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Zossen Kreisverwaltung: Landrätin will Öffnungszeiten kürzen
Lokales Teltow-Fläming Zossen Kreisverwaltung: Landrätin will Öffnungszeiten kürzen
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18:19 25.09.2019
Bereits überholt: In der Führerscheinstelle sind die Öffnungszeiten schon jetzt eingeschränkt. Quelle: foto: Victoria Barnack
Luckenwalde

Langes Warten bei der Kfz-Zulassung: Was früher schon ein Graus für frischgebackene Autobesitzer war, ist derzeit mehr denn je ein Geduldsspiel. In der Stelle für Kfz-Zulassungen und Führerscheine in der Kreisstadt Luckenwalde sind die Wartezeiten derzeit extrem hoch. Das muss inzwischen auch die Kreisverwaltung zugeben.

„Die Länge der Wartezeiten bei beiden Stellen schwankt stark“, erklärt der Leiter des Straßenverkehrsamtes Hubert Grosenick. Besonders extrem war die Situation offenbar in den Sommermonaten.

Die Autoschlangen vor der Zulassungsstelle spiegeln auch die Wartezeiten im Innern des Gebäudes wider. Quelle: Victoria Barnack

„In den letzten Wochen liegt die Wartezeit bei circa einer Stunde und kann bei einem hohem Kundenandrang auch circa drei Stunden betragen“, berichtet Grosenick aus dem Monat August. MAZ-Leser berichten sogar von bis zu fünf Stunden. „In der Kfz-Zulassungsstelle in Zossen sieht die Situation zum Teil ähnlich aus“, sagt Grosenick.

Mehr Arbeit, wenig Personal

Schuld an der prekären Lage ist offenbar – wie in vielen Bereichen des Kreishauses – fehlendes Personal bei immer mehr Arbeit. Auch aktuell ist eine Vollzeitstelle im Fahrerlaubniswesen ausgeschrieben. Dort scheint die Lage besonders angespannt. „Bei der Führerscheinstelle in Luckenwalde werden gegenwärtig besonders viele Anträge gestellt und bearbeitet“, berichtet Grosenick.

Nummer ziehen und warten: So war es in der Zulassungsstelle in Luckenwalde schon immer. Quelle: Margrit Hahn

Ursachen gibt es gleich zweierlei: Während der Ferien hatten viele Fahrschulen Crash-Kurse angeboten. Nun erscheinen die Absolventen zuhauf in der Behörde und wollen endlich ihren Führerschein haben. „Gleichzeitig kommen jetzt die zahlreichen Berufskraftfahrer, um ihre Fahrerlaubnis verlängern zu lassen, die regelmäßig nur fünf Jahre gültig ist“, erklärt Grosenick weiter.

Trotz einer zusätzlichen Stelle im nächsten Jahr: Der Leiter vom Straßenverkehrsamt in TF erwartet nicht wirklich Besserung. „Angesichts der großen Nachfrage nach Fachpersonal in allen öffentlichen Verwaltungen rechnen wir allerdings mit Schwierigkeiten, neue Mitarbeiter zu finden“, sagt er.

Neue Führerscheine bringen noch mehr Arbeit

Schlimmer noch: Ab 2020 kommt eine weitere Aufgabe auf seine Mitarbeiter zu. Dann beginnt der Zwangsumtausch von alten Führerscheinen auf einen neuen EU-Kartenführerschein. „Besitzer eines alten Dokuments machen sich bereits jetzt auf den Weg“, weiß Hubert Grosenick zu berichten.

Um den Bürgern Zeit und Weg zu sparen, kann dieses Anliegen aber auch bei den Städten und Gemeinden erledigt werden. „Fast jeder zweite Antrag wird bereits hier gestellt“, erklärt Grosenick. Doch im Nachgang hapert es. Den Mitarbeitern fehlt es an Zeit, um die Anträge zu bearbeiten. „Die Länge der Bearbeitungszeiten zeigt dies sehr deutlich“, so Grosenick.

Bald nur noch ein Servicetag im Kreishaus?

In der Führerscheinstelle hat man die Öffnungszeiten deshalb bis zum Jahresende noch einmal reduziert. Nur noch an Dienstagen und Donnerstagen ist dort jetzt geöffnet.

Was bei der Fahrerlaubnis schon Realität ist, könnte bald auch im Kreishaus Alltag sein. Denn die Zulassungs- und Führerscheinstelle steht stellvertretend für viele Bereiche in der Kreisverwaltung. „Aktuell kommen wir nicht umhin, zur Entlastung der Beschäftigten Veränderungen der Servicezeiten zu erwägen“, erklärt Landrätin Kornelia Wehlan (Linke). „Wir brauchen mehr Zeit für die Sachbearbeitung, für die Abarbeitung der Verwaltungsvorgänge.“

Derzeit bietet die Kreisverwaltung an vier Tagen Servicezeiten an. Quelle: Victoria Barnack

Im Luckenwalder Kreishaus herrschen derzeit noch recht großzügige Öffnungszeiten. Montags, dienstags, donnerstags und freitags können Bürger ihre Anliegen vortragen. „Unter den gegenwärtigen Bedingungen können wir das nicht mehr aufrecht erhalten“, sagt die Landrätin.

So machen es andere Landkreise:

Wehlan verweist auf andere Landkreise. Dort sei es bereits üblich, nur an einem oder zwei Tagen in der Woche Sprechzeiten anzubieten.

Beispiel Potsdam-Mittelmark: Im westlichen Nachbarlandkreis beschränken sich die Öffnungszeiten auf den Dienstag. Dafür wurde dort in der Kreisverwaltung allerdings ein Telefon-Service-Center eingerichtet. Die Mitarbeiter sind montags bis freitags ab 8 Uhr durchgängig zu erreichen und führen die Bürger telefonisch zum richtigen Ansprechpartner.

Auch 900 Bauanträge warten auf Bearbeitung

Auch online ist PM schon mindestens einen Schritt weiter als TF. Junge Familien können sich beispielsweise im Internet rund um die Uhr informieren, ob ihr Bauantrag bereits bearbeitet wurde. In TF gibt es diesen Link zwar ebenfalls – noch führt er aber zu einer Fehlermeldung.

In der Unteren Bauaufsicht von Teltow-Fläming stapeln sich die Anträge ebenso hoch wie in der Führerscheinstelle. Knapp 900 Bauanträge warten derzeit auf eine Genehmigung. Die meisten von ihnen wurden bereits 2018 gestellt, einige sogar schon 2017. Die offizielle Bearbeitungsdauer liegt laut Kreisverwaltung derzeit bei durchschnittlich sechs Monaten.

Von Victoria Barnack

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