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Zossen LKA-Ermittler zeigt illegale Müllentsorgung an
Lokales Teltow-Fläming Zossen LKA-Ermittler zeigt illegale Müllentsorgung an
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11:44 30.09.2019
Einfach in den Wald von Kallinchen gekippt: Bretter, Fenster samt Fliegengitter, Gardinen, Teppiche, Gartenschlauch und - Stuhl und sogar ein Vogelhaus Quelle: Marlene Schmidt
Kallinchen

Damit hat der Umweltsünder wohl nicht gerechnet. Als er nachts mit seinem Auto den dunklen Waldweg in Kallinchen befuhr und auf einer kleinen Lichtung seinen halben Hausstand auskippte und er dann heimlich verschwand, ahnte er sicher nicht, in wessen Nachbarschaft er das tat und mit wem er sich da wohl angelegt hat. Jetzt ist ihm die Kripo auf der Spur.

Ein Waldstück am Ortseingang von Kallinchen. An einem Gestüt führt ein unbefestigter Weg tief in den Wald. Mehrere hundert Meter lang, auch vorbei am Gelände des AKK Birkenheide e V: FKK Verein am Motzener See. Ein familienorientierter Sportverein von sportbegeisterten Anhängern der Freikörperkultur. Ein paar Meter vor dem Gelände führt links ein kleiner Weg ab, den die Dorfbewohner als Schrippenweg bezeichnen. Dort, auf einer Lichtung 200 Meter weiter, machte ein AKK-Mitglied die dreiste Entdeckung: Ganze Fensterrahmen mit Fliegengitter, Teppichresten, Gardinen, ein Gartenschlauch, ein Stuhl, ein Vogelhaus, jede Menge Bretter und andere Haus-Gegenstände. Einfach so in den Wald gekippt.

Er jagte die Tunnelgangster und die KaDeWe Einbrecher

„Als ob hier jemand einen halben Holz-Bungalow entsorgt hat“, ärgert sich ein Dorfbewohner, der anonym bleiben will. Die Entdeckung machte die Runde, drang auch zum AKK-Vorsitzenden Michael Adamski. Adamski ist Kriminalhauptkommissar in Berlin, beim LKA in Tempelhof. Berühmt geworden durch spektakuläre Kriminalfälle, die er als Ermittler mit bearbeitete und die Täter überführte. Wie den Tunnelraub von Steglitz von 2013, wo die Täter einen 45-Meter-Tunnel in den Tresorraum der Volksbank gruben, die Schließfächer aufbrachen und mit einer Beute im Wert von zehn Millionen Euro entkamen. Oder die Blitzeinbrüche in das KaDeWe und den Apple-Store am Kurfürstendamm.

Ganz der Kriminalist sah sich Michael Adamski die illegale Mülldeponie genauer an, machte Fotos und erstattete bei seinen Kollegen der Polizei in Zossen, eine Anzeige. Michael Adamski: „Die Tatzeit muss in der Nacht von Freitag zu Samstag davor gewesen sein. Da wurden nachts Motorengeräusche im Wald gehört. Also vom 30. auf den 31. August. Da lag ein halber Hausstand. Wir als AKK-Birkenheide leben mit der Natur und setzen uns für deren Erhalt ein. So etwas geht nicht.“

Dem Täter drohen bis zu 5 Jahren Haft oder eine Geldstrafe

Die Beamten nahmen die Anzeige auf. Therese Franz von der Polizeipressestelle der Polizeidirektion West: „Die Kriminalpolizei in Teltow-Fläming führt zwei Ermittlungsverfahren zu diesem Sachverhalt als Sammelverfahren. Der Sachverhalt, der hier von unterschiedlichen Anzeigenerstattern beanzeigt wurde, betrifft den Sperrmüllhaufen in Kallinchen.“ Geführt wird er bei der Polizei als unerlaubter Umgang mit Abfällen. L

Laut Paragraf 326 des Strafgesetzbuchs (StGB) kann dieser mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet werden.

Im Dorf sprach sich der Vorfall rum. Gerüchte kursieren, einige glauben zu wissen, wer der Täter sein könnte. „Das muss jemand mit Ortskenntnis gewesen sein.“ Oder: „Hier gab es zu der Zeit Abrissarbeiten.“ Doch namentlich will damit keiner zitiert werden. Michael Adamski: „Leider kamen die Beamten erst zwei Wochen später. Wertvolle Zeit, die verstrich.“ Die Polizei nahm „Proben“ von dem illegalen Sperrmüllhaufen mit. Sie sollen den oder die Täter überführen. Auf die Frage nach einem konkreten Verdacht antwortet die Polizei nur soviel: „Um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden, können wir derzeit keine Auskunft geben,“ so Sprecherin Therese Franz.

Von Marlene Schmidt

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