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Zossen Mobilfunk: Gemeinden jagen Funklöcher
Lokales Teltow-Fläming Zossen Mobilfunk: Gemeinden jagen Funklöcher
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18:31 27.09.2019
Von solchen LTE-Antennen könnte es in Teltow-Fläming bald mehr geben. Quelle: Wolfram Scheible/Deutsche Telekom AG
Trebbin

Es ist der reinste Flickenteppich. Ein Blick auf die Karte der LTE-Netzabdeckung der Telekom offenbart im Süden von Teltow-Fläming auch 2019 noch viele weiße Flecken. Die Einwohner erfahren das tagtäglich am eigenen Leib, zum Beispiel in Gottow (Nuthe-Urstromtal), Blankensee (Stadt Trebbin) oder Werbig (Niederer Fläming).

Betroffen sind meist Dörfer. Denn je weniger Einwohner und damit Kunden, desto schwerer wiegen die Kosten. Von diesem wirtschaftlichen Denken will sich die Telekom nun zumindest für ein Projekt lang verabschieden. „Wir jagen Funklöcher“ heißt die Aktion. Um eine Aufnahme in das Programm buhlen gleich mehrere kleine Städte und Gemeinden aus Teltow-Fläming.

Die Karte der Netzabdeckung von 2017 entspricht fast genau dem Stand von heute. Quelle: Detlev Scheerbarth

„Wir haben noch ein paar Ortsteile, die noch nicht erschlossen sind“, berichtet Ina Schulze aus Trebbin. Die stellvertretende Bürgermeisterin hat sich die Teilnahme ihrer Stadt an „Wir jagen Funklöcher“ auf die Fahnen geschrieben. „Denn sogar im Stadtgebiet gibt es noch Straßen, wo das Mobilfunknetz noch nicht gut funktioniert“, sagt sie.

Nicht nur die Rathausleitung hat das Vorhaben wohlwollend abgenickt. Auch von den Stadtverordneten gibt es inzwischen das Ja. Dieser Beschluss ist Voraussetzung für die Bewerbung bei der Telekom.

Nuthe-Urstromtal will ebenfalls mitmachen

Auch in Nuthe-Urstromtal steht diese Entscheidung am Dienstag bevor. Die Gemeindevertreter sollen ebenfalls einer Bewerbung zustimmen. In Nuthe-Urstromtal hat man bereits drei konkrete Standorte im Blick: Das Kreativzentrum in Woltersdorf und Feuerwehren in Gottow und Frankenförde stehen auf der Prioritätenliste ganz oben.

Unter den Vorschlägen aus ganz Deutschland werden am Ende allerdings nur 50 Gebiete ausgewählt. Deshalb erwartet Europas größtes Telekommunikationsunternehmen auch eine Art Motivationsschreiben von den Städten und Gemeinden. Die Telekom will unter anderem wissen: Was macht die Kommune besonders und warum braucht genau dieser Standort LTE?

Das Dorfgemeinschaftshaus in Woltersdorf könnte ein LTE-Standort werden. Quelle: Margrit Hahn

Ausgewählt wird nur, wer tatsächlich ein Funkloch hat. Ist beispielsweise ein Konkurrent schon mit der Netzabdeckung vor Ort beschäftigt, fällt die Teilnahme aus. Auch einen passenden Ort für einen Masten oder ein mietbares Dach müsste die Kommune bereitstellen. Am Ende fällt die Telekom die Entscheidung laut eigenen Aussagen „nach eigenem Ermessen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Faktoren wie auch unter dem Aspekt einer bundesweit ausgeglichenen Verteilung“.

Auch ohne Wettbewerb: 14 neue LTE-Standorte in TF

Sollten Trebbin und Nuthe-Urstromtal nicht ausgewählt werden, bleibt ihnen ein kleiner Trost: Die Telekom hat in dieser Woche angekündigt, 14 neue Mobilfunkstandorte für LTE zu erschließen. Auch Trebbin steht auf der Liste; Nuthe-Urstromtal gleich mit drei Standorten.

Das sind die neuen LTE-Standorte:

Von den 14 neuen Standorten bekommt Jüterbogdie meisten. Geplant sind LTE-Standorte in Markendorf, im Naturschutzgebiet auf dem Keilberg, entlang der ICE-Bahnstrecke und in der Parkstraße in Jüterbog II.

In Nuthe-Urstromtal wird es drei neue LTE-Standorte geben: in Schönefeld, in Woltersdorf und entlang der ICE-Bahnstrecke.

Weitere Standorte sind in Mahlow-Waldblick und an der Bahnstrecke von Blankenfelde-Mahlow geplant.

Auch in Groß Ziescht(Baruth), Horstfelde(Zossen), Trebbin, Werbig(Niederer Fläming) und in Rangsdorfin der Straße Im Fleck soll es bald LTE geben.

Die genauen Positionen für die Mobilfunkanlagen stünden überwiegend bereits fest, berichtet die Telekom. Die Kommunen und Ämter seien in den Planungsprozess einbezogen worden. Die Verfahren für die nötigen Baugenehmigungen könnten deshalb schon in Kürze starten. Am Netz angeschlossen sollen die neuen LTE-Standorte spätestens bis Ende 2021 sein.

Ziel: Flächendeckende Mobilfunkversorgung

Auch in der Kreisverwaltung von Teltow-Fläming freut man sich über das Ausbauprogramm, das nun endlich konkret wird. „Auch wenn noch nicht alle Funklöcher im Landkreis verschwunden sind“, sagt der Dezernatsleiter und Leiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises, Siegmund Trebschuh, „es ist ein großer Schritt in Richtung einer flächendeckenden Mobilfunkversorgung, die unser Hauptziel bleibt.“

Von Victoria Barnack

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