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Zossen Glienicker Supermarkt schließt zum Ende des Jahres
Lokales Teltow-Fläming Zossen Glienicker Supermarkt schließt zum Ende des Jahres
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17:52 20.12.2019
Das Dorf hat gesammelt. Der Erlös soll Sylvia Hansche ihren Traum von einer kleinen Reise ermöglichen. Quelle: Udo Böhlefeld
Glienick

„Nah und Gut“ Hansche in Glienick – das war fast dreißig Jahre lang Einkaufsgelegenheit im Dorf. Das war zugleich Poststelle und die Möglichkeit, beim Einkauf mal eben etwas Bargeld vom eigenen Konto mit abbuchen zu lassen und sich so den Weg zur Bank nach Zossen oder Ludwigsfelde zu ersparen. Und es war die Kommunikationszentrale Glienicks. Zum 31. Dezember schließt Sylvia Hanke nun ihren „Nah und Gut“ an der Schulzendorfer Straße.

Der „Nah und Gut“ in Glienick schließt zum Ende des Jahres. Jetzt verabschiedete sich die Dorfgemeinschaft

Danke für 30 Jahre

Treffpunkt Dorfaue: Deutlich über hundert Dorfbewohner waren am Freitag um die Mittagsstunde zum Abschied von Sylvia Hansche erschienen. Die Betreiberin des „Nah und Gut“ seit Oktober 1990 wusste von nichts, die Überraschung war um so größer. Als die Nachbarn von links und rechts des kleinen Supermarktes und auch die von Gegenüber am Freitagmittag „Danke“ für die 30 Jahre im Dienst der Ortsgemeinschaft sagten, gab’s nicht nur bei Sylvia Hansche das ein oder andere Tränchen. Denn der „Nah und Gut“ war nicht nur der Supermarkt des Ortes. Im Fünf-Minuten-Abstand fuhren zuvor Pkws aus der Umgebung auf den Parkplatz, um Päckchen abzugeben oder abzuholen und nebenbei den Liter Milch oder einen Beutel Rohlinge für Brötchen, von Neuglienickern aus dem Berliner Raum auch Schrippen genannt, einzukaufen. Für Letztere machte sich eine Kundin in der Vergangenheit sogar regelmäßig aus Mahlow auf den Weg. Aus! Vorbei!

Sechs Beschäftigte

Nach fast dreißig Jahren „Nah und Gut“ in Glienicke ist Sylvia Hansche selbst ein wenig traurig darüber, dass sie den kleinen Markt schließt. „Aber ich werde demnächst 63, ich kann einfach nicht mehr.“ Ihre Woche begann über die ganzen Jahre am Montag früh. „Und wenn ich früh sage, dann meine ich früh“, sagt der Nachbar von gegenüber, der morgens zwischen 5:30 Uhr und 6:00 Uhr das Haus verlässt. „Da ist Frau Hansche schon bei der Arbeit.“ Um 12 Uhr am Samstag macht Frau Hansche gewöhnlich die Tür zu. Aber dann gibt es ja immer noch reichlich Nacharbeiten, Regale auffüllen, Reinigung, Buchhaltung und und und... Selbstverständlich hat sie das nicht immer alleine gemacht, zuletzt insgesamt sechs Beschäftigte, darunter Sabine Noack und Birgit Neumann, sorgten mit dafür, dass kein Kunde das Geschäft unzufrieden verließ. Beide bedauern die Schließung, sie verlieren Job und ihre Einkaufsmöglichkeit in Glienick. „Und“, fügt Sylvia Noack hinzu, „das hier war immer auch unsere Nachrichtenzentrale. Wir Verkäuferinnen wussten immer als erste im Dorf, wenn irgendwo irgendwas passierte.“

Sparschwein für die Reisekasse

Bis zuletzt hat Sylvia Hansche versucht, einen Nachfolger für ihren Laden zu finden. Vergeblich. „Es gab zwar einige Bewerber, aber die sind in letzter Minute abgesprungen“, sagt die Geschäftsfrau bedauernd. Aber, so sagt sie auch weiter, „schreiben Sie ruhig, dass der Laden immer noch zu haben ist. Ich schließe am Dienstag, den 31. Dezember die Tür ab – aber alles andere bleibt erst einmal wie es war. Kasse, Kühltheke und Regale werden zwar leer gemacht, aber falls jemand Interesse hat, den Laden zu übernehmen, dann soll er sich schnell bei mir melden.“ Sie selbst will erstmal ausspannen. All das machen, was sie die letzten dreißig Jahre nicht machen konnte, weil montags bis samstags der Laden geöffnet werden musste.

Neben vielen Blumen- und anderen -geschenken hat die Dorfgemeinschaft zu diesem größten Wunsch von Sylvia Hansche beigetragen: Ein Sparschwein, das zuvor durch die Reihen der Dorfbewohner ging, soll ihre Reisekasse füllen.

Von Udo Böhlefeld

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