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Zossen Teichwirt Lutz Ringpfeil tritt kürzer
Lokales Teltow-Fläming Zossen Teichwirt Lutz Ringpfeil tritt kürzer
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00:16 03.01.2019
Der Mellenseer Teichwirt Lutz Ringpfeil keschert einen Stör aus dem wasserdurchlässigen Netzkäfig. Quelle: fotos (4): frank Pechhold
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Mellensee

Frisch gekescherte Fische verkauft Lutz Ringpfeil künftig nur noch zu Weihnachten und Silvester. Auch Räucherware gibt es ab 2019 nicht mehr. Letztmals können Angler heute bei dem Mellenseer Teichwirt fischen. Wegen einer überstandenen Krebsoperation tritt der 63-Jährige beruflich kürzer. Nach 25 Jahren schließt er die zwei Hektar große Aufzucht- und Angelanlage für die Öffentlichkeit.

„Nächstes Jahr mache ich nicht mehr auf.“ Ein bisschen Wehmut schwingt bei diesen Worten in der Stimme von Lutz Ringpfeil mit. Gebürtig aus Wartha (Lausitz) wuchs er in dem elterlichen Fischereibetrieb auf. Bereits sein Großvater war Fischer. Ringpfeil absolvierte eine Lehre zum Binnenfischer in der Teichwirtschaft Rietschen. 1979 schloss er an der Ingenieurschule für Binnenfischerei Storkow/Hubertushöhe sein Studium zum Fischereiingenieur ab. Im Januar 1993 pachtete er die Teichwirtschaft in Mellensee. Auf dem Gelände fand 2002 das erste, mittlerweile traditionelle Fischerfest statt. Drei Jahre später begann Ringpfeil damit, fünf künstlich angelegte, aus dem Mellensee mit Wasser gespeiste Teiche zu bewirtschaften. In einem Teich konnten zahlende Gäste Forellen, Saiblinge, Welse, Störe, Karpfen und andere Fische angeln. In den anderen vier Teichen werden weiter Spiegelkarpfen, Störe, Welse für den Verkauf zu den Dezember-Feiertagen aufgezogen.

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„Karpfensaison 2018 war nicht schlecht“

„Der größte Wels wurde 2010 geangelt“, sagt Ringpfeil. Stolze 19,5 Kilogramm wog das 1,35 Meter lange Prachtexemplar. Dieses Jahr hätten Angler zwei elf und zwölf Kilo schwere Welse am Haken gehabt. „Auch die Karpfensaison 2018 war nicht schlecht“, so Ringpfeil. Im Gegensatz zu anderen Teichwirten habe er trotz Sommer-Hitze nicht unter extremen Wassermangel zu leiden gehabt. „Der Wasserstand im Mellensee war um 45 Zentimeter gesunken. Bei 50 Zentimeter wäre es kritisch geworden und nicht genug Seewasser durch die Rohrleitung in die Teiche geflossen.“ In diesem Fall hätte Ringpfeil alle Schuppentiere notfischen, verkaufen oder bei einem anderen Fischer unterbringen müssen.

Weil ihm das erspart blieb, konnte er rund 500 Kilo Karpfen einlagern. „Die sind hoffentlich bis Silvester verkauft”. Am begehrtesten sind Winterschuppis, die zwei bis zweieinhalb Kilo auf die Waage bringen. Den letzten Karpfen im alten Jahr keschert Ringpfeil aus dem wasserdurchlässigen Netzkäfig für den eigenen Kochtopf. „Silvester kocht meine Frau traditionell Karpfen blau nach schlesischer Art mit weißer Soße aus Mehlschwitze und Butter.” Vor dem familiären Festmahl schließt der Fischer das Hoftor der Teichwirtschaft fest zu.

Von Frank Pechhold

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