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Zossen 300 Euro für einen Quadratmeter: Immobilien in Teltow-Fläming werden immer teurer
Lokales Teltow-Fläming Zossen 300 Euro für einen Quadratmeter: Immobilien in Teltow-Fläming werden immer teurer
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00:29 01.07.2019
Wer in Teltow-Fläming ein Haus kaufen will, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Quelle: Victoria Barnack
Luckenwalde

Aufs Land ziehen ist beliebt wie eh und je. Der Landkreis Teltow-Fläming profitiert seit Jahren von den steigenden Wohnungspreisen in der Hauptstadt. Die Folge waren zuletzt immer höher steigende Preise fürs Bauland. Als Alternative zu den teuren Angeboten rücken für viele Menschen nun offenbar bereits bebaute Grundstücke in den Fokus.

Das zeigt der Grundstücksmarktbericht von 2018 für den Landkreis Teltow-Fläming. Doch inzwischen sind auch die bebauten Immobilien so beliebt, dass sie immer teurer und die verkauften Flächen immer kleiner werden.

„Rasante preisliche Entwicklung“

Eine große Nachfrage, verbunden mit einem knappen Angebot, ließ die Immobilienpreise in fast allen Marktsegmenten weiter steigen“, sagt Anett Thätner vom Kataster- und Vermessungsamt des Landkreises, die gleichzeitig Vorsitzende des Gutachterausschusses und damit federführend für den Grundstücksmarktbericht ist.

Amtsleiterin Anett Thätner (r.) wertet die Verkäufe von Immobilien in Teltow-Fläming mit mehreren Kollegen einmal im Jahr aus. Quelle: Hartmut F. Reck

Schon im Februar hatte Thätner berichtet, dass Bauland in TF immer teurer wird. „Mit rasanten preislichen Entwicklungen zeigt sich auch der Markt der bebauten Grundstücke des individuellen Wohnungsbaus“, sagt sie nun.

„Daraus schließt der Gutachterausschuss, dass sich der Fokus verstärkt auf den Erwerb der wohl noch eher verfügbaren bebauten Grundstücke richtete.“

Rekordumsatz: 839 Immobilien für 291 Millionen Euro

So wurden 2018 insgesamt zwar 3,5 Prozent weniger bebaute Grundstücke in TF verkauft als noch 2017. Die Anzahl von 839 abgeschlossenen Kaufverträgen liegt langfristig betrachtet aber noch immer in einem hohen Bereich.

Obwohl weniger Häuser auf Grundstücken verkauft wurden, hat sich der Umsatz um fast 50 Prozent erhöht. Mehr als 290 Millionen Euro gaben die Käufer dafür aus.

Einfamilienhaus mit Garten kostet im Schnitt über 200.000 Euro

In einzelnen Marktsegmenten fielen damit auch wieder Rekordzahlen aus dem Vorjahr. Für ein Grundstück, auf dem bereits ein Ein- oder Zweifamilienhaus steht, zahlten die Käufer 2018 durchschnittlich knapp 235.000 Euro – so viel wie noch nie.

So viel kosten Grundstücke mit Einfamilienhaus in TF jetzt:

283 Einfamilienhäuser wechselten 2018 in Teltow-Fläming den Besitzer. Die meisten davon, fast 90, in Blankenfelde-Mahlow. Für im Schnitt 320.000 Euro bekommen Käufer hier durchschnittlich 980 Quadratmeter.

Am teuersten sind Einfamilienhäuser in Großbeeren. Für durchschnittlich 341.000 Euro gibt es aber nur 680 Quadratmeter.

Fast genauso teuer ist es in Ludwigsfelde. Im Schnitt 340.000 Euro gaben die Käufer für 775 Quadratmeter aus.

Am günstigsten ist das Berliner Umland in Rangsdorf. Wer 314.000 Euro zahlt, kriegt durchschnittlich 880 Quadratmeter.

Zossen liegt zwar weiter weg, wird aber immer teurer. 2018 wurde die Kaufpreis-Marke von 200.000 Euro für durchschnittlich 945 Quadratmeter geknackt.

In der Gemeinde Am Mellensee kostet ein 970 Quadratmeter großes Grundstück samt Haus knapp 183.000 Euro.

Wer mehr will bekommt es in Trebbin: Im Schnitt kosten 1230 Quadratmeter hier 170.000 Euro.

