Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Zossen Neubaugebiet mit mindestens 80 Häusern geplant
Lokales Teltow-Fläming Zossen Neubaugebiet mit mindestens 80 Häusern geplant
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:16 18.04.2019
Für das geplante Neubaugebiet "Sonnengärten" in Wünsdorf sind schon viele Bäume gefällt worden. Quelle: Jonas Nayda
Wünsdorf

Wünsdorf soll weiter wachsen. Der Hauptausschuss der Stadt Zossen hat einstimmig einem umfassenden Bebauungsplan zugestimmt. Bald soll ein großes Neubaugebiet am nord-westlichen Ortsrand erschlossen werden. Mindestens 80 neue Häuser könnten auf dem ehemaligen Waldgebiet westlich der Friedensstraße entstehen, das nur wenige hundert Meter vom kleinen Wünsdorfer See entfernt liegt.

Privater Investor kauft Waldgebiet

Insgesamt umfasst das Plangebiet mehr als acht Hektar, die zurzeit noch zum größten Teil bewaldet sind. Ein privater Investor hat es gekauft und bereits Tatsachen geschaffen: Bis März wurden vorsorglich schon einige Bäume gefällt. Im Herbst wird vermutlich weiter gerodet. Geplant wird das Projekt mit dem Namen „Sonnengärten“ schon seit 2016. Jetzt steht es kurz vor dem Abschluss, die Zossener Stadtverordneten müssen auf ihrer Sitzung im Mai nur noch ihre letzte Zustimmung geben.

Zwar hatte sich vor allem der Zossener Grünen-Abgeordnete Sven Baranowski im Bauausschuss vehement gegen einige Formulierungen des Bebauungsplans gewehrt. Doch mit seiner Forderung, der Investor solle verpflichtet werden, mehr Bäume zu pflanzen, hatte er keine Mehrheit bekommen. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass die Stadtverordneten den Bebauungsplan beschließen werden.

Angebot für Familien

Der Plan sieht vor, „attraktive Baugrundstücke für den individuellen privaten Eigenheimbau“ zu schaffen. Daran mangele es in der Stadt derzeit. Neben einigen Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 20 Wohnungen sollen vor allem viele Einfamilienhäuser mit maximal zwei Stockwerken entstehen. Das Angebot richtet sich besonders an kinderreiche Zossener Familien, die auf der Suche nach bezahlbarem Wohneigentum seien. Außerdem an Beschäftigte des künftigen Flughafens BER und Bewohner der Nachbargemeinden, die möglicherweise besonders vom Fluglärm betroffen sein werden.

„Jeder neue Einwohner ist immer herzlich willkommen“, sagt Rolf Freiherr von Lützow (VUB), Ortsvorsteher von Wünsdorf. Er freut sich, dass der Ort größer wird. Gleichzeitig warnt er aber auch vor möglichen negativen Folgen. Die Infrastruktur müsse immer mit wachsen, sonst komme es zu großen Problemen. „Wenn wir nicht vorausdenken, ist das Chaos schon vorprogrammiert“, sagt er.

Verkehr könnte zum Problem werden

Tatsächlich könnte die Verkehrsanbindung an das Neubaugebiet zumindest zeitweise problematisch werden. Aktuell müssten alle Zuzügler durch den Wünsdorfer Ortskern und in den meisten Fällen auch über die Bahnschranke am Bahnhof fahren. In den schmalen Wohngebietsstraßen dürfte es dann eng werden. Mindestens 80 neue Häuser bedeuten mindestens 80 zusätzliche Autos, plus Müllabfuhr, Postauto, Handwerker und Besuchsverkehr.

Die Nachbargemeinde Rangsdorf hatte sich während des Planungsprozesses eingeschaltet und Bedenken angemeldet. Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) befürchtet, dass der zusätzliche Verkehr sich auch in seiner Gemeinde negativ auswirken könnte. Die B 96 Richtung Berlin verläuft, aus Wünsdorf kommend Richtung Autobahn mitten durch Groß Machnow und Rangsdorf. Es sei zu erwarten, dass ein Großteil des täglichen Verkehrs aus dem Neubaugebiet über die B 96 fährt, so Rocher. Er fordert die Zossener Planer auf, eine Möglichkeit zu erarbeiten, durch die die Auswirkungen auf Rangsdorf minimiert werden könnten.

Langfristig neue Straße geplant

Mit einer schriftlichen Abwägung argumentieren die Planer jedoch, dass die künftigen Bewohner des Neubaugebietes in alle Himmelsrichtungen fahren könnten und deshalb der Verkehr in Rangsdorf nicht messbar mehr werden würde.

Langfristig soll das geplante Neubaugebiet in Wünsdorf besser angebunden werden. In ein paar Jahren soll der Bahnübergang am Wünsdorfer Bahnhof geschlossen werden und ein neuer Überweg auf Höhe des B96-Kreisels gebaut werden. Dann soll eine Verbindung von Waldesruh bis zur Friedensstraße entstehen, über die der Ort dann erreicht werden kann.

Von Jonas Nayda

Angeblich hatte er viel Geld gewonnen – doch das glaubte ein 62-jähriger Zossener nicht. Damit verhinderte er einen Trickbetrug.

15.04.2019

Die Zossener Linksfraktion hat die Umsetzung des Gedenksteins für die Opfer des Nationalsozialismus vom Stadtpark auf den Friedhof kritisiert. Der neue Ort sei unbedeutend, so Fraktionschef Carsten Preuß.

15.04.2019

Sie kämpfen für ihre Heimat: Zwei Familien wehren sich gegen die Deutsche Bahn, die ihnen während der Bauarbeiten für die B-96 Brücke in Neuhof schwere Schäden verursacht haben soll. Die Bahn reagiert verhalten.

18.04.2019