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Zossen Reico-Insolvenzverwalter meldet diverse Interessenten
Lokales Teltow-Fläming Zossen Reico-Insolvenzverwalter meldet diverse Interessenten
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14:33 16.01.2020
Auf dem Betriebshof der Spedition Reico im Gewerbegebiet Nunsdorf (Stadt Zossen) Quelle: Jutta Abromeit
Nunsdorf

Mit etwa einem Dutzend potenzieller Investoren führt der Reico-Insolvenzverwalter derzeit Gespräche. Das teilt Torben Ottmar Herbold von der Potsdamer Firma Herbold & Horn Insolvenzverwalter mit; er führt das vorläufige Insolvenzverfahren zur Nunsdorfer Spedition Reico und sagt: „Weitere Interessenten fragen an. Aber Namen können wir derzeit nicht nennen.“

Töpel starb nach Anmeldung der vorläufigen Insolvenz

Für den bundesweit agierenden, mittelständischen Logistiker war am 2. Dezember bei laufendem Geschäftsbetrieb der Investorenprozess gestartet worden, weil das Amtsgericht Potsdam am 22. November die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Firmenvermögen angeordnet hatte. Am 24. November starb Firmengründer und Sport-Mäzen Reinhardt Töpel im Alter von 70 Jahren völlig überraschend.

Reico-Trucks mischen mit im Wettbewerb der Logistiker auf den Waren-Trassen der Bundesrepublik wie hier auf dem südlichen Berliner Ring. Ansässig ist die mittelständische Firma mit ihrem Betriebshof im Zossener Ortsteil Nunsdorf. Quelle: Jutta Abromeit

Die im Zossener Ortsteil Nunsdorf und in Leipzig ansässige Firma hat 193 Beschäftigte, rund 200 der weißen Lkws mit einem Löwen und dem grünen Schriftzug im Logo fahren für das Unternehmen. Es ist spezialisiert auf Temperatur-geführte Logistik, Pflanzen-, Sammelgut- und Linien-Transporte sowie in den Bereichen Fullfilment und Inhouse-Service unterwegs.

Zahlungsunfähigkeit war Grund für Insolvenz-Anordnung

Auf die MAZ-Nachfrage, warum das Amtsgericht die vorläufige Insolvenz angeordnet hatte, sagt Herbold: „Wegen Zahlungsunfähigkeit.“ Den Hintergrund, wann es überhaupt zum Antrag einer vorläufigen Insolvenz kommt, erklärt Oliver Kramm, Pressesprecher des Amtsgerichtes Potsdam: „Wenn die Liquiditätslücke zwischen dem vorhandenen Geld einer Firma und den Forderungen der Gläubiger über einen Zeitraum von etwa vier bis sechs Wochen mehr als zehn Prozent beträgt, kann der Antrag einer vorläufigen Insolvenz gestellt werden.“ Das habe der Gesetzgeber so geregelt, damit alle Gläubiger gleichermaßen bezahlt werden können, sagt Kramm.

Ungewiss, ob reguläres Insolvenzverfahren folgt

Solch einen Antrag auf vorläufige Insolvenz können sowohl Geschäftsführer selbst als auch Gläubiger bei Verdacht auf Zahlungsunfähigkeit stellen. Dazu, wie das im Fall Reico war, geben sowohl das Amtsgericht als auch der Insolvenzverwalter aus datenschutz- und verfahrensrechtlichen Gründen keine Auskunft. Ein zweiter Grund, warum vorläufige Insolvenzen angemeldet werden, sind Überschuldungen. In solchen Fällen übersteigen die Verbindlichkeiten das Vermögen einer Gesellschaft.

Unterstützt werde Insolvenzverwalter Herbold beim Investorenprozess von zwei Experten der Unternehmensberatung Enomyc, nach Angabe von Herbolds Sprecher Oliver Jahn führend in der Branche. Die Entscheidung, ob für die Spedition Reico überhaupt ein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet wird, steht noch aus. Wann sie getroffen werden könne, ist ungewiss, so Jahn.

Aus dem Leben des Firmengründers

Der promovierte Firmengründer Töpel hatte bei seinem Start ins Berufsleben als jüngster LPG-Vorsitzender der DDR gegolten, 1990 gründete er die inzwischen überregional bekannte Spedition. Der als harter Verhandler geltende Töpel übernahm zwischenzeitlich auch mal die in Turbulenzen geratene Fleischfabrik Luckenwalde, des weiteren legte er sich 2018 mit einer Millionen-Klage mit den Lkw-Herstellern Iveco und Daimler an.

Und Töpels Herz schlug für den Sport: Er war Aufsichtsratsvorsitzender des 1. Luckenwalder SC, mit dem größten Erfolg in den Jahren 2005/2006, als die Ringer Deutscher Mannschaftsmeister wurden. Bis 2016 war Töpel zudem in seiner Heimat Thüringen Aufsichtsratsvorsitzender des Fußball-Drittligisten FC Carl-Zeiss Jena. Des Weiteren unterstützte er seinen Sohn Sebastian Warneck, der als Gespannfahrer im Pferdesport international sehr erfolgreich startet.

Von Jutta Abromeit

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