In der Kreisstadt Luckenwalde kostet das Glück vom Einfamilienhaus durchschnittlich 161.000 Euro. Dafür gibt 880 Quadratmeter.

In Baruth gibt es eine große Fläche von 1835 Quadratmeter für 138.000 Euro.

in Nuthe-Urstromtal kosten Einfamilienhäuser und 1270 Quadratmeter im Schnitt 130.000 Euro.

In Jüterbog wechseln 1175 Quadratmeter samt Haus im Schnitt für 102.000 Euro den Besitzer.

Im Niederen Fläming gibt es durchschnittlich 1460 Quadratmeter zum Haus für 86.000 Euro.

In Niedergörsdorf sind Einfamilienhäuser mit Grundstück (1360 Quadratmeter) am günstigsten (57.000 Euro).

Thätner erklärt die Hintergründe: „Das Preisniveau bebauter Immobilien wurde durch das wachsende Interesse weiter gesteigert“, sagt sie. „Selbst oftmals zu erwartende Abriss- oder Sanierungskosten werden von den Käufern ohne Preisnachlass in Kauf genommen.“

Ursache: Angebot an Bauland wird knapp

Den Grund dafür, dass der Preis eine immer kleinere Rolle für die Haus- und Immobilienkäufer spielt, sieht die Vorsitzende des Gutachterausschusses im immer weiter schrumpfenden Angebot von freiem Bauland. Denn auch in diesem Bereich sind die Preise in den vergangenen Jahren quasi ins Unermessliche gewachsen.

In Mahlow-Waldblick, in der Potsdamer Straße in Ludwigsfelde und in Teilen von Großbeeren beispielsweise zahlen Häuslebauer für einen Quadratmeter Land inzwischen rund 300 Euro.

Teures Pflaster: Wohnen in Ludwigsfelde gehört zu den teuersten Orten in Teltow-Fläming. Quelle: Oliver Fischer

Wo das Bauland am teuersten ist, dort sind auch die Preise für bebaute Grundstücke inzwischen am höchsten. „Im Jahr 2018 erobert die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow die Spitzenposition mit einem eindrucksvollen durchschnittlichen Kaufpreisniveau in Höhe von über 320.000 Euro“, berichtet Anett Thätner, „und überholt Großbeeren und Rangsdorf.“

Experten: Am BER werden noch viele Immobilien verkauft

Analog zu den steigenden Baulandpreisen scheint die Käufer auch bei den bebauten Grundstücken der Fluglärm im Norden von Teltow-Fläming kaum zu stören. Im Gegenteil: Schon 2018 wurden in allen BER-Umlandkommunen Höchstpreise seit Beginn der Betrachtung des Flughafengehens erzielt.

Fluglärm stört nicht: Häuser im BER-Umland sind weiter beliebt. Quelle: Patrick Pleul/dpa

„Die Sachverständigen gehen mit der Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg von einem deutlichen Entwicklungsschub für die Umlandregion aus“, berichtet Anett Thätner.

„Der zu erwartende Fluglärm, insbesondere in den geplanten Einflugschneisen, scheint die weiter steigende Nachfrage in allen Marktsegmenten und die Verknappung der zur Verfügung stehenden Immobilien nicht aufzuhalten.“

Verkaufte Grundstücke sind kleiner als früher

Die Auswertung des Gutachterausschusses zeigt auch, wie groß die ergatterten Grundstücke im Durchschnitt sind – nämlich oft kleiner als im Vorjahr. Der Flächenumsatz sank von 2017 zu 2018 fast um ein Viertel. Wer früher im Schnitt also 1000 Quadratmeter kaufte, bekommt heute nur noch 750 Quadratmeter.

Der Süden von TF ist noch immer günster

Besonders beliebt sind in TF Grundstücke mit Einfamilienhäusern genauso wie Reihenhäuser und Doppelhaushälften. Hier zeigt sich auch das noch immer gravierende Gefälle zwischen Nord und Süd. Fast in allen Bereichen erhält man in Süden des Landkreises eine größere Fläche für weniger Geld.

Beispiel Einfamilienhäuser: Während der Kaufpreis pro Grundstück im Berliner Umland bei durchschnittlich 324.000 Euro liegt, zahlen Käufer im Süden mit 147.000 Euro nicht einmal die Hälfte und bekommen dafür durchschnittlich noch immer 405 Quadratmeter mehr.

Von Victoria Barnack

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