lockt oft einige Kunden an, die den Fisch schon wenig kaufen können. Quelle: Fabian Lamster

Dabei wäre Nico Heer beinahe ganz woanders gelandet. „Ich habe ab 2013 rund 400 Anfragen an Fischereien, Fischzuchten und Fischverarbeitungsbetriebe in ganz Deutschland verschickt, um als Fischer arbeiten zu können“, sagt er.

Anschließend habe er sich Betriebe in Kiel und Lübeck angesehen, die ihn nicht überzeugten. Es wuchs der Gedanke, nach Kanada auszuwandern, wo Fischwirtschaftsmeister derzeit gefragter seien – bis im Sommer 2017 der Anruf aus Kallinchen kam.

Diese Aufgaben hat Nico Heer als Fischer

Bei der Fischerei, seinem „Lebenstraum“, wie Nico Heer sagt, unterstützt ihn die gesamte Familie. Seine Frau Carola kümmert sich um die Buchhaltung und steht mit an der Verkaufstheke. Sein Sohn verwaltet die Facebook-Seite, die seit Mitte Juni online ist.

Ein Bild auf Facebook zeigt Nico Heer mit einem Zander, den er mit beiden Händen hält. „Der Zander brachte 4,5 Kilogramm auf die Waage, obwohl mir gesagt wurde, dass es im Motzener See gar keine gibt“, erzählt der Familienvater. Auch die Massen an Bachschmerlen, die im See leben, begeistern ihn.

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Als Fischer ist es nicht nur seine Aufgabe, die Fischerei am Laufen zu halten und Fische zu fangen, sondern ebenso auf den Motzener See und seinen Fischbestand aufzupassen.

Er führt eine Fangstatistik, in die er jeden gefangenen Fisch einträgt. Außerdem ist nicht jeder Fisch, der in seinen Netzen landet, für ihn von Bedeutung. „Meine Aufgabe ist, für ein Gleichgewicht an Fischen zu sorgen. Gleichzeitig schaue ich, wie alt sie sind. Ich bin sozusagen ein Jäger auf dem Motzener See“, sagt der Fischwirtschaftsmeister.

Für diesen Winter habe er auch die Idee, Weihnachtsbäume an bestimmten Orten im See zu versenken, um den Fischen beim Laichen zu helfen.

Auf dem Areal, auf dem 26 Jahre Fischer Peter Sombert Fische verkauft hat, der nun im Ruhestand ist, hat der gebürtige Berliner noch jede Menge Pläne. Quelle: Fabian Lamster

Wie Nico Heer zum Fischen gekommen ist

Zum Fischen selbst kommt Nico Heer über das Angeln. Schon mit vier Jahren hält er seine eigene Angel in den Händen, im Alter von sechs Jahren radelt er alleine mit dem Fahrrad die Seen in seiner Umgebung ab. Das sei für ihn wie eine Sucht und Leidenschaft zugleich gewesen.

Auf dem Gelände der Fischerei am Motzener See möchte Nico Heer einiges ändern und erneuern. Auch nicht mehr zu gebrauchendes Fischer-Equipment möchte er austauschen. Quelle: Fabian Lamster

„Wenn er angelt, ist er am glücklichsten“, sagt seine Frau Carola. Umso glücklicher sind beide über den Start in Kallinchen und am Motzener See. „Hier kann ich meine Angelleidenschaft voll ausleben, was ich lange Zeit nicht konnte“, sagt Nico Heer.

Oft sitzt er nach Ladenschluss noch mit seiner Frau auf einer Holzbank, die auf dem Steg am Seeufer steht und angelt. Während im Hintergrund die Sonne untergeht. 

Von Fabian Lamster

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