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Zossen Idee: Aussichtsturm im Industriedenkmal Zossen
Lokales Teltow-Fläming Zossen Idee: Aussichtsturm im Industriedenkmal Zossen
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19:34 28.03.2019
Die historischen Kalkschachtöfen in Zossen werden zurzeit denkmalgerecht hergerichtet. Quelle: Foto: Fred Hasselmann/Stadt Zossen
Zossen

Zur 700-Jahrfeier der Ersterwähnung Zossens könnte sich die Stadt möglicherweise ein außergewöhnliches Geschenk machen: Ein Aussichtsturm im historischen Kalkschachtofen. Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) stellte die Idee am Mittwoch im Bauausschuss vor.

Idee eines Einwohners

Ein Anwohner aus Zossen hatte bereits vor ein paar Wochen im Kulturausschuss anlässlich der 700-Jahrfeier die Idee eines Aussichtsturms geäußert. Jedoch war zunächst immer nur von einem Neubau die Rede gewesen. Die Idee, die etwa 20 Meter hohen historischen Kalkschachtöfen zwischen Nottekanal und Bahnschienen zu nutzen, war Bürgermeisterin Schreiber bei einem Baustellenbesuch vor wenigen Tagen gekommen.

Aktuell wird das in die Jahre gekommene Mauerwerk instand gesetzt. Die Türme sind komplett eingerüstet. Von diesem Gerüst aus, hätte man einen hervorragenden Blick über die Stadt, berichtete die Bürgermeisterin am Mittwoch im Bauausschuss.

Die historischen Kalkschachtöfen in Zossen werden hergerichtet. Quelle: Fred Hasselmann/Stadt Zossen

„Wir könnten damit zur 700-Jahrfeier etwas Nachhaltiges schaffen, wovon die Stadt noch lange profitiert“, sagt Schreiber auf MAZ-Nachfrage. Anfangs sei sie skeptisch gewesen, aber jetzt, wo die Türme einmal eingerüstet sind, könne man die Idee gut überprüfen.

Geschichte der Kalkschachtöfen

Die Kalkschachtöfen wurden 1850 und 1880 erbaut. Die Wände der Öfen sind teilweise mehr als zwei Meter dick. In ihnen wurde bis in die 1920er Jahre Kalkstein gebrannt, der unter anderem zum Bau vieler Häuser gebraucht wurde. Zu Hochzeiten waren 15 Arbeiter in der Kalkbrennerei angestellt. Der Kalk wurde damals auf Lastkähnen über den Nottekanal antransportiert. Die beiden Türme stehen inzwischen unter Denkmalschutz, sie gelten als seltenes Industrie- und Kulturdenkmal.

Die Instandsetzungsarbeiten an den Türmen werden voraussichtlich noch eine Weile andauern. Vor allem die Metallarbeiten gestalten sich schwierig. Auf die Ausschreibung hatte es kein wirtschaftliches Angebot einer Baufirma gegeben, wie die Bürgermeisterin bekannt gab.

Sie kündigte an, wegen der Idee eines Aussichtsturms bei der Denkmalschutzbehörde anzufragen. „Wir müssen prüfen lassen, wie realistisch das überhaupt ist“, sagt sie. Zurzeit könne man noch nicht sagen, ob eine Aussichtsplattform oben auf den Öfen, oder eher drum herum möglich sei. Auch die Frage der Treppen und Zugänge müsse zuallererst mit dem Denkmalschutz abgeklärt werden.

Jubiläumsfeier 2020

Sollte es tatsächlich möglich sein, aus einem der Kalkschachtöfen einen Aussichtsturm zu machen, würde die Stadtverordnetenversammlung sich mit einem Beschluss beeilen müssen. Die große Jubiläumsfeier zur 700-jährigen Ersterwähnung Zossens findet schon in kommenden Jahr statt. Demnächst soll dafür noch ein Festkomitee gebildet werden.

Ohne die Zustimmung der Denkmalschutzbehörde Teltow-Fläming bleibt der Aussichts-Kalkschachtofen aber erstmal nur eine Idee. Für die Sanierung der Anlage haben die Stadtverordneten bereits im vergangenen Jahr rund 400.000 Euro beschlossen. Ein Teil dieses Geldes ist auch dafür gedacht, eine mögliche Nutzung als Kulturstätte zu planen.

Von Jonas Nayda

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