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Zossen Kurzfristig kein Kita-Platz trotz Notlage
Lokales Teltow-Fläming Zossen Kurzfristig kein Kita-Platz trotz Notlage
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00:31 28.05.2018
Sebastian Lohmann räumt auf. Das Wohnhaus seiner fünfköpfigen Familie brannte am 18. Mai ab. Quelle: Frank Pechhold
Dabendorf

Das große Aufräumen hat begonnen. Vor dem Nichts stehen Sebastian und Lena Lohmann, seit ein verheerender Brand ihr Wohnhaus in Dabendorf zerstört hat. Nun braucht das Paar dringend einen Kita-Platz für seinen einjährigen Sohn Theodor Pepe, um den Neuanfang stemmen und wieder arbeiten gehen zu können. Doch alle Kitas im Zossener Stadtgebiet sind bis Schuljahresbeginn voll belegt. Damit spitzt sich die Situation für die fünfköpfige Familie noch zu.

Man habe zwar von Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) einen Kitaplatz für den Sohn zugesprochen bekommen, sagt Sebastian Lohmann. Aber erst ab dem 20. August. „Das ist in unserer Notlage einfach zu spät.“ Die beiden älteren Kinder wohnen vorübergehend bei Oma und Opa in Magdeburg. Bei den Aufräumarbeiten in Dabendorf packe auch seine Frau kräftig mit an. Aber das funktioniere nur, weil der Kleine von Nachbarn betreut wird, sagt Lohmann. „Die nehmen sich teilweise extra frei und versuchen ihre Schichten so zu legen, dass immer jemand da ist.“

Sebastian Lohmann: „Da greifen wir nach jedem Strohhalm“

Am Brandort können Lohmanns ihren Sohn nicht betreuen. Staub, Ruß, kalten Brandgeruch dürfe man so einem Zwerg nicht zumuten, sagt der Familienvater. Seine Frau und er hätten sich auf Arbeit unbezahlt freistellen lassen. „Wir versuchen, ein Zimmer und das Bad notdürftig für uns Drei herzurichten. Dann wollen wir schnell wieder arbeiten gehen, damit Geld rein kommt“.

Aber das geht nur mit einem Kita-Platz. Vielleicht bestehe die Möglichkeit, einen zusätzlichen Betreuungsplatz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter zu schaffen, hofft Sebastian Lohmann. „Gerne auch in einer benachbarten Gemeinde. Da greifen wir nach jeden Strohhalm“.

Stadt hat vorerst letzte Kita-Plätze zwei Tage vor dem Brand vergeben

In Zossen gibt es keine Kita-Plätze, teilte Bürgermeisterin Schreiber Donnerstag auf Anfrage mit. Weiter verwies sie auf ihre Informationen in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten. Schreiber zufolge habe Familie Lohmann über ihren Anwalt darauf bestanden, nur in der Dabendorfer Kita „Pfiffikus“ einen Platz zugewiesen zu bekommen. Das Verwaltungsgericht habe die Stadt veranlasst, diesen Platz zur Verfügung zu stellen, sobald es freie Kapazitäten gibt. Ab dem 20. August sei ein Kita-Platz für Familie Lohmann verbindlich vorgesehen.

„Am 16. Mai haben wir die Zuweisung aller bis dahin noch vorhandenen freien Plätze bis zum Schuljahreswechsel abgeschlossen“, so Schreiber. Aktuell stünden keine freien Plätze mehr zur Verfügung. Über die genehmigten Platz-Kapazitäten der Kitas hinaus dürfe sie keine Belegung vornehmen.

Welle der Hilfsbereitschaft ebbt nicht ab

Zwei Tage nach der Zuweisung der letzten Kita-Plätze brannte das Haus nieder. Seitdem ebbt die Welle der Hilfsbereitschaft nicht ab. „Das ist Wahnsinn. Wir haben nicht mal ansatzweise mit so viel Anteilnahme gerechnet“, so Sebastian Lohmann. Alexander Marschall, der um die Ecke wohnt, ist Ansprechpartner für Sach- und Geldspender. Auch Handwerker können sich bei ihm melden. Donnerstag wurde auf Vermittlung des Stadtverordneten Peter Hummer (Plan B) ein kostenfreies Spendenkonto bei der VR Bank Fläming eingerichtet.

Spendenaktion-dabendorf@web.de; Tel. 01 52 27/27 53 08.

Von Frank Pechhold

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