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Zossen Personalmangel: So wirbt der Landkreis um Fachkräfte
Lokales Teltow-Fläming Zossen Personalmangel: So wirbt der Landkreis um Fachkräfte
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17:19 09.01.2020
Viele freie Stellen der Verwaltung werden nur intern ausgeschrieben, andere sind öffentlich im Internet zu finden. Quelle: Victoria Barnack
Luckenwalde

Die Probleme von 2019 begleiten die Kreisverwaltung Teltow-Fläming auch im neuen Jahr. Fehlendes Personal trieb Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) zuletzt immer wieder Sorgenfalten auf die Stirn. 57,68 Stellen sind unbesetzt.

Dem Mangel an Fachkräften entgegen zu wirken, wird 2020 eine der größten Aufgaben der Verwaltung. Auf die neueste Methode, die der Nachbarlandkreis Potsdam-Mittelmark nun anwendet, will Wehlan aber vorerst verzichten. PM-Landrat Wolfgang Blasig (SPD) wirbt seit einigen Wochen offen mit dem Bruttogehalt um neue Mitarbeiter.

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„Wir sind offen für neue Wege“, sagt Wehlan. Doch die Bruttogehälter zusätzlich zu den obligatorischen Entgeltgruppen zu nennen, ist für sie offenbar nicht der richtige Weg. „Alle öffentlichen Verwaltungen – egal auf welcher Ebene – stehen vor den gleichen großen Herausforderungen“, erklärt sie. Neben der Digitalisierung sei das vor allem der demografische Wandel.

Bis 2028: 232 Beschäftigte gehen in Rente

Schon 2019 machten der Kreisverwaltung Kündigungen und frühzeitige Renteneintritte zu schaffen. In den nächsten acht Jahren werden sich planmäßig 232 Beschäftigte der Kreisverwaltung in den Ruhestand verabschieden. Würde jeder von ihnen in Vollzeit arbeiten, entspricht das rund einem Viertel aller Stellen. Vorzeitige Austritte sind hier noch nicht einberechnet.

Schon Mitte 2019 waren doppelt so viele Beschäftigte in Rente gegangen wie für das gesamte Jahr geplant. Hinzu kommen Kündigungen. 2020 könnte es ähnlich aussehen, vertraut man den Erfahrungen der zurückliegenden Jahre.

Landrätin Kornelia Wehlan. Quelle: Pressestelle/Landkreis TF

Sich im Wettkampf um Arbeitskräfte positiv hervor zu tun, dürfte für Teltow-Fläming also wichtiger denn je sein. „Es gibt verschiedene Wege, für die Vorteile einer Beschäftigung im öffentlichen Dienst zu werben“, erklärt Wehlan. Die Bruttogehälter in den Stellenausschreibungen konkret zu nennen, sei einer davon.

„Das dient sicherlich in erster Linie dazu, über den öffentlichen Dienst hinaus potenzielle Mitarbeiter zu gewinnen, die sich unter einer Entgeltgruppe wenig vorstellen können“, erklärt die Landrätin. „Für diese Bewerber ist der Tarifvertrag nicht das tägliche Handbuch.“

Wehlan: Entlohnung ist nicht das Entscheidende

Doch der Landkreis Teltow-Fläming hat vor allem Probleme in „verwaltungsfremden Berufsgruppen“, so Wehlan. Ärzte und IT-Fachkräfte seien das beispielsweise, aber auch Ingenieure. Sie könnten in der freien Wirtschaft oder als Selbständige ohnehin weitaus mehr verdienen. „Der Vorteil einer Beschäftigung im öffentlichen Dienst liegt also nicht unbedingt in der Entlohnung“, sagt Kornelia Wehlan.

Im Gegenteil: Bei der Arbeit am neuen Stellenplan für 2020 hatte die Verwaltung feststellen müssen, dass kurze Arbeitswege immer wichtiger werden. Dafür würden einige Fachkräfte sogar geringere Entgeltgruppen in Kauf nehmen.

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Fazit: Teltow-Fläming verzichtet weiter auf die Nennung des Bruttogehaltes. „Nichtsdestotrotz werden wir unsere Nachbarn aus Potsdam-Mittelmark nach ihren Erfahrungen befragen“, erläutert Wehlan.

Home Office soll 2020 kommen

Ihre Strategie geht derweil in eine andere Richtung. Sie will die Vorteile abseits des Gehalts betonen. Die Stichwörter lauten modern und flexibel. Die Kreisverwaltung lockt beispielsweise mit einer jährlichen Sonderzahlung und Leistungsprämie, mit vermögenswirksamen Leistungen und einem VBB-Firmenticket.

Damit unterscheidet sich der Kreis allerdings wenig von seinen Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt. Revulotionspotenzial steckt noch in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Gleitzeit und Teilzeit gibt es im Kreishaus schon. „Wir streben an, in diesem Jahr vielen Beschäftigten Telearbeit zu ermöglichen“, kündigt Wehlan an. Am Projekt Home Office wird in der Verwaltung schon lange gearbeitet.

Der Start – eigentlich geplant für Ende 2019 – musste unter anderen aus technischen Gründen verschoben werden. Wenn es dann endlich soweit ist, will die Chefin der Kreisverwaltung mit der Arbeit von zu Hause aber auch offensiv in den Ausschreibungen werben.

Von Victoria Barnack

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